Fussball

Robin Gosens von Atalanta Bergamo exklusiv: 30 Millionen? "Da wird mir wirklich schlecht"

Von Alex Schlüter/Jan Platte
Robin Gosens (26) ist im europäischen Fußball einer der Überflieger der Saison.

Robin Gosens (26) ist im europäischen Fußball einer der Überflieger der Saison. Mit neun Toren und acht Assists hat der Linksfuß maßgeblichen Anteil daran, dass Atalanta Bergamo in der Serie A hinter Serienmeister Juventus auf Platz zwei liegt und sich zum zweiten Mal in Serie direkt für die Champions League qualifiziert hat. In dieser Saison steht Atalanta in der Champions League zudem noch im Viertelfinale gegen Paris Saint-Germain. Im Interview spricht Gosens über seinen Höhenflug, Transfergerüchte und seine Liebe zu Schalke 04.

 

Robin Gosens im Interview mit DAZN, SPOX und Goal über ...

Das Interesse europäischer Spitzenklubs: "Wenn man mit Vereinen wie Juventus Turin oder Inter Mailand in Verbindung gebracht wird, ist das eine riesengroße Ehre. Das macht mich stolz und zeigt mir, dass ich in dieser Saison vieles richtig mache. Aber ich beschäftige mich damit noch gar nicht. Denn erst einmal freue ich mich auf das große Abenteuer Champions League mit Atalanta. Was danach kommt, wird man sehen. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich gerne mal die Bundesliga besuchen würde. Und das nicht nur als Zuschauer, sondern als Spieler auf dem Rasen. Diesen Wunsch würde ich mir gern erfüllen. Wenn ich aber die Möglichkeit habe, zu einem Top-Verein zu wechseln, bei dem es sportlich Sinn macht, wäre ich auch blöd, wenn ich das nicht annehmen würde. Andererseits sind wir in Bergamo gar nicht so weit von einer Top-Mannschaft entfernt. Deshalb gibt es für mich gar nicht so viele Adressen, die für mich Sinn ergeben würden."

Eine mögliche Ablösesumme von 25 bis 30 Millionen Euro: "Wenn ich das schon höre, über 30 Millionen Euro für so einen Robin Gosens, dann wird mir wirklich schlecht. Mein lieber Scholli. Da habe ich Schwierigkeiten, das zu begreifen. Aber das sind eben die Preise, die momentan verlangt werden. Das sieht man ja bei den 45 Millionen Euro, die Inter Mailand für Achraf Hakimi von Borussia Dortmund bezahlt hat. Atalanta weiß genau, dass ich in dieser Saison unglaublich gute Statistiken habe. Und das wird in der nächsten Spielzeit nicht so leicht zu überbieten sein. Von daher wäre es aus wirtschaftlicher Sicht vielleicht sogar verständlich, mich zu verkaufen. Ich habe vom Verein aber noch keine Signale empfangen, dass ich verkauft werden soll."

Die Gründe, die über einen Vereinswechsel entscheiden: "Für mich als Typ werden niemals die finanziellen Aspekte wichtig sein. Mir geht es rein ums Sportliche, um das Projekt, das dahinter steht. Wenn die Trainer und Verantwortlichen mit mir reden und mir klarmachen, dass ich ein Teil von etwas sein soll, mit dem ich mich identifizieren kann, dann muss es nicht unbedingt ein Klub sein, der an der Champions League teilnimmt. Dann kann es auch reichen, dass das als Ziel für die nächsten zwei, drei Jahre ausgegeben wird.

Die Top-Klubs in der Bundesliga: "RB Leipzig ist mit Julian Nagelsmann auf einem richtig guten Weg. Peter Bosz macht es mit Leverkusen auch enorm gut und mir macht es Spaß, die Spiele von Bayer mit dem attraktiven Fußball zu schauen. Borussia Mönchengladbach hat eine Riesensaison gespielt. Hertha hat auch was vor, mit einem Projekt, das mittel- und langfristig in der Champions League ankommen soll. Bayern und der BVB sind dabei, ist ja klar. Schalke ist bei mir tief im Herzen drin, das kann ich nicht leugnen. Aber leider Gottes kommen sie aktuell nicht aus den Negativschlagzeilen raus und das ist sehr bitter.

Einen möglichen Transfer zu Schalke 04: "Mein Wechsel zu Schalke ist im vergangenen Jahr aus finanziellen Gründen gescheitert, weil das Angebot zu weit weg war von dem, was Atalanta wollte. Wenn Schalke auf mich zukommen würde, wäre es für mich in jedem Fall schwierig, nein zu sagen, weil es einfach mein Herzensverein ist. Trotzdem muss ich versuchen, rational und objektiv zu denken und deshalb würde es aus sportlicher Sicht wenig Sinn machen, von Atlanta Bergamo zu Schalke 04 zu wechseln. Das ist leider so. Aber ich bin da ganz entspannt, denn am Ende kommt alles so, wie es kommen muss. Das ist der Leitspruch, der mich in den letzten Jahren begleitet hat."

Die Ziele mit Atlanta Bergamo: "Wenn wir zusammenbleiben und uns punktuell noch auf ein, zwei, drei Positionen verstärken, dann haben wir auf jeden Fall den Anspruch, uns unter den Top-Vier zu etablieren. Ob es für die Meisterschaft reichen würde, soweit will ich nicht gehen, denn das hängt von relativ vielen Faktoren ab. Wir haben uns zum zweiten Mal direkt für die Champions League qualifiziert. Das hätten die wenigsten erwartet und ist ein riesiger Erfolg. Vielleicht ist es ja mal so weit, dass wir um den Scudetto kämpfen können."

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