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Fussball

Manchester United: Die beiden Superstars, die Sir Alex Ferguson vor seinem Rücktritt verpflichten wollte

Von Chris Lugert
Sir Alex Ferguson war von 1986 bis 2013 Trainer von Manchester United.

Wäre die jüngere Geschichte von Manchester United möglicherweise fast ganz anders verlaufen? Zumindest hat das einst der langjährige Red Devil Patrice Evra verraten. Er behauptet, dass Trainerlegende Sir Alex Ferguson nach der gewonnen Meisterschaft 2013 wohl gar nicht zurücktreten wollte.

Offenbar waren zwei Transfers, die Ferguson unbedingt realisieren wollte, schon weit fortgeschritten.

"Zwei Wochen, bevor er zurückgetreten ist, haben viele Medien gemeint, dass Ferguson ein Jahr später aufhören will. Aber er sagte zu mir: 'Patrice, ich werde nie aufhören. Ich werde hier noch zehn Jahre bleiben'", erinnerte sich der Franzose im offiziellen Podcast von Manchester United.

Der Grund für Fergusons Ehrgeiz sei laut Evra die Möglichkeit gewesen, Cristiano Ronaldo (damals Real Madrid) und Gareth Bale (damals Tottenham Hotspur) zu verpflichten. "Er sagte dann: 'Ich bin zu 99 Prozent sicher, dass wir Cristiano Ronaldo und Gareth Bale haben werden. Ich brauche nur diese beiden Spieler, damit wir wieder die Champions League gewinnen können. 99 Prozent'", schilderte Evra.

Zum damaligen Zeitpunkt lag der bis dahin letzte Sieg in der Königsklasse für ManUnited bereits fünf Jahre zurück, 2009 und 2011 verlor das Ferguson-Team im Finale jeweils gegen den FC Barcelona. Ferguson wollte mit dem verlorenen Sohn Ronaldo und Bale wohl noch einmal einen letzten Anlauf in der Champions League starten. Doch es sollte anders kommen.

Zwei Wochen nach dem Gespräch zwischen Evra und Ferguson fuhren die Spieler zum Trainingsgelände von United in Carrington. "Als wir in Carrington ankamen, sahen wir all diese Kameras und ich dachte nur: 'Oh, hier hat irgendjemand etwas falsch gemacht. Vielleicht hat ein Spieler wieder für eine Story gesorgt. Irgendjemand hat etwas falsch gemacht. Wir haben Probleme'", blickte Evra zurück.

Doch es ging nicht um einen Spieler, der die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zog. "Wir kamen also an und jemand sagte: 'Leute, ihr müsst hier im Umkleideraum bleiben, denn der Boss will mit euch reden.' Und wenn der Boss selbst in die Umkleide kommt, um mit jedem zu sprechen, dann ist das nie ein gutes Zeichen", erinnerte sich der heute 40-Jährige.

Ferguson entschuldigte sich bei Kagawa und van Persie

"Er kam rein und sagte: 'Es tut mir wirklich leid. Jemand hat gesagt, dass ich aufhören werde, bevor ich es selbst gesagt habe. Deshalb habt ihr all die Kameras gesehen. Aber ich werde zurücktreten, weil meine Frau mich braucht'", sagte Evra. Zudem habe sich Ferguson noch besonders bei Shinji Kagawa und Robin van Persie entschuldigt, die Ferguson erst im Sommer zuvor verpflichtet hatte.

Mit Fergusons Rücktritt aus privaten Gründen waren auch die Transfers von Ronaldo und Bale hinfällig. Der Portugiese blieb bei Real Madrid und bekam dort im Sommer 2013 Bale als Entlastung zur Seite gestellt. Der Rest ist bekannt, Real dominierte in den folgenden Jahren das europäische Geschäft und gewann bis 2018 viermal die Champions League.

Bei ManUnited hingegen scheiterte das Experiment David Moyes, für den Fergusons Fußstapfen einige Nummern zu groß waren. Der Meistertitel 2013 war bis heute der letzte Triumph in der Premier League für United. Immerhin: Acht Jahre nach Fergusons Vision kehrte Ronaldo in diesem Jahr tatsächlich nach Manchester zurück. Ferguson soll dabei im Hintergrund die Fäden gezogen haben.

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