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Fussball

Florent Malouda: Der reanimierte Goalgetter

Von Daniel Reimann
Florent Malouda traf in der laufenden Saison sechsmal in sechs Ligaspielen
© Getty

Bei Chelsea schon fast aussortiert, in der Equipe Tricolore Teil einer Versager-Truppe. Doch Florent Malouda kämpfte sich durch die Krisen in Verein und Nationalelf und ist nun Frankreichs Kapitän und Chelseas Toptorjäger. Die Partie gegen den FC Arsenal wird jedoch sowohl für die Blues als auch für Malouda persönlich zur Bewährungsprobe.

Dem deutschen Referee Dr. Felix Brych kam am 7. September 2010 um 22.50 Uhr die Ehre zu Teil, eine ganze Nation zu erlösen. Der Schlusspfiff der Partie Bosnien - Frankreich (Endergebnis 0:2) beendete vorübergehend eine Serie von Pleiten, Blamagen und Skandalen in der Equipe Tricolore.

Mittendrin: Florent Malouda, Torschütze zum 2:0 und neuerdings Kapitän der französischen Nationalmannschaft. Er war einer von nur acht WM-Versagern, die von Domenech-Nachfolger Laurent Blanc für die EM-Qualifikation wieder ins Nationalteam berufen wurden.

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Beim neuen Coach hat Malouda jedoch einen Stein im Brett, er bezeichnete ihn zuletzt als seinen besten Spieler. Ganz im Gegensatz zu Vorgänger Raymond Domenech, der die einstige Stammkraft Malouda pünktlich zu Frankreichs WM-Auftakt gegen Uruguay (0:0) auf die Bank setzte und ihn nur beim 0:2 gegen Mexiko von Beginn an brachte.

Nach der WM folgte Maloudas Abrechnung mit Domenech und seinen taktischen Vorgaben: "Ein Systemfehler hat zum Debakel geführt", erklärte er der "L'Equipe". Mit dem neuen Coach soll nun alles anders werden, davon ist auch er überzeugt: "Unter Laurent Blanc wird der Teamgeist wieder besser und der Erfolg zurückkehren."

Ancelotti reanimierte den Goalgetter in Malouda

Auch beim FC Chelsea hat Malouda seinen Lieblings-Coach bereits gefunden: Mit der Verpflichtung von Carlo Ancelotti im Juni 2009 begann auch Malouda bei den Blues aufzublühen.

Unter dem Italiener avancierte er zum Torjäger, erzielte zwölf Treffer und wurde neben Frank Lampard zum großen Leistungsträger im Chelsea-Mittelfeld. Eine solche Form erreichte er zuletzt in seiner Abschieds-Saison bei Olympique Lyon, als ihm zwölf Treffer in 42 Pflichtspielen gelangen.

In der laufenden Spielzeit netzte er bereits sechsmal in den ersten sechs Ligaspielen ein. Genau so oft, wie in 31 Premier-League-Partien unter Luiz Felipe Scolari und Guus Hiddink in der Saison 2008/2009, wo er zeitweise schon als aussortiert galt.

"Malouda in rampaging form"

"Florent Malouda in rampaging form" titelte der "Guardian" nach dem 2:0 gegen Stoke City auf seiner Internetseite. Die sinngemäße Übersetzung von "rampaging" findet sich in diesem Fall irgendwo zwischen bestechend und zerstörerisch.

Der Dank für diesen Leistungsanstieg gebührt auch Ancelotti, dessen ist sich Malouda bewusst: "Mit unserem neuen Trainer haben wir uns weiterentwickelt und sind wie eine große Familie geworden", verriet er in der "Sun".

Dementsprechend ambitioniert geht er auch in die noch junge Spielzeit: "In dieser Saison ist alles möglich. Wir müssen uns vor niemandem verstecken. Wir können jeden schlagen und das Ziel muss der Champions-League-Sieg sein."

Bewährungsprobe Arsenal

Doch zunächst gilt es, sich in der Liga an der Spitze festzusetzen. Doch nach dem Rückschlag bei Manchester City (0:1) wartet mit dem FC Arsenal nun der nächste Top-Gegner.

Für Chelsea wird das Spiel zum Prüfstein, denn in der laufenden Saison gelangen Siege nur gegen die kleinen Teams der Premier League. Gegen Manchester United im Community Shield (1:3) oder die Citizens am vergangenen Spieltag musste man sich geschlagen geben.

Auch Malouda persönlich muss in dieser Partie beweisen, dass er auch trifft, wenn es darauf ankommt. Hintergrund: Seine sechs Tore in der laufenden Saison erzielte er allesamt bei den lockeren Dreiern (zwischen 2:0 und 6:0) gegen Wigan, West Bromwich und Co.

In der vergangenen Spielzeit zeigte sich meist das gleiche Bild: Bei Kantersiegen netzte Malouda fröhlich ein, gegen Top-Gegner hielt er sich vornehm zurück. Damit wird das Highlight des 6. Premier-League-Spieltags gleich zur doppelten Bewährungsprobe - für Malouda und für Chelsea.

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