Mikro-Panne: Boss der Saudi-Liga lästert über Fragen zum "verdammten Sportswashing"

Von Falko Blöding
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Michael Emenalo, Sportchef der Saudi Pro League, ist während eines Interviews mit dem schwedischen TV-Sender SVT für die Dokumentation "Saudi-Arabien - das neue Mekka des Fußballs" ein Fauxpas unterlaufen. Als der ehemalige Funktionär des FC Chelsea dachte, sein Mikrofon sei ausgeschaltet, lästerte er über kritische Fragen zum Sportswashing in Saudi Arabien.

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SVT veröffentlichte besagte Szene anschließend. Emenalo ist dabei während einer Pause des Interviews in einem anderen Raum zu sehen, als er auf Englisch sagt: "Always about sports-washing, sports fucking washing" ("Immer geht es um Sportwashing, das verdammte Sportwashing").

Als ihn jemand darauf hinweist, dass sein Mikrofon noch an sei, fragt Emenalo: "Konnten sie meine Beleidigungen hören?" "Nein", beschwichtigt ihn die andere Person.

Emenalo: Saudi-Liga ein "wunderbares Projekt"

Emenalo, ehemaliger nigerianischer Nationalspieler, ist seit dem vergangenen Sommer als Technischer Direktor für die Entwicklung der Saudi Pro League zuständig. Häufig muss er sich dabei Fragen zu eben jenem Sportswashing stellen, das viele Kritiker Saudi-Arabiens Herrschern durch das Kaufen großer Stars unter massivem Geldeinsatz unterstellen.

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So auch in jenem Gespräch mit SVT. Da sagt Emenalo zunächst deutlich diplomatischer als in der Interviewpause: "Wir leben in einer Welt, in der die Menschen das Recht haben, ihre Meinung zu äußern. Ich bin kein Politiker und ich bin nicht die Sittenpolizei. Meine Aufgabe ist es, hierher zu kommen und bei einem wunderbaren und ehrgeizigen Projekt zu helfen und eine wettbewerbsfähige und unterhaltsame Liga zu schaffen, auf die die Menschen im Königreich stolz sind."

Mittlerweile sollen mehrere der hochbezahlten Stars in Saudi-Arabien unzufrieden sein, Jordan Henderson hat sich bereits von Al-Ettifaq nach sechs Monaten Richtung Ajax Amsterdam verabschiedet. Eine grundsätzliche Unzufriedenheit sieht der 58-Jährige aber nicht. Vielmehr sei es "leicht, unnötige Gerüchte zu verbreiten".