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Fussball

Real Madrid ausgestochen: Wie der FC Chelsea den Havertz-Poker für sich entschied

Von Nizaar Kinsella
Kai Havertz hätte wohl auch bei Real Madrid landen können, spielt jetzt aber für Chelsea.

Real Madrid bekommt es in der Champions League mit Chelsea und Kai Havertz zu tun. Ohne Pandemie würde er heute vielleicht das Real-Trikot tragen.

Die Corona-Pandemie traf auch die Sportwelt hart, wirbelte die Branche durcheinander und stellte das Schicksal von Vereinen, Spielern und Trainern auf den Kopf. Das galt insbesondere für Kai Havertz.

Vor dem Beginn der globalen Krise zeigte er exzellente Leistungen für Bayer Leverkusen und weckte Begehrlichkeiten bei internationalen Topklubs. Real Madrid, FC Barcelona, Bayern München - die Liste namhafter Interessenten war lang.

Havertz-Transfer: 80 Millionen Euro zu viel für Real

Ein Wechsel nach Spanien stand im Raum, Havertz zeigte sich beeindruckt ob der Entwicklung von Toni Kroos, die dieser bei den Königlichen genommen hatte. Kontakt zwischen Spieler- und Vereinsseite gab es bereits. Doch dann kam Corona und veränderte alles.

Ursprünglich forderte Bayer 04 für das Supertalent 100 Millionen Euro, mindestens 80 Millionen Euro sollten es aber bitte sein. Selbst für große Klubs wie den 13-maligen Champions-League-Sieger aus der spanischen Hauptstadt war das in solchen Zeiten kein Kleingeld, auch wenn die Forderungen keineswegs abwegig waren.

"80 Millionen Euro sind zwar viel Geld, aber im Vergleich zu anderen Transfers ist das mehr als gerechtfertigt", so der ehemalige Leverkusen-Geschäftsführer Wolfgang Holzhauser zu SPOX und GOAL zur Zeit der Verhandlungen im Sommer 2020.

Chelsea schlägt bei Havertz zu

Anders als Real Madrid konnte sich Chelsea den umworbenen Akteur jedoch leisten. Über 260 Millionen Euro gaben die Blues vor zwei Jahren für neue Spieler aus, Havertz wurde nach monatelangen Verhandlungen mit einer kolportierten Ablösesumme von rund 80 Millionen Euro inklusive Bonuszahlungen zum Königstransfer.

Sein Start in London verlief allerdings holprig, eine Corona-Infektion warf den Neuzugang zunächst zurück. Mit der Übernahme des Traineramts durch Thomas Tuchel im Januar 2021 steigerte sich auch der mittlerweile 22-Jährige.

"Er ist kein Mittelstürmer, sondern das, was man einen Neuneinhalber nennt. Er ist mehr als ein Neuner. Er driftet in weite Bereiche ab, spielt in die Tiefe, kommt aber auch in den Strafraum, so wie er es bisher getan hat", analysiert der ehemalige Chelsea-Akteur und -Trainer Glenn Hoddle bei SPOX und GOAL.

Kai Havertz: Mit Tuchel kam der Aufschwung

Nach seinen Treffern im Champions-League-Finale und im Endspiel der Klub-WM soll Havertz auch im Heimspiel gegen Real Madrid am Mittwoch (21 Uhr im LIVETICKER) eine Schlüsselrolle zukommen. Seinen Platz in der Startelf dürfte er noch vor Rekordeinkauf Romelu Lukaku sicher haben.

"Kai hat wirklich gut für Chelsea gespielt. Er scheint zu Chelseas Spielweise zu passen, die ihm sehr entgegenkommt. Er scheint die Verteidiger immer in Verlegenheit zu bringen. Er ist fantastisch, sowohl gegen den Ball als auch mit dem Ball. Sein gesamtes Spiel war in letzter Zeit fantastisch. Er hat sich gerade erst eingelebt", lobt der langjährige Chelsea-Profi Shaun Wright-Phillips vor dem Spiel gegenüber SPOX und GOAL.

Vielleicht hat es etwas gedauert, aber mittlerweile erweckt es den Anschein, als sei der deutsche Nationalspieler in England angekommen. Und Real Madrid wird sich möglicherweise fragen, was wohl ohne die Corona-Pandemie gewesen wäre.

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