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Fussball

Julian Alvarez explodiert bei River Plate: Welchem europäischen Spitzenklub geht "die Spinne" ins Netz?

Von Stanislav Schupp
Julian Alvarez ist in Südamerika in aller Munde und Europas Spitzenklubs sind längst alarmiert. Wer ist Argentiniens neue Sturmhoffnung?

Julian Alvarez ist in Südamerika in aller Munde und Europas Spitzenklubs sind längst alarmiert. Wer ist Argentiniens neue Sturmhoffnung?

Marcelo Gallardo war mehr oder weniger gezwungen, ihn einzusetzen. Nach dem ablösefreien Wechsel von Rafael Borre zu Eintracht Frankfurt und dem verletzungsbedingten Ausfall von Mittelstürmer Matias Suarez herrschte bei River Plate akuter Personalmangel in vorderster Front. Also hörte der Cheftrainer der Argentinier vor einigen Monaten auf seine Intuition und brachte den 21-jährigen Alvarez. Es sollte sich auszahlen.

15 Tore und sechs Assists stehen für den Stürmer nach bislang 16 Ligaspielen dieser Saison zu Buche. Alvarez trifft nach Belieben und ist aus der Mannschaft der Millonarios längst nicht mehr wegzudenken.

Der Angreifer, der aufgrund des mit seinen Händen geformten Spinnennetzes beim Torjubel den Spitznamen "die Spinne" verpasst bekam, besticht durch ein starkes Eins-gegen-eins-Spiel, viele Tiefenläufe und einen explosiven Antritt. Der gelernte Mittelstürmer kann dabei auch die Positionen auf den Flügeln bekleiden.

Die Leistungen des jungen Argentiniers haben sich innerhalb kürzester Zeit bereits über die Grenzen Südamerikas hinaus herumgesprochen. Die Top-Klubs stehen Schlange für die neue Sturmhoffnung des Landes.

Alvarez: Nach zehn Jahren ein zweiter Anlauf bei Real?

Real Madrid, Ajax Amsterdam, Aston Villa, die beiden Mailänder Klubs und Juventus Turin werden derzeit als Interessenten gehandelt. Atletico Madrid soll laut Mundo Deportivo ebenfalls ein Kandidat sein. Im Sommer brachte die argentinische Sportzeitung Ole Alvarez mit Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen in Verbindung. Die Werkself tätigte in jüngster Vergangenheit bereits mit Lucas Alario und Exequiel Palacios erfolgreiche River-Transfers.

Juve soll laut ESPN bereits ein Angebot für das kommende Transferfenster vorbereiten. Nach Informationen von SPOX und Goal allerdings beobachtet die Alte Dame Alvarez zwar, ein Angebot ist mit Blick auf die aufstrebenden eigenen Youngster Moise Kean und Kaio Jorge jedoch erstmal nicht geplant.

Real hätte für Alvarez einen besonderen Reiz. Vor zehn Jahren wagte er schon einmal einen Versuch in der spanischen Hauptstadt.

"Als ich elf Jahre alt war, habe ich mit der Real-Jugend im Rahmen eines vierwöchigen Probetrainings ein Nachwuchsturnier absolviert", erzählte Alvarez später der argentinischen Tageszeitung Clarin. Alvarez überzeugte, traf in fünf Partien zweimal und gewann mit den Nachwuchs-Blancos das Turnier.

Geholfen hat ihm das alles allerdings erstmal nichts. Aufgrund einer Transferbeschränkung hätte Real Alvarez erst mit 13 Jahren unter Vertrag nehmen dürfen. Zwei Jahre Wartezeit in Madrid, ein kompletter Umzug nach Spanien samt Jobsuche waren für die Alvarez-Familie schließlich zu viel. Als kleinen Trost gab es bei einem Ausflug zu einem Spiel ins Estadio Santiago Bernabeu immerhin Fotos mit Sergio Ramos, Angel Di Maria und Gonzalo Higuain.

Mit Verspätung könnte es laut Mundo Deportivo nun mit einem Engagement bei Spaniens Edelklub doch noch klappen.

"Spinne" Alvarez und die Leistungsexplosion

Die Tatsache, dass sein bis Dezember kommenden Jahres datierter Vertrag eine Ausstiegsklausel in Höhe von 25 Millionen Euro enthält, bringt zusätzliche Brisanz in die Personalie.

Dass Alvarez bei River Plate, wo er in der Jugend groß und vor knapp drei Jahren zu den Profis hochgezogen wurde, einen derartigen Karriereverlauf nimmt, hat sich zunächst nicht abgezeichnet. Sein Profidebüt gab Alvarez bereits im Oktober 2018, anschließend aber setzte Gallardo ihn nur sporadisch ein - bis zu diesem Sommer.

Insgesamt weist Alvarez in bisher 90 Spielen für Rivers Profis 54 direkte Torbeteiligungen auf (31 Tore, 23 Assists).

Julian Alvarez: Ibra oder Lautaro? Hauptsache seriös

Alvarez' Berater Fernando Hidalgo möchte vom Hype und den Spekulationen allerdings nichts wissen, bescheinigt seinem Schützling allerdings sehr wohl die nötige Qualität, um in naher Zukunft den Schritt zu einem europäischen Spitzenklub zu wagen. "Im Moment haben mich weder Inter noch Milan angerufen", erklärte er bei FC Inter News und schob nach: "Ich werde jetzt nicht für Inter werben. Ich denke aber, dass Julian gut zu Lautaro Martinez, aber auch zu Zlatan Ibrahimovic passen würde. Das Wichtigste ist, dass es ein seriöser Verein ist."

Alvarez sei "jetzt schon bereit, sich bei jedem europäischen Spitzenverein zu beweisen." Schließlich habe er bereits zwei Profi-Spielzeiten mit einem namhaften Klub wie River hinter sich.

Rivers Vizepräsident Jorge Brito sieht das komplett anders. Vielmehr setzen die Argentinier alles daran, mit dem fünfmaligen Nationalspieler zu verlängern und die Klausel zu erhöhen - und vor allem das Gespräch mit Hidalgo suchen. "Alvarez ist jung, er hat sich weiterentwickelt, die ganze Welt spricht über ihn", gab er bei Fichajes.net zu. Mit Blick auf die anstehende Weltmeisterschaft im kommenden Jahr sei "die Zeit noch nicht gekommen, um sich von ihm zu verabschieden."

Sicher ist aktuell nur: Wenn Alvarez diesmal nach Europa kommt, dann für längere Zeit - und sicher nicht, um Fotos mit Ramos und Co. zu machen.

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