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Fussball

Auch EU-Kommission gegen Fußball-WM im Zweijahres-Rhythmus

SID
Der Grieche Margaritis Schinas ist seit Ende 2019 Vizepräsident der EU-Kommission.

Als erstes politisches Schwergewicht hat sich die Europäische Kommission gegen die Pläne des Fußball-Weltverbandes FIFA für eine Verkürzung des WM-Rhythmus von vier auf zwei Jahre gestellt. "Ich teile die Zweifel der nationalen Fußball-Verbände in Europa an der Möglichkeit einer alle zwei Jahre stattfindenden Fußball-WM", sagte Kommissions-Vizepräsident Margaritis Schinas am Donnerstag.

Aus Sicht des Stellvertreters der deutschen Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen verfolgt die FIFA mit ihrem Vorstoß nur finanzielle Ziele. "Europa ist das Epizentrum des Fußballs in der Welt, und wir haben die Pflicht, ein Modell zu bewahren, das die Interessen der Fans, das Wohlergehen der Spieler und die allgemeine Logik des globalen Sportkalenders respektiert und nicht nur kommerzielle Interessen", sagte der Grieche.

Schinas liegt mit seiner Ablehnung des FIFA-Zukunftsprojektes auf einer Linie mit dem Europa-Verband UEFA. Die kontinentale Dachorganisation hatte erst am vergangenen Mittwoch ihre Kritik an den WM-Plänen der FIFA und die intransparente Vorgehensweise des Weltverbandes nachdrücklich unterstrichen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) unterstützt laut eines Präsidiumsbeschlusses vom vergangenen Freitag "uneingeschränkt" die UEFA-Position, "wonach eine Entscheidung in einer so wichtigen Angelegenheit nicht ohne die Zustimmung der europäischen Verbände und des europäischen Fußballs getroffen werden darf".

Die Skepsis auf europapolitischer Ebene gegenüber einer Änderung des über 90 Jahre alten WM-Rhythmus soll neben Schinas auch das Europaparlament dokumentieren. In einem Zusatz einer fraktionsübergreifenden Resolution zur EU-Sportpolitik, über die Ende Oktober abgestimmt werden soll, ist laut derzeitigem Entwurf auch die Forderung der Abgeordneten an internationale Sport-Organisationen enthalten, "die etablierten Zeitabstände von internationalen Wettbewerben, besonders Europa- und Weltmeisterschaften, zu respektieren".

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