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Fussball

Lothar Matthäus: "Ich kenne keinen Bayern-Spieler, der sich über Belastung aufregt"

Von Max Schrader
Lothar Matthäus hat die Diskussion um die Überbelastung der Spieler kritisiert.

Lothar Matthäus sieht aktuell keine zu große Belastung der Spieler im Fußball. Der Rekordnationalspieler spricht sich zudem für eine Aufstockung der Weltmeisterschaft auf 64 Teams aus - unter einer Bedingung.

"Ich kenne keinen Bayern-Spieler, der sich über Belastung aufregt. Die mögen es sogar, mittwochs und samstags ein Match zu spielen und weniger zu trainieren. Das ist die Bayern-DNA", sagte er im Interview mit der österreichischen Tageszeitung Der Standard. "Wir haben früher auch nicht geweint, hatten zudem weniger Spieler."

Eine Rotationen mit "22 fast gleichwertigen Spielern" sei früher nicht möglich gewesen, führte er aus. "Da waren 13 Profispieler für die erste Mannschaft, der Rest bestand aus Nachwuchsspielern. Sicher, der Fußball ist schneller, athletischer geworden. Dafür gibt es die Möglichkeit, fünfmal pro Spiel zu wechseln. Diese Belastung kann man mit all den heutigen Möglichkeiten ganz gut steuern."

Hinsichtlich der neuen Bundesliga-Saison erklärte er: "Die Favoritenrolle ist nicht mehr so deutlich wie in den Jahren zuvor." Durch die Abgänge von David Alaba, Jerome Boateng und Javi Martinez hätten die Bayern "Qualität auf dem Platz verloren". Er sei der Meinung, dass sich "die Hierarchie und Stimmung in der Kabine ändern" werde: Der Druck würde "auf den Schultern der Großen" liegen.

Matthäus fordert Aufstockung der WM auf 64 Teams

Im Rückblick auf die kürzlich beendete EURO 2020 sagte der Rekordnationalspieler: "Mit dem deutschen Fußball können wir seit der WM 2018 nicht zufrieden sein. Das ist nicht die Mannschaft, die wir erwarten. Es war kein moderner Fußball. Ballbesitz ist nicht mehr gefragt. Es geht um ein Umschaltspiel, schnelle Vorstöße in den Strafraum und darum, Positionen mit Qualität zu besetzen. Das hat die Mannschaft nicht geschafft, sie ist verdient ausgeschieden."

Eine erneute Spitze gegenüber Ex-Bundestrainer Joachim Löw konnte er sich dabei nicht verkneifen. Der habe "nicht den Fußball spielen lassen, den es heutzutage braucht, um gegen die Besten zu bestehen."

Matthäus forderte zudem eine Aufstockung der Weltmeisterschaft auf 64 Teams. "Mit 64 Mannschaften und einem K.-o.-Modus von Beginn an führt der Weg zum Titel über sechs Spiele. Derzeit sind es sieben. Klar, für 32 Mannschaften bedeutete dies ein schnelles Ende", sagte er. Die Abschaffung der Gruppenphase wäre allerdings ein Vorteil: "Die Gruppenspiele bei der EM waren nur Geplänkel. Danach ging es zur Sache, spannend und qualitativ hochwertig."

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