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Fussball

Real Madrids Präsident Florentino Perez ätzt gegen Champions League: "Bis dahin sind wir längst tot"

Von SPOX/SID
Real Madrids Präsident Florentino Perez ist eine der treibenden Kräfte bei der Gründung der Super League.

Real Madrids Präsident Florentino Perez hat die Gründung der Super League mit markigen Worten verteidigt: Die Champions League sei in ihrer jetzigen Form nicht attraktiv, Fans würden Spiele gegen kleine Klubs ablehnen. Die Einnahmen aus der Königsklasse würden auch die großen Vereine nicht vor dem Ruin retten können. Konsequenzen für die zwölf abtrünnigen Klubs und deren Spieler befürchtet er nicht. Außerdem hat er radikale Idee, um den Fußball attraktiver zu machen.

"Die Champions League ist erst ab dem Viertelfinale interessant, vorher nicht wirklich", betonte Perez (74), der erst kürzlich bis 2025 als Präsident der Königlichen bestätigt worden war und jetzt zusätzlich Kopf der neuen Elite-Liga ist, bei El Chiringuito im spanischen Fernsehen. "Aber wenn wir die ganze Saison über fünf Spiele am Dienstag und Mittwoch hätten, wäre das unaufhaltsam."

Partien wie Real Madrid gegen Manchester United oder FC Barcelona gegen Milan seien "attraktiver als Manchester gegen einen kleinen Klub". Dabei müsse man an die weltweiten Fans denken, betonte er: "Wir haben Fans in Singapur, in China, auf der ganzen Welt, das sieht man in den sozialen Medien. Das bringt das Geld rein." Er drängte auf einen Wandel im Fußball. "Wir müssen darüber nachdenken, warum die 16- bis 24-Jährigen nicht mehr am Fußball interessiert sind."

Zwölf Größen des internationalen Fußballs, darunter alle englischen Giganten sowie Real Madrid und der FC Barcelona, haben die Gründung einer von der UEFA unabhängigen Super League angekündigt. Alle diesjährigen deutschen Starter in der Champions League (Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach) wollen nicht mitmachen.

Perez bezeichnete das Format als Retter des europäischen Fußballs. "Die sagen, es ist eine Liga für die Reichen. Aber das ist nicht wahr. Es ist eine Liga, um den Fußball zu retten", betonte er. "Das Geld geht an alle, es ist eine Pyramide. Wenn die oben Geld haben, rieselt es runter."

Real-Präsident Perez: "Bis 2024 sind die Klubs längst tot"

Er drängte auf einen Wandel im Fußball, sagte Perez. Es gebe in der Champions League zu viele Spiele auf schlechtem Niveau, "und es gibt andere Plattformen der Unterhaltung", fuhr der 74-Jährige fort.

Das Milliarden-Projekt, angeschoben durch die US-Investmentbank JPMorgan, war international auf starke Ablehnung gestoßen. Die UEFA hatte ihrerseits eine Reform der Königsklasse auf den Weg gebracht und den abtrünnigen Klubs und deren Spielern mit Konsequenzen wie dem Ausschluss von der EM oder der Champions League gedroht.

Die Reform sei allerdings nicht genug, um die durch die Corona-Pandemie gebeutelten Klubs zu retten, sagte Perez. "Mit den derzeitigen Einnahmen aus der Champions League sterben wir. Weniger Zuschauer bedeuten weniger Geld. Wir alle sterben, die großen Klubs, die mittleren, die kleinen. Sie sagen, das neue Champions-League-Format kommt 2024, aber bis dahin sind wir längst tot."

Von möglichen Sanktionen ließ sich Perez dabei nicht beirren. "Madrid wird nicht aus der Champions League geschmissen, definitiv nicht", sagte der mächtige Klubboss, "auch nicht Manchester City oder sonst wer. Das ist unmöglich. Auch die Spieler können ruhig bleiben." Der UEFA bescheinigte er "kein gutes Image. Ich will Dinge, die bei der UEFA passiert sind, nicht erwähnen, aber sie muss einen Dialog führen und nicht drohen."

Florentino Perez: Fußballspiele zu lang für junge Leute

Der Real-Boss machte sich außerdem Sorgen darum, die junge Generation als Fußballfans zu verlieren. "Wir müssen darüber nachdenken, warum 40 Prozent der 16- bis 24-Jährigen nicht mehr am Fußball interessiert sind", sagte er. "Warum das so ist? Weil zu viele Spiele nicht das Niveau haben, und sich ihnen andere Möglichkeiten der Unterhaltung bieten."

Das sei die Realität, betonte er: "Sie sagen, die Spiele sind zu lang. Wir müssen etwas ändern, wenn wir den Fußball am Leben halten wollen. Manchmal verstehen wir unsere Kinder und Enkel nicht." Seine Lösung: "Wenn junge Leute sich kein ganzes Spiel anschauen, dann ist es nicht interessant genug - oder wir müssen die Spiele verkürzen." Es gebe Partien, die selbst er nicht komplett schauen könne.

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