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Die Top 10 der Ballon-d'Or-Verleihung im Fakten-Check: Aufregung um Lewandowski berechtigt?

Robert Lewandowski hat bei der Ballon-d'Or-Verleihung den achten Platz belegt.

Das Echo auf die Ballon-d'Or-Verleihung ist auch 2019 riesig. Lionel Messi hat seinen sechsten goldenen Ball eingeheimst und ist damit alleiniger Rekordsieger. Wie jedes Jahr gab es auch diesmal heftige Diskussionen um die Legitimität des Siegers, aber auch des gesamten Rankings. SPOX und Goal nehmen die Top 10 genauer unter die Lupe und machen den Fakten-Check.

Als "schlechter Witz", "lächerlich" und "heiße Luft" wurde die Ballon-d'Or-Verleihung in diesem Jahr abgestraft. Es ist nichts Neues. Ein Ranking von Einzelspielern in einem Mannschaftssport wird nie objektiv oder sinnvoll - vor allem bei solch verschiedenen Positionsanforderungen. Es soll aber ja auch polarisieren, damit sich der ganze Aufwand lohnt.

Also werden 30 vom Magazin France Football ausgewählte Spieler von 176 abstimmenden Journalisten aus aller Welt sortiert und die Nummer eins erhält in einer bedeutungsschwangeren Zeremonie einen goldenen Ball. Bang! Startschuss.

Am Stammtisch, in der Schule, in der Supermarkt-Schlange oder in Sport-Redaktionen: Jetzt wird diskutiert! Ist dieses Ranking gerechtfertigt? Hätte Robert Lewandowski nicht mehr Punkte verdient? Was macht Cristiano Ronaldo auf dem Treppchen?

Zur Erinnerung, nach diesen drei Kriterien sollen die auserwählten Journalisten laut France Football entscheiden:

  • Individuelle und kollektive Leistungen (Erfolgsbilanz) während des Jahres
  • Individuelle Klasse des Spielers (Talent und Fairplay)
  • Karriere des Spielers

Zu welchen Teilen die Juroren die Kriterien gewichten, bleibt ihnen überlassen. So würde ein Messi die Wahl wohl gegen 90 Prozent aller Profis weltweit gewinnen, ohne auch nur eine Minute auf dem Feld gestanden zu haben. Es ist eine Abstimmung mit viel Interpretationsspielraum.

Einzeln lässt sich das Jahr eines Spielers aber bewerten. SPOX und Goal machen den Fakten-Check bei den besten zehn Spielern der Welt - laut Ballon d'Or 2019.

Platz 10: Riyad Mahrez (Manchester City, Algerien) - 33 Punkte

  • Spiele: 46
  • Torbeteiligungen (Tore/Assists): 28 (14/14)
  • Titel: Africa Cup, Premier League, FA Cup, League Cup
  • Abschneiden in der Liga: 1.
  • Abschneiden in der Champions League: Viertelfinale

"Es gibt eigentlich keinen Grund. Es tut mir leid, das ist alles, was ich dazu sagen kann." Pep Guardiola entschuldigte sich im Februar bei Mahrez, da dieser mehr Minuten verdiene. Die Gründe, warum er sie nicht bekam, hießen Bernardo Silva und Raheem Sterling.

Die Gründe gibt es immer noch. Doch Mahrez spielt mittlerweile wieder eine größere Rolle in Citys Rotation. Dennoch ist er längst nicht gesetzt, zu stark ist die Konkurrenz. Wenn Mahrez spielt, glänzt er. Er bringt City Durchsetzungsvermögen und Passsicherheit auf engstem Raum. In diesem Jahr hat er sich nochmals gesteigert.

Platz 9: Bernardo Silva (Manchester City, Portugal) - 41 Punkte

  • Spiele: 55
  • Torbeteiligungen (Tore/Assists): 33 (14/19)
  • Titel: UEFA Nations League, Premier League, FA Cup, League Cup
  • Abschneiden in der Liga: 1.
  • Abschneiden in der Champions League: Viertelfinale

Es ist sein Jahr. Silva fällt Guardiolas Überangebot zwar zwangsläufig immer wieder zum Opfer, auf den Portugiesen verzichtet Guardiola aber nur ungern. Der Katalane attestierte Silva Anfang des Jahres ein konstant perfektes Spiel. Der Linksfuß macht den Unterschied.

2019 sind 62 Prozent seiner Dribblings erfolgreich - eine sehr hohe Quote. Dazu ist er ähnlich ballsicher wie Mahrez und eine noch größere Waffe im Gegenpressing.

Platz 8: Robert Lewandowski (FC Bayern, Polen) - 44 Punkte

  • Spiele: 54
  • Torbeteiligungen (Tore/Assists): 58 (51/7)
  • Titel: Bundesliga, DFB-Pokal
  • Abschneiden in der Liga: 1.
  • Abschneiden in der Champions League: Achtelfinale

Wo stünde der FC Bayern in dieser Saison ohne ihn? 27 Tore in 21 Pflichtspielen. Hansi Flick bezeichnete seinen Tor-Garanten jüngst als beste Neun der Welt - nur wenige werden ihm widersprechen. 2019 landete fast jeder dritte Schuss des Polen auch im Netz.

Lewandowski legt unfassbare Zahlen auf, Gerd Müllers 40-Tore-Rekord könnte nach 48 Jahren tatsächlich fallen. Dennoch muss sich Lewandowski weiterhin die Kritik gefallen lassen, er würde in großen Spielen abtauchen. Neuestes Beweisstück: Das Champions-League-Achtelfinale gegen Liverpool.

Platz 7: Alisson Becker (FC Liverpool, Brasilien) - 67 Punkte

  • Spiele: 46
  • Spiele zu Null: 19
  • Titel: Copa America, Champions League, UEFA Supercup
  • Abschneiden in der Liga: 2.
  • Abschneiden in der Champions League: Sieger

Wie schwierig es ist, sich als Torhüter bei solchen Votings gegen Stürmer durchzusetzen, zeigte zuletzt der Fall Manuel Neuer vor fünf Jahren. Daher eine Dimension enger: Alisson gewann den Ballon d'Or Yashin Award für den besten Torhüter des Jahres.

Dabei ist der Brasilianer trotz der bärenstarken Saison von Marc-Andre ter Stegen über jeden Zweifel erhaben. Alisson hielt 73,8 Prozent aller Schüsse auf sein Tor. "Wenn ich gewusst hätte, dass er so gut ist, hätte ich auch das Doppelte für ihn bezahlt", sagte Jürgen Klopp über seinen 60 Millionen Euro teuren Keeper.

Platz 6: Kylian Mbappe (PSG, Frankreich) - 89 Punkte

  • Spiele: 43
  • Torbeteiligungen (Tore/Assists): 50 (36/14)
  • Titel: Ligue 1
  • Abschneiden in der Liga: 1.
  • Abschneiden in der Champions League: Achtelfinale

Man kann nicht oft genug betonen, wie jung Mbappe doch noch ist. 20 Jahre. Als Messi oder Ronaldo so jung waren, kamen sie nicht einmal auf die Hälfte der Torbeteiligungen von Mbappe.

PSG ist nicht Neymar oder MCN, PSG ist Mbappe. Er ist der wichtigste Offensivspieler des französischen Serienmeisters. Die Fußball-Welt ist sich einig: Mbappe bekommt noch seine goldenen Bälle.

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