Ehemalige Kontrolleure fordern: "Nehmt der FIFA das Spiel aus den Händen!"

SID
Die FIFA wurde von ehemaligen Kontrolleuren kritisiert
© getty

Drei ehemalige Mitglieder der Governance-Kommission des Weltverbandes FIFA haben die EU aufgefordert, die FIFA und andere internationale Sportverbände von außen zu kontrollieren.

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"Milliarden Fans verfolgen mit Leidenschaft ihre Sportarten oder üben sie selbst aus. Aber sie haben keine Möglichkeiten der Mitsprache in den Organisationen, die diese Sportarten kontrollieren. Jemand muss in ihrem Namen handeln, damit die Integrität des Sports geschützt wird", schrieben der Portugiese Miguel Poiraes Maduro, die Südafrikanerin Navi Pillay und der Amerikaner Joseph Weiler in ihrem Gastbeitrag für die FAZ: "Wir können das schöne Spiel nicht in den Händen einer hässlichen Kultur und Organisation belassen."

Die EU solle dabei eine Führungsrolle übernehmen. Eine unabhängige Agentur sollte Ethik- und Governancefragen, darunter die Integrität von Wahlen, überprüfen und beaufsichtigen.

Zudem sollte die Untersuchung krimineller Machenschaften im internationalen Sport und deren strafrechtliche Verfolgung eine der Prioritäten des künftigen Europäischen Staatsanwalts sein. Der Beitrag steht unter der Überschrift "Nehmt der FIFA das Spiel aus den Händen!".

Maduro war im Frühjahr auf Betreiben des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino als Vorsitzender der Governance-Kommission abgelöst worden. "Wie nun in der Öffentlichkeit bekannt ist, führte unsere Entscheidung, den russischen Vize-Ministerpräsidenten Mutko nicht zur Wahl des FIFA-Rats zuzulassen, zur Reaktion der FIFA-Führungsriege gegen unsere Unabhängigkeit", schrieben die Autoren.

"Die FIFA kann sich nicht aus eigener Kraft erneuern"

Mutko ist wegen des russischen Dopingskandals vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) lebenslang für Olympia gesperrt worden. Er ist aber weiter Vorsitzender des Organisationskomitees der WM-Endrunde 2018 und Präsident des russischen Fußballverbandes RFS.

Sie hätten ihre Bemühungen, die FIFA-Funktionäre zu kontrollieren, "ein wenig zu ernst genommen", schrieben Maduro, Pillay und Weiler. Die FIFA-Spitze um Infantino habe das unabhängige Agieren der Kontrolleure nicht akzeptieren können, da sie ihr eigenes Überleben in Gefahr sah.

"Daher lauten unsere Schlussfolgerungen: Die FIFA kann sich nicht aus eigener Kraft erneuern, solange die Verantwortlichen für eine solche Reform für den Behalt ihrer Posten von denjenigen abhängig sind, die sie eigentlich leiten sollen, und solange unabhängige Kontrollinstanzen nach Belieben entfernt werden können von denjenigen, die sie überwachen sollen."

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