Auf den Spuren von Lukaku und Benteke

Von Christina Stelzl
Landry Dimata spielt beim belgischen Erstligisten KV Oostende
© imago

Landry Dimata vom belgischen Erstligisten KV Oostende hat bereits neun Tore in der aktuellen Saison geschossen und gilt als eines der vielversprechendsten Talente des einheimischen Fußballs. Seine Spielweise erinnert stark an die zweier Landsleute. Kein Wunder, dass die Gerüchte um den 19-Jährigen nicht abreißen. Dem Berater zufolge sind gut ein Dutzend Vereine an ihm dran.

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Flanke in den Strafraum, auf Höhe des Fünferecks lauert Landry Dimata. Der bullige Stürmer steigt hoch und wuchtet den Ball kompromisslos in die Maschen. Der Anschlusstreffer Mitte Oktober gegen KV Kortijk markiert nicht nur Dimatas erstes Tor in Belgiens höchster Spielklasse, sondern dient gleichzeitig als Schablone für seine Spielweise.

Denn der Strafraum ist sein Hoheitsgebiet. Alle seiner mittlerweile neun Saisontore erzielte der 19-jährige Shootingstar im Sechzehner, fast die Hälfte davon per Kopf.

Gleich in seiner Debütsaison in der ersten Liga zählt der Stürmer des KV Ooostende zu den Leistungsträgern des Teams. Folgerichtig stand der Neuzugang bereits am ersten Spieltag der Jupiler Pro League in der Startelf. Und das Juwel zahlt das Vertrauen zurück: Mit neun Saisontreffern und zwei Torvorlagen führt der Mittelstürmer die interne Scorerliste an.

Nicht nur aufgrund seiner Spielweise, seiner bulligen Körperstatur sowie seiner kongolesischen Abstammung erinnert der 1,85 Meter große Dimata an die großen Namen des belgischen Fußballs, nämlich Romelu Lukaku und Christian Benteke. Vor allem seine Spielweise erinnert an seine Landsmänner.

Naturgemäß sticht der Angreifer mit dieser Statur seine Gegenspieler beim Kopfballduell regelmäßig aus. Dank seiner Robustheit ist der Angreifer stets anspielbar und stellt seine Gegenspieler mit seiner Beidfüßigkeit reihenweise vor große Probleme.

"Spieler wird nach England oder Italien wechseln"

Kein Wunder, dass nach weniger als acht Monaten bereits vieles auf einen Abschied aus Oostende deutet. Laut seinem Berater Didier Frenay seien mittlerweile zehn bis zwölf Vereine an ihm interessiert. Einen Wechsel seines Schützlings, der vertraglich noch bis 2020 gebunden ist, kann sich Frenay gut vorstellen. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Spieler im Sommer nicht mehr für seinen jetzigen Verein spielt."

Auch den Scouts der Bundesliga ist der Belgier ein Begriff, schon früh wurde der VfL Wolfsburg dem Vernehmen nach auf den Shootingstar aufmerksam. Bereits im Sommer 2016 waren die Wölfe an dem damals noch 18-jährigen Dimata interessiert. Angeblich lernte er sogar schon das Vereinsgelände des VfL kennen.

Der Youngster entschied sich aber für einen Wechsel innerhalb der belgischen Liga von der Reserve Standard Lüttichs zu seinem aktuellen Arbeitgeber. In Lüttich stieß diese Entscheidung freilich nicht nur auf Gegenliebe. "Landry ist ein guter Spieler", sagte Daniel van Buyten, der bis vor wenigen Tagen Spielerberater bei Standard war. Der ehemalige Nationalspieler erkannte früh das Potential seines Landsmanns und wollte ihn immer wieder zu den Profis hochziehen, doch letztlich bekam Dimata keine Bewährungschance.

Seine Mutter hat "eine halbe Stunde geweint"

In einem Gespräch mit seiner Mutter, die "eine halbe Stunde geweint" hatte, versprach der ehemalige Bayern-Profi, "alles zu tun, um ihn bei Standard zu halten".

Dieses Vorhaben missglückte und so wechselte der aktuelle belgische U-21-Nationalspieler nach nur einem Jahr für magere 500.000 Euro nach Oostende. Die jüngsten Erfolge geben ihm Recht. Es sei "eine große Ehre, Stürmer von Oostende zu sein" und mittlerweile habe er sich "den Respekt der Gegner" erarbeitet.

Nach den überzeugenden Auftritten in der laufenden Spielzeit jagt ihn mittlerweile halb Europa, Medienberichten zufolge soll die Ablösesumme mittlerweile schon bei sieben Millionen Euro liegen. Viel Holz für einen Spieler, der sich bislang in keiner internationalen Top-Ligen empfehlen konnte. Auch mit der Autostadt wurde Dimata im Winter abermals in Verbindung gebracht.

Folgt Dimata Lukaku und Benteke?

Allerdings entpuppten sich diese Meldungen als Ente. "Der Spieler wird nach England oder Italien wechseln", sagte der Berater des 19-jährigen gegenüber der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung. "Wir kennen den Spieler, aber da ist nichts dran", stellte auch Wolfsburgs Sportdirektor Olaf Rebbe klar.

Trotz der Absage an die Bundesliga scheint ein Verbleib in Belgien ausgeschlossen. Schenkt man seinem Berater Glauben, stehen die Chancen nicht schlecht, dass der Jungspund seinen Landsmännern Lukaku (Everton) und Benteke (Crystal Palace) auf die Insel folgt. Dann muss er beweisen, dass er auch gegen englische Kanten den Strafraum zu seinem Hoheitsgebiet erklärt.

Landry Dimata im Steckbrief

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