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Fussball

Ali fordert "sofortige Veröffentlichung"

SID
Der im Herbst 2014 erstellte Garcia-Report enthält die Ermittlungsergebnisse der Ethikkommission
© getty

Rund zwei Monate vor der geplanten Wahl eines neuen Präsidenten für den Weltverband FIFA hat der jordanische Kandidat Prinz Ali bin Al Hussein erneut die "sofortige Veröffentlichung" des so genannten Garcia-Reports gefordert.

Auf einer Sport-Konferenz in Dubai begründete Prinz Ali seine Forderung in Anwesenheit seines Konkurrenten Gianni Infantino (Schweiz) damit, dass die Bewerber um die Nachfolge des gesperrten Schweizers Joseph S. Blatter und die Öffentlichkeit gleichermnaßen "wissen müssen, was in der FIFA passiert ist".

Der im Herbst 2014 erstellte Garcia-Report enthält die Ermittlungsergebnisse der FIFA-Ethikkommission zu den weiterhin kursierenden Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit der Vergabe der WM-Turniere 2018 an Russland und 2022 an Katar.

Für die Spruchkammer der Kommission waren im November vergangenen Jahres die vorgelegten Erkenntnisse für die Verhängung von Sanktionen gegen Russland oder Katar nicht ausreichend. FIFA-Chefermittler Michael J. Garcia (USA) widersprach dieser Beurteilung umgehend öffentlich und trat nach vergeblichen Einsprüchen bei der FIFA-Disziplinarkommission zurück.

Tatsächlicher Wille entscheidend

Internationale Forderungen nach Veröffentlichung des Reports blieben bislang unerfüllt. Eine FIFA-Sprecherin wies nach Alis Aussagen in Dubai am Sonntag darauf hin, dass der Freigabe nach Abschluss laufender Ethik-Verfahren wegen der Ermittlungsergebnisse nichts im Wege stehen würde. Die FIFA-Exekutive hatte der Veröffentlichung bereits vor Jahresfrist zugestimmt.

Infantino plädierte hingegen für mehr Transparenz bei der Dokumentation derzeitiger und künftiger Geldflüsse. "Das wäre die wichtigste Reform bei der Reform. Wenn man einmal weiß und klar dokumentiert, woher das Geld kommt und wohin es geht, sind 95 Prozent der realen und gefühlten Probleme der FIFA gelöst", meinte der Generalsekretär der UEFA.

Aus Sicht von Prinz Ali, der im vergangenen Mai auf dem FIFA-Kongress in Zürich erfolglos gegen Blatter kandidiert hatte, ist unabhängig von den Inhalten geplanter Reformen der tatsächliche Wille zu Veränderungen bei der FIFA und ihren Mitgliedsverbänden von entscheidender Bedeutung: "Es gibt viele gute Vorschläge, die mir allerdings noch nicht weit genug gehen. Aber das Hauptproblem sind nicht die Vorschläge, sondern die Möglichkeiten für ihre Umsetzungen."

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