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Fussball

Allianz Arena in Regenbogenfarben als Zeichen gegen Ungarns Politik: Münchner Sportbürgermeisterin will "nicht tatenlos zusehen"

Von Ulli Ludwig und Kerry Hau
Die Münchner Allianz Arena soll am letzten Spieltag der EM-Gruppe F zwischen Deutschland und Ungarn am Mittwochabend in Regenbogenfarben leuchten.

Die Münchner Allianz Arena soll am letzten Spieltag der EM-Gruppe F zwischen Deutschland und Ungarn am Mittwochabend (21.00 Uhr im LIVETICKER) in Regenbogenfarben leuchten, wenn es nach dem Münchner Stadtrat geht - als Zeichen gegen die homo- und transphobe Gesetzgebung der ungarischen Regierung. Gegenüber SPOX und Goal spricht sich Münchens Sportbürgermeisterin Verena Dietl (40) für die Aktion aus - und richtet einen Appell an die UEFA.

"Bei der Stadionbeleuchtung geht es nicht um irgendein politisches Thema, sondern um einen eklatanten Verstoß des Völkerrechts", sagte Dietl. "Die Landeshauptstadt bekennt sich zu Vielfalt, Toleranz und echter Gleichstellung im Sport und in der ganzen Gesellschaft" und wolle "ein Zeichen der Solidarität mit der LGBTI Community in Ungarn" setzen.

Hintergrund der Aktion ist ein Gesetz des ungarischen Parlaments, welches "Werbung" für Homosexualität verbietet. Kritiker werfen der Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban vor, die Rechte der LGBTI Community weiter einzuschränken. Für Dietl handelt es sich um "einen neuen Höhepunkt einer Unsichtbarmachung und Entrechtung" besagter Gruppen.

Das Länderspiel biete nun "einen öffentlichkeitswirksamen Rahmen, um die Botschaft zu senden, dass München für eine bunte, vielfältige und tolerante Gesellschaft steht", betont Dietl. Zudem werde das Münchner Rathaus mit Regenbogenfahnen beflaggt.

Die Anfrage an die UEFA, die Beleuchtung in Regenbogenfarben zu erlauben, wurde am Montag offiziell formuliert. Das Schreiben des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter an den UEFA-Präsidenten Aleksander Ceferin und das deutsche Exko-Mitglied Rainer Koch nannte die angestrebte Beleuchtung "ein Zeichen im Sinne der Weltoffenheit und Toleranz" sowie "ein weithin sichtbares Signal für unser gemeinsames Werteverständnis".

"Zu laufenden Gesprächen kann ich nichts sagen. Aber es stimmt mich zuversichtlich, dass die UEFA inzwischen die Kapitänsbinde in Regenbogenfarben von Manuel Neuer akzeptiert", sagt Dietl. Nach Informationen von SPOX und Goal ist noch keine Entscheidung gefallen, eine Antwort der UEFA an die Stadt München steht bislang aus.

UEFA erlaubt Regenbogen-Kapitänsbinde von Manuel Neuer

Am Sonntag hatte die UEFA Ermittlungen gegen DFB-Kapitän Manuel Neuer aufgenommen, weil dessen regenbogenfarbenen Kapitänsbinde, ein Zeichen für die LGBTQ-Community, gegen die Kleidungsvorschriften des Verbandes verstoßen hatte. Wer "Sportveranstaltungen für sportfremde Kundgebungen benutzt", verstößt laut den UEFA-Statuten gegen die "Allgemeinen Verhaltensgrundsätze", heißt es in den entsprechenden Paragraphen.

Am Abend waren die Ermittlungen jedoch eingestellt worden, da der europäische Fußballverband das Zeichen als "good cause" wertete. Nun will auch die Stadt München ein Zeichen setzen, sagt Dietl: "München wird nicht tatenlos zusehen, sondern verlangt, im wahrsten Sinne des Wortes 'Farbe bekennen'."

In der Nationalmannschaft findet die Aktion Anklang. "Als Fußballwelt kann man aktuell sehr gut erkennen, dass wir Rassismus und Homophobie mit Vielfalt entgegentreten wollen", sagte Mittelfeldspieler Leon Goretzka am Montag: "Manu hat bei uns die Regenbogenflagge am Arm getragen und es gibt Pläne, dass die Allianz Arena in den Farben erstrahlen soll, was ich für eine tolle Idee halte. Ich bin froh darüber und freue mich über jedes Zeichen, das gesetzt wird."

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