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Fussball

Italien als letzte Chance der irischen Veteranen

SID
Gegen Spanien war Robbie Keane auf verlorenem Posten. Gegen Italien soll es anders werden
© Getty

Giovanni Trapattonis Aussage war wenigstens klar und eindeutig. "No, no, no", entgegnete der irische Nationaltrainer entschlossen auf jegliche Fragen zu einem möglichen Rücktritt. Das EM-Aus mit seiner Mannschaft bringt den 73-Jährigen nicht von seinem Weg ab. Das nächste Ziel der Iren: die Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien.

Mit welcher Mannschaft er diesen Weg bestreiten wird, dass allerdings weiß der italienische Trainer-Oldie noch nicht. "Noch hat niemand zu mir gesagt, dass er gehen will. Sie haben doch auch Grund, zu bleiben", sagte Trapattoni am Tag nach dem bitteren 0:4 gegen Titelverteidiger Spanien.

Torhüter Shay Given dachte aber bereits öffentlich über den Abschied nach, auch die Zukunft von Kapitän Robbie Keane, Damien Duff und Abwehrchef Richard Dunne in der Nationalmannschaft ist noch offen. Ein überzeugendes Argument weiterzumachen wäre wohl ein würdiger EM-Abschied im für Schlusslicht Irland sportlich unbedeutenden Abschlussspiel am Montag (20.15 Uhr im LIVE-TICKER) gegen Italien.

Bedenkzeit erbeten

Given hat dem Trainer seine Gedankenspiele wohl noch nicht mitgeteilt, obwohl sie auf dem Trainingsplatz im städtischen Stadion von Gdingen viel Zeit miteinander verbringen.

Nach dem Spiel gegen Spanien fand der 36 Jahre alte Torhüter in einer der bittersten Stunden seiner Karriere aber klare Worte: "Vielleicht ist es Zeit, den Platz frei für jemand anderes zu machen."

So angeschlagen und gezeichnet wie im Danziger Stadion wirkte Given allerdings am Samstagmittag auf dem Trainingsplatz nicht mehr. Bei der letzten Einheit in Gdingen stand der Keeper noch einmal richtig unter Beschuss. Im abschließenden Elfmeterschießen wirkte er fast agiler als sein junger Kollege Keiren Westwood.

Given dürfte ein Abschied nach 126 Spielen im Tor der Iren schwer fallen. Sagen wollte er am Samstag daher lieber nichts, er braucht noch Bedenkzeit. "Ich werde im Urlaub darüber nachdenken. Ich habe ja jetzt Zeit", hatte er am Donnerstag angekündigt. Sein "vielleicht letztes Spiel" im Dress der "Boys in Green" wolle er nun würdig beenden: "Ich will genau wie der Rest der Mannschaft nicht ohne Punkte nach Hause fahren."

Duff schweigt, Keane will wohl weitermachen

Für Flügelflitzer Duff wäre ein Erfolgserlebnis zum EM-Abschied auch ein persönliches Geschenk. Zum 100. Mal läuft der immer noch flinke 33-Jährige am Montag im irischen Trikot auf. "Wir brauchen ihn auch weiterhin. Er ist ein wahnsinnig großes Vorbild für die jungen Spieler", sagte Trapattonis Co-Trainer Marco Tardelli. Wie Rekordtorschütze Keane hatte Duff einen großen Anteil an der ersten EM-Qualifikation seit 24 Jahren - seine Zukunft aber hielt er offen.

Der einzige der Wackelkandidaten, der Trapattonis Hoffnungen nährte, ist Robbie Keane. "In diesem Moment denke ich nicht ans Aufhören. Ich habe immer gerne für Irland gespielt und tue das auch im Moment", sagte der 31-Jährige am Samstag. Er versprach dem kroatischen Mittelfeldstar Luka Modric via SMS bereits, "nicht ohne Punkt nach Hause zurückzukehren"

Egal, wer mit Trap im September gegen Kasachstan in die WM-Qualifikation geht: Am Montag werden Given, Keane und Co. sicherlich das letzte gemeinsame EM-Spiel ihrer Karriere bestreiten. "Ich bin stolz auf diese Spieler. Und sie haben es sich verdient, nochmal zu spielen", sagte Trapattoni. Der "Maestro" ist lange genug im Geschäft, um zu wissen: Ein gutes Spiel zum Abschied gegen Italien - und sie würden wohl auch weiter Spaß am Fußball haben.

Robbie Keane im Steckbrief

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