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Fussball

DFB-Pokal, Finale - VfL Osnabrück stellt sich in offenem Brief gegen RB Leipzig: "Förderung der Marke Red Bull"

Von Philipp Schmidt
Oliver Mintzlaff ist seit 2016 Geschäftsführer von RB Leipzig.

Vor dem DFB-Pokal-Finale zwischen RB Leipzig und dem SC Freiburg (ab 20 Uhr im Liveticker) hat sich Drittligist VfL Osnabrück klar auf die Seite der Breisgauer gestellt und dies in einem offenen Brief ausführlich begründet. Demnach handele es sich beim "Konstrukt Rasenballsport" um "keinen normalen Fußballklub".

"In den letzten Wochen ist rund um das Pokalfinale eine Diskussion entbrannt, die sich um den abgelehnten, gemeinsamen Begegnungsschal drehte. Nicht nur wegen des nicht realisierten Begegnungsschals, sondern auch aufgrund des Spielgegners, drücken wir dem SC Freiburg die Daumen", begann der VfL in Person von Geschäftsführer Dr. Michael Welling und Präsident Holger Elixmann das Schreiben, um in der Folge ins Detail zu gehen.

RB stünde "für eine Idee von Fußball, die konträr zu den Überzeugungen vieler Menschen steht. In denen Teilhabe zumindest möglich ist. In denen nicht rein kommerzielle Interessen vorherrschend sind, sondern auch der Spaß am Spiel und die Gleichheit von Wettbewerbschancen". Zwar verdienten die derzeitigen sportlichen Leistungen der Sachsen "uneingeschränkt" Respekt, die "Umstände der Klubentstehung" hinterließen jedoch einen faden Beigeschmack.

So heißt es: "Rasenballsport konnte diesen Weg gehen, weil das Konstrukt mit viel Geld des Konzerns 'Red Bull' alimentiert wurde. Folglich ist Rasenballsport eben auch kein 'normaler' Fußballklub, der als Folge guter und kontinuierlicher Arbeit Erfolg hat, wie es prototypisch der SC Freiburg ist." Dabei sei klarzustellen: "Nicht Gemeinnützigkeit war Gründungsgedanke und nicht die Werte des Sports waren Pate für die Entwicklung - sondern die Förderung der Marke 'Red Bull' und der Werte der Marke 'Red Bull'.

RB Leipzig: "Plattform für eigene Marke 'Red Bull' nutzen"

Dabei entkräftete das Osnabrück-Duo auch das häufig vorgebrachte Argument, Spieler aus Zweit- und Drittligazeiten wären heute noch für den Klub aktiv: "So faktisch richtig das ist, so sehr verkennt auch dies, dass diese Spieler mit viel Geld angeworben wurden. Mit Geld, das nicht zuvor operativ 'im Fußball' verdient wurde, sondern durch einen Konzern investiert wurde, um den Fußball als Plattform für die eigene Marke 'Red Bull' zu nutzen.

RB habe es "geschafft, die Idee der Teilhabe von Mitgliedern zu verhindern und auszubremsen. Die Hülle des eingetragenen Vereins ist bei Rasenballsport eben nur eine solche, Mitbestimmung ist weder gewollt noch vorgesehen". Folglich kamen Welling und Elixmann zum Fazit: "Wir drücken dem SC Freiburg daher für das Pokalfinale die Daumen. Und sollte die Mannschaft aus Leipzig das Finale gewinnen, dann gratulieren wir ohne Groll und mit Anerkennung für die sportliche Leistung."

Hier gibt es den kompletten Brief zum Nachlesen.

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