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Fussball

HSV-Verteidiger Leistner sorgt mit Attacke auf Fan nach Pokal-Debakel in Dresden für Eklat

Von SPOX/sid
HSV-Profi Leistner ging nach dem Spiel in den Dresdner Fanblock, wo er sich mit einem Zuschauer anlegte.

Neuer Trainer, alte Sorgen: Der Hamburger SV hat sich auch unter Coach Daniel Thioune blamiert und unterlag in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Drittligisten Dynamo Dresden vor der Corona-Rekordkulisse von 10.053 Zuschauern mit 1:4 (0:2). Nach dem Spiel sorgte HSV-Abwehrspieler Toni Leistner für einen Eklat, als er gegen einen Dresden-Fan tätlich wurde (die Szene gibt's hier im Video). Der Ex-Verein des 30-Jährigen will den Vorfall nun prüfen und den Fan ausfindig machen.

Das TV-Interview war gerade in vollem Gange, da sprang Leistner über die Brüstung, lief die Stufen der Tribüne hoch und schnappte sich einen Fan von Dynamo Dresden. Der HSV-Innenverteidiger packte den Anhänger am Kragen und stieß ihn zu Boden. Ein Ordner griff danach ein. "Er hat meine Familie und mich massiv beleidigt", erklärte Leistner bei Sky seinen Ausraster.

"Ich bin nach dem Spiel von der Tribüne meiner Heimatstadt aus massiv beleidigt worden. Damit kann ich normalerweise umgehen. Doch dann ging es extrem unter die Gürtellinie gegen meine Familie, meine Frau und meine Tochter. In dem Moment sind mir die Sicherungen durchgebrannt", schrieb Leistner am späten Montagabend bei Instagram: "So etwas darf mir dennoch niemals passieren. Ich entschuldige mich in aller Form für mein Verhalten und kann nur versprechen, dass mir - egal was mir an Beleidigungen an den Kopf geworfen wird - so etwas nie wieder passieren wird."

Nachspiel für Leistner?

Leistner ist in Dresden geboren und spielte von 2010 bis zum Zweitligaabstieg 2014 bei den Sachsen. Er hat noch Familie in Dresden und besitzt ein Grundstück in der Stadt. "Ich glaube, dass es ihn persönlich schon trifft, wenn er hier beleidigt wird. Er ist sehr verbunden mit der Region und mit dem Verein", zeigte Dresdens Chris Löwe Verständnis.

Auch vonseiten des Vereins erhielt Leistner Unterstützung. Die SGD will den Vorfall sogar untersuchen lassen. "Gerade in der Stunde des Erfolgs sollte man Demut und Dankbarkeit zeigen", teilte die SGD via Twitter mit: "Es ist einfach nur beschämend, dass Toni Leistner derart von einem Fan seines Heimatvereins nach dem Spiel beleidigt wurde. Wir suchen die Person, weil wir diesen Vorfall so nicht stehen lassen wollen."

Ob sein Ausraster für den 30 Jahre alten HSV-Neuzugang ein Nachspiel haben wird, ist noch unklar. Fakt ist: Der Kontrollausschuss des DFB hat ein Ermittlungsverfahren gegen Leistner eingeleitet. Trainer Thioune äußerte sich zunächst zurückhaltend: "Ich habe nichts mitbekommen. Ich habe nur gesehen, dass Toni Leistner den Rückweg angetreten hat von der Tribüne. Da muss im Vorfeld sicher etwas passiert sein. Aber das kann ich nicht bewerten, ich habe weder Bilder noch von was das Ganze ausgegangen ist."

Thioune wähnte den HSV schon weiter

Vor Leistners Entgleisung hatte der HSV sportlich auf ganzer Linie enttäuscht und vor dem Start der 2. Liga am kommenden Freitag gegen Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf große Schwächen offenbart. "Für den Augenblick ist das Ergebnis sehr enttäuschend für uns", sagte Thioune. "Wir wussten, was wir hier erwarten müssen - in der Konsequenz haben wir das aber nicht so angenommen." Yannick Stark (3.), Robin Becker (16.), Christoph Daferner (53.) und Sebastian Mai (90.+2./Handelfmeter) erzielten die Treffer für den siebenmaligen Pokalsieger der DDR.

Die Hamburger, die den Bundesligaaufstieg in der Rückrunde der vergangenen Saison leichtfertig verspielt hatten, vergaben hingegen gute Möglichkeiten und standen in der Defensive unsicher. Amadou Onana (89.) gelang nur das zwischenzeitliche 1:3.

"Wir dachten, dass wir schon einen Schritt weiter sind - auch nach den letzten Ergebnissen", sagte ein enttäuschter Thioune. "Heute haben wir einen auf die Nase bekommen und müssen das jetzt abhaken. Am Freitag geht es in der Liga weiter."

Leibold und Hinterseer lassen gute Chancen aus

Stark nutzte die erste Lücke in der neu formierten HSV-Abwehr. Daferner traf acht Minuten später nur den Pfosten, ehe Becker erhöhte. Der dreimalige Pokalsieger kam nach einer halben Stunde besser ins Spiel. Tim Leibold (36.) und Lukas Hinterseer (37.) ließen zwei gute Chancen aber ungenutzt.

Die Gäste starteten in der zweiten Halbzeit offensiv, wurden durch Daferners Distanzschuss aber überrascht. Trotz des Rückschlags versuchten die Hamburger aber noch einmal alles, hatten beim Pfostenschuss von Khaled Narey (68.) aber Pech.

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