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Fussball

DFB-Team: Bierhoff stellt sich gegen FIFA-Pläne - und verkündet WhatsApp-Verbot

Von SPOX
DFB-Sportdirektor Oliver Bierhoff.

DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat sich erneut gegen eine Fußball-WM im Zweijahres-Rhythmus ausgesprochen und damit gegen die Pläne des Weltverbandes FIFA gestellt. Außerdem verkündete Bierhoff ein WhatsApp-Verbot beim DFB.

"Es schwirrt der Gedanke herum, alle zwei Jahre eine WM zu spielen. Ich habe hier noch keinen Trainer oder Spieler gefunden, der das für eine gute Idee hält.", sagte Bierhoff (53) bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Hamburg, bei der auch die Nationalspieler David Raum und Nico Schlotterbeck teilnahmen.

Es müsse weniger der Gedanke an "Erlösmaximierung, sondern der Qualitätssicherung" im Vordergrund stehen, betonte der Europameister von 1996: "Es geht darum, dass wir tolle und leidenschaftliche Spiele sehen. Das ist bei dem engen Terminkalender eigentlich nicht mehr möglich, vom Körper und vom Kopf her."

Bierhoff erklärte zudem, dass man beim DFB in Zukunft auf WhatsApp verzichten werde: "Es gibt da mittlerweile viele rechtliche und auch datenschutztechnische Bedenken, weil alle Kontaktdaten nach Amerika wandern - das können wir als Unternehmen nicht mehr verantworten. Deshalb haben wir auch als Geschäftsführung diese Maßnahme begrüßt."

DFB-Team: PK mit Bierhoff, Raum und Schlotterbeck im Liveticker zum Nachlesen

Das war es.

Schlotterbeck über Änderungen durch seine Berufung: "Ich war zuhause in meinem Heimatort - und auf einmal erkennen mich die Leute. Ich will mein Ding durchziehen."

Schlotterbeck über Rumänien: "Ich bin ein Spieler, der sich auf sein eigenes Spiel fokussiert."

Schlotterbeck über Flicks Videosessions vor dem Training: "Ich kenne das nicht von den U-Mannschaften sondern aus Freiburg, dass sehr akribisch gearbeitet wird. Der Trainer verlangt sehr viel von uns und gibt uns auch vor dem Training viel Input."

Raum über Flick: "Hier ist alles sehr professionell, das genießt man."

Raum über die Integration: "Ich komme mit allen gut zurecht."

Schlotterbeck über seine Berufung: "Ein Traum ist das schon, davon träumt man als kleines Kind. Es ist ein bisschen surreal. Ich denke, dass ich mir durch meine Leistungen die Einladung verdient habe. Ich bin glücklich."

Raum über Singen beim Debüt: "Singen musste ich noch nicht. Ich hoffe damit wird die Mannschaft nicht auf eine Idee gebracht. Ich habe vor dem ersten Abendessen eine kleine Rede gehalten und mich bedanken."

Schlotterbeck: "Die U21-Europameisterschaft hat uns verbunden. Wir wollen die Leistung von dort auch hier bringen. Die Qualitätsunterschiede sind hoch, hier herrscht anderer Fußball. Man muss sich im Training sehr konzentrieren."

Raum über den Qualitätsunterschied zur U21: "Stefan Kuntz hat uns immer gesagt, dass die U21 ein Sprungbrett ist. Der Europameistertitel war ein Highlight. Es ist im Training natürlich ein paar Stufen besser. Man kann sich sehr viel abschauen. Wir saugen das auf."

Schlotterbeck: "Der Trainer hat beim ersten Lehrgang mit mir geredet, was er von mir erwartet und wo ich mich verbessern kann. Die Spieler hier haben sehr viel Erfahrung. Ich kann viel von ihnen lernen."

Raum über Gosens Verletzung und die Chance für ihn: "Es ist brutal schade. Ich wünsche ihm gute Genesung. Er hat mich gut aufgenommen hier das letzte Mal, auch wenn er ein Konkurrent ist."

Raum: "Ich kann mich Schlotti nur anschließen. Man kommt hier ganz gut ins Team an."

Schlotterbeck: "Ich finde es sehr, sehr gut hier. Die Jungs haben uns gut aufgenommen. Man versteht sich unter Fußballern. Ich fühle mich pudelwohl. Die Jungs haben eine richtige Qualität."

Weiter geht es mit David Raum und Nico Schlotterbeck.

Bierhoff über Werner: "Nationalmannschaft ist eine Chance. Gerade als Stürmer geht es rauf und runter. Hansi glaubt an ihn, hält große Stücke von ihm. Die Nationalmannschaft soll eine Familie sein, die neues Selbstvertrauen gibt. "

Bierhoff über Boateng: "Ich habe mit Hansi noch nicht besprochen, was da besprochen wurde. Ich weiß, dass Hansi große Stücke auf Jerome Boateng hält. Man kann sich denken, dass er ihn positiv bewertet. Hansi ist jemand, der mit den Spielern in Austausch geht und die Situationen sehr offen bespricht. Er schlägt keinem die Türe zu. Er ist eine Alternative. Wie es konkret aussieht, kann ich nicht sagen."

Bierhoff über die Katar-Planungen: "Ich war vor einem Jahr mal in Katar. Wir haben unsere konkreten Planungen und werden das intensivieren. Ziel ist es, die Qualifikation möglichst schon bei dieser Länderspielreise zu schaffen. Dezember bis März werden wird das intensivieren und finalisieren."

Bierhoff über die Stimmung: "Aller Anfang hat Zauber inne. Es ist ein großer Verdient vom Hansi und seinem Team. Ich mache keine Messungen, wie oft Spieler lachen. Vor einem Jahr habe ich von einer Wolke gesprochen. Die ist jetzt verschwunden. Man schleppt jetzt nicht mehr ein Päckchen aus der Vergangenheit mit. Das hat nichts mit Personen zu tun. Der Hansi geht neue Wege. Diese Stimmung kann man nur spüren. Man merkt den Glauben und den Wunsch, etwas aufzubauen."

Bierhoff über ein angebliches WhatsApp-Verbot im DFB: "Es gibt da mittlerweile viele rechtliche und auch datenschutztechnische Bedenken, weil alle Kontaktdaten nach Amerika wandern - das können wir als Unternehmen nicht mehr verantworten. Deshalb haben wir auch als Geschäftsführung diese Maßnahme begrüßt."

Bierhoff über fehlende Fan-Nähe: "Wir haben den Spielern gesagt: Nationalspieler bist du immer. Dazu gehört nicht nur Leistung, sondern auch der Umgang mit den Fans und Außendarstellung. Das haben wir eingefordert und wird auch gemacht von den Spielern. Natürlich ist aber auch viel Unsicherheit dabei (wegen Corona). Die Spieler sind manchmal unsicher. Am Anfang gab es die Ansage: Bitte vorbeigehen an den Fans, wir werden ihnen Poster oder Wimpel geben. Es ist die klare Devise, dass wir das machen."

Bierhoff über den neuen DFB-Präsidenten: "Ich kenne den Kandidaten nicht und kann mich nicht dazu äußern. Die Landesverbände sind in der Findung. Es ist ganz wichtig, dass wir uns Gedanken darüber machen, welche Vision der DFB in Zukunft ausüben will. Der DFB ist vielfältig. Wer ist der DFB? Unsere 26.000 Vereine, die Nationalmannschaft, die DFL, die Mitarbeiter. Auch wenn wir viel Bashing erlebt haben in letzter Zeit, können wir in vielen Dingen sehr stolz sein. Antworten allein werden nicht gefunden, indem man einen Kandidaten aus dem Hut zaubert."

Bierhoff über die Dichte des Terminkalenders: "Der Terminkalender hält zehn Spiele aus. Bis auf die zwei Freundschaftsspiel im März wird das von der UEFA festgelegt. Nächstes Jahr ist es unser Ziel, dass wir im März keine Playoffspiele haben werden. Im Juni haben wir noch vier Spiele und Ergebnisdruck in der Nations League. Am 14. November beginnt die Abstellungsphase für die WM, am 21. beginnt die WM. Da werden wir vielleicht noch ein Länderspiel reindrücken können. Wir haben im Vergleich zu den anderen keinen Nachteil, aber es erschwert die Arbeit. Es schwirrt der Gedanke herum, alle zwei Jahre eine WM zu spielen. Ich habe hier noch keinen Trainer oder Spieler gefunden, der das für eine gute Idee hält. Wir müssen uns im Fußball nicht über weitere Erlöse Gedanken machen, sondern um Qualitätssicherung. Wir sollten darauf achten, dass wir die Qualität des Fußballs und die Gesundheit der Spieler in der Vordergrund stellen. Es geht darum, dass wir tolle und leidenschaftliche Spiele sehen. Das ist bei dem engen Terminkalender eigentlich nicht mehr möglich, vom Körper und vom Kopf her."

Bierhoff über Löws Verabschiedung: "Wir haben das erörtert, hatten den September im Blick. Zum Glück haben wir es nicht gemacht, weil die Regeln damals noch strenger waren. Das wird in Wolfsburg passieren zum Jahresabschluss. Wir sind noch in den Planungen. Dann werden wir Jogi und seine Kollegen offiziell und auch im internen Kreis verabschieden."

Bierhoff über die Unterschiede zwischen Löw und Flick: "Das ist schwer, das detailliert zu beschreiben. Hansi hat einen erweiterten Trainerkreis, den Löw auch hatte. Bei Jogi war der Entscheidungskreis stark auf ein, oder zwei Co-Trainer konzentriert. Hansi versucht noch mehr Personen einzubinden. Wir haben jetzt einen Standardtrainer und Co-Trainer, die die Trainingsgestaltung aktiv mit umsetzen. Hansi lässt freie Leine. Es ist ihm wichtig, dass seine Leute Raum kriegen. Jogi hat über die Jahre gesehen eine Entwicklung genommen. Eine unglaubliche Stärke von ihm war, dass er seinen Spielstil verändert hat. Dei Hansi nur bewerten, dass er eine klare Idee hat, wie er spielen lassen will. Vor jeder Trainingseinheit gibt es Videosessions. Da ist er sehr klar, da war Jogi variabler. Ansonsten sind es zwei unterschiedliche Charaktere."

Bierhoff über die Offensive: "Ich freue mich, dass wir gerade im Offensivbereich interessante Spieler haben - auch wenn wir noch nicht den zentralen Spieler haben. So ein Kai Havertz kann auf verschiedenen Positionen arbeiten. Wir haben auch Spieler wie Wirtz und Goretzka, die von hinten torgefährlich werden können. Es ist spannend zu sehen, wie junge Spieler nachrücken, wie schnell sie sich an das hohe Niveau adaptieren und Akzente setzen. Die Entwicklung von Florian und Jamal ist schön. Flo mit noch mehr Kontinuität. Sie sind die jüngeren Spieler und müssen sich ihre Position erkämpfen. Es war die richtige Entscheidung, beide früh dazuzunehmen."

Bierhoff: "Die Lage ist sehr gut und entspannt und erfreulich. Die erste Zeit war nicht nur wegen der Ergebnisse erfolgreich, sondern auch weil man spürt, dass ein positiver Geist herrscht. Das wollen wir fortsetzen mit den beiden Spielen. Wir sind an dritter Stelle und haben einen ganz anderen Anspruch. Wir wollen wieder in die Weltspitze. Es zählt jedes Spiel und auch, eine Kontinuität an den Tag zu legen. Das ist für mich das wichtigste. Ich bin positiver Dinge. Man merkt die Überzeugung und die Freude und, dass wir einen guten Konkurrenzkampf haben. Leidenschaft für die Nationalmannschaft ruft Begeisterung bei den Fans hervor."

Vorab-Info vom Pressesprecher: Alle Spieler sind fit.

Es geht los mit Oliver Bierhoff.

Vor Beginn: Schon am gestrigen Montag gab es eine PK, damals mit Thomas Müller, Antonio Rüdiger und Jonas Hofmann. Hier gibt es die Aussagen zum Nachlesen.

Vor Beginn: Am Freitag (20.45 Uhr) trifft die deutsche Nationalmannschaft auf Rumänien, es handelt sich um ein WM-Qualifikationsspiel. Gelingt Bundestrainer Hansi Flick der vierte Sieg im vierten Spiel?

Vor Beginn: Herzlich willkommen zum Liveticker zur DFB-Pressekonferenz mit Oliver Bierhoff, David Raum und Nico Schlotterbeck. Los geht's um 13 Uhr.

Deutschland vs. Rumänien live: Wer zeigt die Partie?

Das Spiel zwischen Deutschland und Rumänien findet im Volksparkstadion in Hamburg statt. Die Partie wird live und in voller Länge bei RTL zu sehen sein. Neben der Übertragung im frei TV bietet RTL bei TVNow auch einen Livestream zur Begegnung an. Dieser ist aber kostenpflichtig, das Abonnement kostet 4,99 Euro pro Monat.

WM-Qualifikation: Stand in der Gruppe J

RangMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Deutschland650117:21515
2Armenien63217:9-211
3Rumänien63129:6310
4Nordmazedonien623111:659
5Island61146:14-84
6Liechtenstein60152:15-131
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