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Champions League, 1. Spieltag - Besiktas - BVB 1:2: Matchwinner Jude Bellingham sorgt für Dortmunder Auftaktsieg

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Borussia Dortmund ist ein idealer Auftakt in die Champions-League-Saison geglückt! Der BVB gewann am 1. Spieltag der Gruppenphase bei Besiktas in Istanbul mit 2:1 (2:0). Die Tore für die Westfalen schossen Jude Bellingham und Erling Haaland.

Am Ende gab der 18-Jährige dem 21-Jährigen in Küsschen auf die Wange. Dabei hätte es eigentlich andersherum sein müssen. Dessen war sich auch Haaland, der Empfänger des Küsschens von Bellingham bewusst. "Er ist fantastisch. Er ist gerade einmal 18, drei Jahre jünger als ich. Das ist verrückt. Er ist fantastisch, mehr kann ich nicht sagen", erklärte Haaland bei DAZN nach dem Gastspiel in Istanbul.

Mehr war auch eigentlich nicht zu sagen über Bellingham, der wahrlich eine blitzsaubere Leistung bot und zum Matchwinner für die Schwarz-Gelben wurde. Das 1:0 machte der 18-Jährige höchstselbst und knackte dadurch sogar einen Rekord von Kylian Mbappe. Bellingham ist nun der jüngste Spieler, der in der Königsklasse in zwei aufeinanderfolgenden Spielen getroffen hat.

Beim CL-Viertelfinal-Aus gegen Manchester City in der vorangegangenen Saison hatte Bellingham das zwischenzeitliche 1:0 markiert. Mit seinem Führungstreffer in Istanbul kehrte etwas Ruhe in den zwar nur zur Hälfte gefüllten, aber brachial lauten Vodafone Park ein, nachdem Besiktas zunächst die bessere Anfangsphase erwischt hatte.

"Am Anfang war es schwer reinzukommen. Aber danach haben wir vorne Druck gemacht und mehr Kontrolle über das Spiel gewonnen", sagte der einmal mehr überzeugende BVB-Keeper Gregor Kobel, der in der sechsten Minute die Dortmunder mit einer Weltklasse-Parade gegen Michy Batshuayi vor einem Rückstand bewahrt hatte.

"Ich glaube nach so langer Zeit ohne Fans ist diese Atmosphäre nochmal besonders speziell, wir haben das heute aber super gemacht", fügte er hinzu, hatte damit aber nur bedingt Recht. Zwar hatte der BVB nach Bellinghams Führungstreffer, den der gut aufgelegte Thomas Meunier mustergültig vorbereitete, den Gegner und das Spiel voll im Griff, ließ aber viele gute Chancen ungenutzt, um das Spiel frühzeitig zu entscheiden.

BVB-Matchwinner Bellingham: "Spiel war wie Basketball"

Haaland und Kapitän Marco Reus vergaben beste Möglichkeiten zum 2:0. Das fiel dann doch noch kurz vor der Pause, weil Bellingham sich einmal mehr eindrucksvoll durchtankte und überlegt auf den blanken Haaland ablegte.

Im zweiten Durchgang schlich sich sowohl in der Defensive als auch in der Offensive des BVB der Schlendrian ein. Vorne vergaben die Dortmunder sämtliche Chancen auf das 3:0, hinten musste Kobel ein ums andere Mal retten. "Es war eine brillante Atmosphäre. Das Spiel war ein bisschen wie Basketball, es ging hin und her, aber wir waren am Ende etwas abgezockter", sagte Bellingham.

Am Dortmunder Auftaktsieg änderte auch das späte 1:2 durch Francisco Montero nichts mehr. Während Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl zwar lobte, aber auch berechtigte Kritik an der Chancenverwertung äußerte ("Hätten viel früher ein drittes oder viertes Tor machen müssen"), war Trainer Marco Rose die Erleichterung nach dem gelungenen Auftakt anzumerken.

"Wir hatten schwierige Phasen und dennoch verdient gewonnen. Wir haben das Spiel sehr gut im Griff gehabt. Hinten raus machen wir es obligatorisch nochmal spannend, dennoch sind wir sehr froh, dass wir gewonnen haben", sagte er.

Für leichte Sorgenfalten sorgte Startelf-Rückkehrer Mats Hummels, der rund 20 Minuten vor dem Ende offensichtlich angeschlagen ausgewechselt werden musste. Kehl gab diesbezüglich jedoch vorerst Entwarnung. "Er war einfach platt, er war durch, aber es ist nichts schlimmeres mit der Patella-Sehne."

Platt war am Ende der kräfteraubenden 97 Minuten in Istanbul überraschenderweise auch einer, der eigentlich immer spielen will und für den Ermüdung ein Fremdwort zu sein schien. "Es war sehr hart. Ich bin jetzt wirklich müde, der Platz war auch nicht gut. Es war ein hartes Stück Arbeit", sagte Haaland, eher er das Küsschen von Bellingham in Empfang nahm.

BVB - Besiktas: Die Analyse

Dortmund, das wieder mit der Mittelfeldraute und im Sturm einem teils sehr breit positionierten Malen spielte, hatte zunächst mit der enorm intensiven und lautstarken Atmosphäre zu kämpfen. Dem BVB unterliefen zu Beginn einige Ungenauigkeiten im Pass- und Umschaltspiel, auch defensiv leisteten sich drei der vier Abwehrspieler - darunter Startelf-Debütant Hummels - nach langen Bällen von Pjanic einen Patzer. Der Ex-Dortmunder Batshuayi hatte die Führung auf dem Fuß, doch Kobel hielt dessen Schuss herausragend (6.).

Besiktas ließ nach dem guten Beginn stark nach und offenbarte immer wieder große Lücken im Abwehrverbund. Die Borussia hatte die Anfangsnervosität schnell abgelegt, wurde defensiv wie im Vertikalspiel sicherer und rückte bei Kontern gut nach. Die Führung durch Bellingham zeichnete sich zwar nicht ab, anschließend hatte der BVB aber die Kontrolle über die Partie und hätte durch Haaland (27.) und Reus (28.) zwingend früher das 2:0 nachlegen müssen.

Durch die Hereinnahme von Witsel stellte der BVB nach der Pause auf ein 4-2-3-1 um. Die Türken blieben bei ihrem 4-5-1 gegen Ball. Im Angriff initiierte Pjanic aus phasenweise sehr tiefer Position so gut wie alle Angriffe und suchte meist Batshuayi, der sehr umtriebig und stets gefährlich war.

Besiktas arbeitete mit toller Moral am Anschlusstreffer und versuchte es mit zahlreichen Hereingaben in den Strafraum, die zuvor oft kritisierte BVB-Defensive hielt dem Druck jedoch stand, schmiss sich mit viel Energie in die Duelle und klärte mehrfach in letzter Sekunde - auch in Person des starken Kobel. Bei Dortmunds nicht wenigen Umschaltsituationen fehlte es im Abschluss an der letzten Konsequenz, nicht nur der dominante Bellingham ließ das 3:0 liegen (67.). Istanbuls verdientes 1:2 kam letztlich zu spät.

Besiktas gegen BVB: Die Aufstellungen

Besiktas: Destanoglu - Rosier, Welinton, Montero, N'Sakala - Souza - Pjanic, Hutchinson (78. Ucan) - Ghezzal (89. Töre), Larin (61. Karaman) - Batshuayi.

Dortmund: Kobel - Meunier, Akanji, Hummels (69. Pongracic), Guerreiro - Dahoud, Bellingham (69. Wolf), Reus, Brandt (46. Witsel) - Malen (70. Moukoko), Haaland (86. Knauff).

Besiktas gegen BVB: Die Daten des Spiels

Tore: 0:1 Bellingham (20.), 0:2 Haaland (45.+3), 1:2 Montero (90.+4)

  • Jude Bellingham ist mit 18 Jahren und 78 Tagen der jüngste Spieler, der in zwei CL-Einsätzen in Folge trifft. Er löst damit Kylian Mbappe ab.
  • Erling Haaland benötigte für seine ersten 21 Champions-League-Tore nur 17 Spiele - weniger als jeder andere Spieler in der CL-Historie.

Der Star des Spiels: Jude Bellingham (BVB)

Anfänglich nicht sehr präsent, steigerte sich aber schnell. Starker Laufweg und Abschluss vor seinem 1:0. Danach besonders im Gegenpressing gut und mit starker Vorarbeit zum 2:0.

Der Flop des Spiels: Valentin Rosier (Besiktas)

Schlief bei Guerreiros Einwurf, der zum Dortmunder 2:0 führte und war zuvor schon in der Fehlerkette dabei, die zu Haalands Großchance führte (27.). Dazu schwach im Zweikampf und nach vorne nicht durchschlagskräftig genug.

Der Schiedsrichter: Antonio Mateu Lahoz (Spanien)

Leitete die faire Partie souverän. Ließ Gnade vor Recht walten, als Batshuayi nach seinem Foul an Akanji den Ball frustiert wegschoss (23.). Lag bei den persönlichen Strafen aber durch die Bank richtig.

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