Fussball

RB Leipzig - Tottenham Hotspur 3:0: Leipzig erreicht gegen harmlose Spurs erstmals das CL-Viertelfinale

Von Max Schrader
Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann jubelt nach dem Sieg zusammen mit den Fans.

RB Leipzig hat durch einen 3:0 (2:0)-Erfolg gegen die Tottenham Hotspur zum ersten Mal in der Vereinshistorie das Viertelfinale der Champions League erreicht. Das Hinspiel hatte das Team von Trainer Julian Nagelsmann in London mit 1:0 gewonnen.

"Es ist in allen Belangen ein Abend für die (Geschichts-)Bücher", sagte Matchwinner Marcel Sabitzer, der die ersten beiden Treffer für Leipzig erzielt hatte, nach dem Spiel bei Sky: "Pure Emotionen, wenn du im Achtelfinale einen Doppelpack schnürst." Er ist der erste Österreicher in der Geschichte der Königsklasse, dem dieses Kunststück gelang.

Für die Spurs war es unter Trainer Jose Mourinho das mittlerweile sechste Spiel in Folge ohne Sieg. "Wir sind gerade kein Team, sondern nur Einzelspieler", konstatierte der Portugiese nach der Partie. Für sein Team geht es am Sonntag gegen Manchester United. Leipzig trifft am Samstag daheim auf den SC Freiburg.

Leipzig - Tottenham: Die Analyse

Leipzig, im Vergleich zum Hinspiel mit Upamecano anstatt Ampadu in der Startelf, wurde in den Anfangsminuten durch die im ebenfalls 5-2-3-System agierenden Spurs früh unter Druck gesetzt. Durch kompakteres Verschieben gelang es RB, die Gäste selbst nach Ballgewinnen unter Druck zu setzen. Vor allem mit der Schnelligkeit der Leipziger Offensivkräfte hatte Tottenham große Probleme.

Aus diesen Aktionen heraus schafften es die Hausherren, immer wieder in die Räume zwischen Außen- und Innenverteidiger zu kommen. So fielen sowohl das 1:0 und 2:0 durch Sabitzer, als auch fast ein weiterer Treffer durch Werner, der aufgrund einer Abseitsposition abgepfiffen wurde. Tottenham dagegen wurde nur gefährlich, wenn Aurier seine Kopfballduelle gegen Angelino gewann oder Alli Upamecano aus dem Dreierverbund rauslockte.

Nach dem Seitenwechsel verwaltete Leipzig die Führung und konzentrierte sich auf Kontersituationen, die allerdings nicht zu Ende gespielt wurden. Die Spurs waren weiterhin ungefährlich, ergaben sich weitgehend in ihr Schicksal und schossen erneut nur einmal aufs Tor. In den Schlussminuten erhöhte Forsberg noch auf 3:0.

RB Leipzig - Tottenham Hotspur: Die Reaktionen

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Klar, die Champions League gibt immer etwas Besonderes her. In der Liga haben es uns Wolfsburg und Leverkusen zuletzt noch einen Tick schwerer gemacht. Die Fans sind emotional berührt, für den Klub ist das ein ganz wichtiges Ereignis. Jetzt freuen wir uns auf die Auslosung."

Jose Mourinho (Trainer Tottenham Hotspur): "Wir wussten, dass es sehr schwer werden würde, und das war es auch. Wir haben große Probleme. Wir sind gerade kein Team, sondern nur Einzelspieler. Die vielen Verletzungen sind einfach zu viel. Auf einem so hohen Niveau muss man in bester Verfassung sein. Unsere Gegner greifen uns selbstbewusst an, weil sie wissen, dass wir sie so nicht verletzen können."

RB Leipzig - Tottenham Hotspur: Die Aufstellungen

RB Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Upamecano, Halstenberg - Mukiele (55. Adams), Laimer, Sabitzer (87. Forsberg), Angelino - Nkunku (59. Haidara), Werner - Schick. Trainer: Nagelsmann.

Tottenham Hotspur: Lloris - Aurier (90.+1 Walcott), Tanganga, Dier, Alderweireld, Sessegnon - Winks, Lo Celso (80. Gedson) - Lamela, Alli, Lucas Moura. Trainer: Mourinho.

RB Leipzig- Tottenham Hotspur: Die Daten des Spiels

Tore: 1:0 Sabitzer (10.), 2:0 Sabitzer (22.), 3:0 Forsberg (87.)

  • RB Leipzig ist in der Königsklasse seit mittlerweile sechs Partien ungeschlagen.
  • Im Gegenzug haben die Spurs unter Mourinho seit sechs Spielen nicht gewonnen.
  • Japhet Tanganga ist der jüngste Engländer (20 Jahre, 345 Tage), der seit Kieran Gibbs im April 2009 (19 Jahre, 201 Tage) seinen ersten Champions-League-Start in der K.o.-Phase machte.
  • Marcel Sabitzer war in den letzten zehn CL-Spielen an acht Treffern (4 Tore, 4 Assists) beteiligt.
  • In dieser Saison kassierten die Spurs alle vier Niederlagen in der CL gegen deutsche Teams (2:7 und 1:3 gegen die Bayern, dazu das 0:1 daheim gegen Leipzig).

Der Star des Spiels: Marcel Sabitzer (RB Leipzig)

Der Österreicher machte durch seine zwei Treffer das Weiterkommen perfekt. Sabitzer war der Dreh- und Angelpunkt in der Offensive und spielte daher auch die meisten Pässe in der gegnerischen Hälfte. Das 1:0 war sein sechstes Weitschusstor in dieser Saison - nur Messi hat mehr.

Der Flop des Spiels: Ryan Sessegnon (Tottenham Hotspur)

Der Linksverteidiger war in dem neuen System mit den Defensiv-Aufgaben überfordert. Beim 1:0 der Leipziger verlor er das entscheidende Duell auf der linken Seite gegen Mukiele, was den Angriff einleitete. Insgesamt gewann er keinen seiner 14 Zweikämpfe und verlor 23-mal den Ball.

 

Der Schiedsrichter: Carlos del Cerro Grande (Spanien)

Der Spanier hatte keinerlei Probleme mit der Spielleitung. Insgesamt ließ er viel laufen, was dem Spielfluss zu gute kam. Allein seine Zweikampfbewertung war teils fragwürdig. Upamecano hätte für mehrere taktische Fouls, Lamela für das rüde Einsteigen gegen Sabitzer Gelb sehen müssen.

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