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Fussball

Paris erleidet den Last-Minute-K.o.

Von Ben Barthmann
Der FC Chelsea sicherte sich im beinahe letzten Moment das Halbfinal-Ticket
© getty

Der FC Chelsea steht dank zweier Treffer von Andre Schürrle (32.) und Demba Ba (88.) im Halbfinale der UEFA Champions League. Gegen Paris Saint-Germain reichte ein 2:0-Sieg an der Stamford Bridge, nachdem das Hinspiel noch mit 1:3 verloren gegangen war.

Vor 43.967 Zuschauern an der Stamford Bridge ging der FC Chelsea durch den eingewechselten Andre Schürrle noch in der ersten Halbzeit in Führung (32.). Eden Hazard musste verletzt ausgewechselt werden, Branislav Ivanovic sah die dritte gelbe Karte des Turniers und fehlt im Halbfinale.

In der zweiten Halbzeit kamen beide Teams zu Chancen, ein weiteres Tor gelang jedoch erst spät durch Demba Ba (88.), der Chelsea damit ins Halbfinale der UEFA Champions League schoss. Paris Saint-Germain schied zum zweiten Mal in Folge im Viertelfinale aus.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Laurent Blanc muss auf Zlatan Ibrahimovic verzichten und zieht Cavani im 4-3-3 nach innen. Lucas und Lavezzi besetzen die Flügel, Verratti kann spielen. Cabaye bleibt vorerst nur die Bank.

Der FC Chelsea muss die Niederlage aus dem Hinspiel wieder gut machen und startet ohne echten defensiven Mittelfeldspieler, Ramires fehlt gelbgesperrt. Luiz besetzt die Sechs, Lampard spielt auf der Acht. Vorne dürfen Willian, Oscar und Hazard wie gewohnt frei rotieren. Im Sturm beginnt der rechtzeitig fit gewordene Eto'o.

Die Viererketten bleiben bei beiden Teams unverändert, an der Stamford Bridge ist Chelsea ohnehin seit acht Spielen ohne Gegentor.

11.: Schöner Pass von Verratti über die Abwehr der Blues, Lavezzi läuft mit viel Tempo plötzlich alleine auf Cech zu und trifft - allerdings hat der Schiedsrichter schon die Fahne oben.

18.: Bitter für Chelsea. Hazard zeigt zur Bank, will ausgewechselt werden. Mourinho schickt Schürrle zum Aufwärmen, eine Minute später steht dieser schon auf dem Platz.

28.: Freistoß Chelsea von der linken Strafraumseite, direkt aufs Tor gebracht von Lampard. Der Ball wird noch leicht abgefälscht und knickt ab, aber Sirigu ist da. Weltklasse Parade!

32.: 1:0 Schürrle! Weiter Einwurf von der rechten Seite, David Luiz verlängert unfreiwillig mit dem Rücken und Schürrle zieht elf Meter vor dem Tor völlig frei ab.

40.: Klug gemacht von Luiz. Cavani will die schnelle Ausführung eines Freistoßes blocken, der Brasilianer schießt ihn ab. Cavani sieht gelb und fehlt damit im Halbfinale.

52.: Schön herausgespielte Chance von Chelsea. Eto'o taucht plötzlich links auf, von dort kommt der Ball zu Willian auf der rechten Seite. Dieser spielt in den Rückraum, wo Schürrle heranrauscht und den Ball an die Latte setzt.

53: Und wieder Latte! Diesmal ist es Oscar per Freistoß aus halblinker Position, etwa 24 Meter Entfernung zum Tor.

56.: Matuidi geht ins Dribbling gegen Ivanovic. Der grätscht gefährlich nahe am Strafraum und kommt zu spät. Gelb und damit Sperre im kommenden Spiel.

58.: Drei kleinere Chancen für PSG am Stück. Erst Lavezzi per Freistoß, dann zwei Versuche nach den anschließenden Ecken. Cech ist zur Stelle.

72.: Langer Ball aus der eigenen Hälfte von Matuidi auf den startenden Cavani. Ivanovic sieht kein Land im Laufduell, der Uruguayer versucht es mit links. Über das Tor von Petr Cech.

87.: 2:0 Demba Ba. Luiz schießt aus 20 Metern mitten ins Getümmel im Paris-Strafraum. Irgendwie kommt der Ball zu Ba, der den Ball mehr mit dem Bein als mit dem Fuß an Sirigu vorbeidrückt.

Fazit: Der FC Chelsea gewinnt durchaus verdient mit 2:0. Die Gäste aus Paris nutzen ihre Konterchancen nicht konsequent aus und hätten auch höher verlieren können.

Der Star des Spiels: David Luiz. Unglaublich, was der Brasilianer für eine Präsenz ausstrahlte. Spielte sicher nicht fehlerfrei, war jedoch unersetzlich als Balancegeber und Verbindungsstück zwischen Offensive und Defensive. Neutralisierte viele Angriffe bereits, bevor es überhaupt gefährlich werden konnte. Dazu in brenzligen Situationen sehr clever und mit einem sehr riskanten, dafür aber präzisen Passspiel.

Flop des Spiels: Christophe Jallet. Wenn Chelsea gefährlich wurde, dann über die Seite von Lucas und Jallet. Der Franzose auf der rechten, defensiven Seite war oft auf sich alleine gestellt, Lucas stand hoch und lauerte auf Konter. Immer wieder musste Thiago Silva nach außen rücken und seinen Teamkollegen unterstützen, das öffnete Lücken in der Mitte, wie beispielsweise vor Schürrles Lattentreffer.

Der Schiedsrichter: Pedro Proenca. Hatte keine einfach Partie zu leiten, überzeugte aber mit einem konsequenten Auftritt. Lag bei den persönlichen Strafen richtig, redete viel mit den Spielern, ohne dabei selbst in den Vordergrund zu treten. Entschied auch bei unübersichtlichen Situationen richtig, Schürrle hätte er in der 34. Minute auch die gelbe Karte für eine Schwalbe zeigen können.

Das fiel auf:

  • Paris Saint-Germain verließ sich in der ersten Hälfte auf ein Mittelfeldpressing. Chelsea konnte das Spiel in der eigenen Hälfte aufziehen und wurde erst ab der Mittellinie attackiert. Dann aber verschoben die Franzosen schnell und aggressiv und zwangen die Blues zu Ballverlusten, die zu vielen Tempowechseln führten.
  • Chelsea rückte in Ballbesitz sehr weit auf und ging damit mit den langsameren Cahill und Terry ein großes Risiko gegen Cavani, Lucas und Lavezzi. Jedoch zeigte David Luiz eine starke Leistung im Mittelfeld und erstickte viele Angriffe schon im Keim.
  • PSG rückte nicht sehr weit auf, sondern ließ den Abstand zwischen Sturm und Defensive bewusst groß werden. Thiago Silva und Alex staffelten sich und erzeugten so eine Tiefenstaffelung, die es den schnellen und technisch guten Offensivkräften von Chelsea schwer machte, vor das Tor zu kombinieren.
  • In der Offensivbewegung ließ sich Luiz oft sehr tief fallen, dafür rückten die Außenverteidiger weit auf. So entstand bisweilen ein 3-1-5-1 mit Lampard als Ballverteiler und Azpilicueta und Ivanovic als Breitengeber.
  • Mourinho reagierte vergleichsweise früh in der zweiten Halbzeit und brachte Demba Ba für Frank Lampard. Fortan agierte Chelsea in einer Art 4-1-3-2, in dem Eto'o und Schürrle in der Spitze spielten. Ba konzentrierte sich auf lange Bälle aus der Defensive und legte diese für seine Mitspieler ab.
  • Je länger die Halbzeiten dauerten, umso besser kam Chelsea jeweils hinein. Paris wartete ab, machte die Räume in der Defensive sehr eng und spielte dann schnelle Konter. Immer wieder versuchten die Franzosen es mit Diagonalbällen und Zuspielen in die Tiefe, die Cavani jedoch nicht verwerten konnte. Chelsea hatte mehr Ballbesitz, Oscar und Willian zeigten sich sehr präsent im Kombinationsspiel.

FC Chelsea - Paris Saint-Germain : Daten zum Spiel

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