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Fussball

1. FSV Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach 1:1: Zentner-Bock bringt Nullfünfer um den Dreier

SID

Offensiv harmlos, defensiv anfällig: Borussia Mönchengladbach sucht in der Fußball-Bundesliga weiter nach der Konstanz. Die zuletzt so furios aufspielende Mannschaft von Trainer Adi Hütter musste sich nach einem dürftigen Auftritt beim starken FSV Mainz 05 mit einem 1:1 (1:0) begnügen und verpasste den Sprung auf einen Europacup-Platz.

Die Gladbacher enttäuschten vor allem im ersten Durchgang, führten aber lange durch den Treffer von Nationalspieler Florian Neuhaus (38.). Silvan Widmer (76.) erzielte spät den völlig verdienten Ausgleich für das Team von Bo Svensson, das erneut einen guten Eindruck hinterließ und sich allmählich im oberen Tabellendrittel festsetzt. Svensson bremste aber die Euphorie: "Ich glaube, dass wir spielerisch noch Luft nach oben haben."

Sportvorstand Christian Heidel zeigte sich nach dem nächsten starken Auftritt des FSV Mainz 05 durchaus zufrieden. "Mein Gefühl ist, in der ganzen Stadt dreht sich alles wieder. Die Leute erkennen das an, was die Jungs hier auf den Platz bringen."

"Wir gehen in Führung, hören dann ein bisschen auf, Fußball zu spielen. Mainz hat verdient den Ausgleich gemacht. Wir hatten uns mehr vorgenommen", sagte Neuhaus bei DAZN, der auch über seine eigene ernüchternde Situation bei den Fohlen sprach: "Es ist nicht ganz einfach für mich. Ich habe mir über drei Jahre viel aufgebaut, denke ich. Ich habe jetzt selber gemerkt, wie schnell es im Profifußball gehen kann. Ich hätte mir vielleicht auch ein Stück weit mehr Rückendeckung des Vereins gewünscht, das ist wahrscheinlich im Profifußball ein Stück weit Wunschdenken."

Darauf reagierte Trainer Hütter: "Ich bin ja nicht der Verein, ich bin Trainer. Und es gibt ja auch ein Leistungsprinzip. Flo sieht glaube ich schon auch, dass wir im Zentrum gut besetzt sind. Er arbeitet gut. Er trainiert auch sehr ordentlich. Das freut mich. Dass für ihn die Situation nochmal neu und anders ist, gehört zu einer Entwicklung eines sehr guten Spielers dazu. Mich freut es besonders, dass er heute das wichtige Tor geschossen hat."

Mainz - Gladbach: Forscher Auftritt des MSV

Die Gladbacher waren nach der rauschenden Pokalnacht gegen Bayern (5:0) und dem Ligaerfolg gegen Bochum (2:1) mit einer ordentlichen Portion Selbstvertrauen angereist. Hütter nahm nur eine Änderung in der Startelf vor und schickte Luca Netz für Lars Stindl aufs Feld, Denis Zakaria meldete sich nach Magen-Darm-Problemen zudem fit.

Vom Schwung der vergangenen Woche war bei Hütters Elf zunächst aber fast nichts zu sehen. Die Gladbacher ließen sich nach einer verspäteten Ankunft durch das hohe Verkehrsaufkommen rund um die Arena von der Heimelf überrumpeln und hatten vor 25.000 Zuschauern große Probleme mit dem leidenschaftlichen Auftritt des FSV. Dazu musste Hütter bereits Mitte der ersten Hälfte Nico Elvedi und Breel Embolo verletzt auswechseln.

Mainz mit besten Chancen auf weitere Tore

Die Mainzer kamen immer wieder gefährlich nach vorne - meist angetrieben vom starken Jonathan Burkardt, der sich längst in den Fokus der Nationalelf gespielt haben dürfte. Der U21-Europameister köpfte den Ball zweimal knapp vorbei (10./23.), dazu brachte er Karim Onisiwo (15.) in eine aussichtsreiche Position.

Fast aus dem Nichts gingen die Gäste in Führung. Neuhaus schob nach einem Patzer von Robin Zentner ein, der einen strammen Schuss von Ramy Bensebaini abprallen ließ. "Das wird mich noch die ganze Nacht ärgern. Der Gegentreffer nervt mich extrem, ich kann es aber nicht mehr ändern", sagte Zentner: "Aber ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Wir haben eine Kontinuität auch in der Leistung. Wichtig ist, dass man immer den Mainz-05-Fußball auf dem Platz sieht."

Erst danach steigerte sich Gladbach und kam durch Bensebaini (42.) sowie Marcus Thuram (45.+4) zu weiteren Chancen.

Nach der Pause startete Hütters Team dann aber ähnlich schwach wie im ersten Durchgang. Mainz drängte dagegen nach vorne: Jae-Sung Lee (46./64.), Onisiwo (47.) und Burkardt (51./65.) hatten nach Wiederbeginn beste Chancen auf den Ausgleich, Gladbachs Keepers Yann Sommer parierte aber mehrmals überragend.

Die Borussia schaffte es nicht, das Spiel zu beruhigen. Kontergelegenheiten ergaben sich kaum, auch weil Mainz trotz des hohen Tempos und des kraftraubenden Spielstils den Druck lange hochhalten konnte.

1. FSV Mainz 05 - Gladbach: Die Aufstellungen

Mainz: Zentner - Alexander Hack, Bell, Niakhate - Widmer, Kohr (88. Barreiro), Martin - Lee (70. Stach), Boetius - Onisiwo (88. Ingvartsen), Burkardt (81. Szalai).

Mönchengladbach: Sommer - Ginter, Elvedi (28. Neuhaus), Bensebaini - Scally, Zakaria, Kone, Netz (79. Herrmann) - Hofmann, Plea (79. Stindl) - Embolo (30. Thuram).

FSV Mainz 05 - Gladbach: Die Stimmen der Trainer

Bo Svensson (Trainer Mainz): "Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Wir haben gut angefangen und dominiert. Beim Gegentor waren wir unorganisiert und undiszipliniert. Über die gesamten 90 Minuten hätten wir es aber verdient gehabt, das Spiel zu gewinnen."

Adi Hütter (Trainer Mönchengladbach): "Die erste Halbzeit war okay. Am Ende müssen wir mit dem Punkt absolut zufrieden sein. Mainz spielt Fußball mit Leidenschaft und Power, das haben sie heute gezeigt."

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