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Fussball

FC Bayern auf Meisterkurs: Die Achse funktioniert, das xG-Modell nicht - und Boateng macht Werbung

Marc Roca zeigte eine zufriedenstellende Leistung gegen die TSG Hoffenheim.

Mit dem 4:1 gegen die TSG Hoffenheim macht der FC Bayern nicht nur einen weiteren Schritt in Richtung Meisterschaft, sondern auch in Richtung Topform. Ein wichtiger Grund dafür: Die nach dem Triple-Gewinn nicht immer stabile Achse funktioniert wieder. Die Erkenntnisse zum Spiel.

 

1. Brutal effizient: Der FC Bayern narrt das xG-Modell

"Wir haben ein gutes Spiel gemacht", bilanzierte FCB-Trainer Hansi Flick nach dem vierten Sieg in Folge, erkannte aber auch: "Sicherlich war nicht alles top."

Zum Beispiel die Anfangsphase, als Hoffenheims Angreifer Ihlas Bebou zwei hochkarätige Chancen (8., 26.) im Sechzehner liegen ließ und Flicks Mannschaft selbst Probleme hatte, gefährlich vor das Tor von TSG-Keeper Oliver Baumann zu gelangen. Das mussten sie, wie der weitere Spielverlauf zeigen sollte, aber auch nicht - dank ihrer brutalen Effizienz, denn wie so oft in dieser Saison reichte der Flick-Elf auch die ein oder andere Halbchance zum Torerfolg.

Dem Expected-Goals-Modell zufolge hätte der FCB an diesem Samstagnachmittag eigentlich nur 1,73-mal treffen müssen - und die eher schlampig mit ihren Chancen umgehende TSG dagegen 2,04-mal. Allein der xG-Wert beim Treffer von Thomas Müller zum zwischenzeitlichen 2:0 lag bei lediglich 0,13.

So verwundert es auch nicht, dass die Bayern nach 19 Spielen eine in ihrer Bundesliga-Historie unübertroffene Ausbeute von 57 Treffern vorzuweisen haben. Laut dem xG-Modell müssten es 15 weniger sein - allerdings würde der FCB selbst mit 42 Toren noch die beste Offensive der Liga stellen.

2. Nicht nur Kimmich: Die Bayern-Achse funktioniert

Es lief die 90. Minute, das Spiel plätscherte dem Ende entgegen. Dann gewann Joshua Kimmich in der Nähe der eigenen Eckfahne noch einmal einen Zweikampf. Kein großes Ding, möchte man meinen, schon gar nicht beim Stand von 4:1. Doch Kimmich hatte in jenem Moment das Bedürfnis, die Faust zu ballen und ein "Jaaa, Mann!" durch die leergefegte Allianz Arena zu brüllen.

Die Hoffenheimer schauten sich verdutzt an, als auch Manuel Neuer und David Alaba aus voller Kehle über den alles andere als spielentscheidenden Ballgewinn von "Terrier" Kimmich jubelten. Ein Moment, der etwas von Lissabon hatte, wo sich die Bayern im vergangenen August ähnlich stimmgewaltig zum Triple pushten.

Kimmich, Neuer und Alaba - das waren gegen Hoffenheim die Lautesten auf dem Platz. Aber auch Jerome Boateng und "Radio Müller" kommentierten fast jede Aktion, coachten ihre Nebenleute. "Das tut der Mannschaft sehr gut", lobte Flick die verbale Präsenz der Bayern-Achse.

Schlecht für die Konkurrenz: Die Bayern-Achse ist nicht nur hörbar, sie findet nach einigen holprigen Monaten auch wieder allmählich zu ihrer fußballerischen Bestform. Gerade Alabas Formkurve geht im Vergleich zur Hinrunde wieder deutlich nach oben, der Österreicher zeigte zusammen mit dem stabilen Boateng eine abgeklärte Vorstellung gegen Hoffenheim. Und Neuer, Kimmich und Müller sind halt Neuer, Kimmich und Müller: stets zuverlässig und gierig nach jedem noch so kleinen Erfolgserlebnis.

FCB auf Meisterkurs: Die obere Tabellenhälfte der Bundesliga

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.Bayern München1957:263145
2.RB Leipzig1932:171538
3.Eintracht Frankfurt1938:281033
4.Bayer Leverkusen1932:191332
5.Borussia Dortmund1938:271132
6.Wolfsburg1827:19832
7.Borussia M'gladbach1936:29732
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