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RB Leipzig - Borussia Dortmund 0:2: Haaland sichert dem BVB Platz zwei

RB Leipzig, Borussia Dortmund

Borussia Dortmund hat sich nach der peinlichen 0:2-Heimpleite gegen Mainz 05 eindrucksvoll zurückgemeldet. Am 33. Bundesliga-Spieltag setzte sich das Team von Lucien Favre mit 2:0 (1:0) gegen ein enttäuschendes RB Leipzig durch und sicherte sich den zweiten Tabellenplatz.

"Nächste Spielzeit wollen wir noch einen Platz nach oben rutschen. Der Titel muss immer das Ziel sein, wenn man so eine Mannschaft hat", sagte der Dortmunder Abwehrchef Mats Hummels nach Abpfiff bei Sky. "Wir waren nach dem Spiel gegen Mainz mit uns selbst unzufrieden. Heute war es einer der besten Auftritte der Saison."

Auch Mittelfeldspieler Julian Brandt meinte: "Wir haben es heute sehr gut gemacht. Die letzten Spiele waren nicht so, wie wir sie uns vorgestellt haben. Das ging schon in Paderborn los, wo wir am Ende zwar hoch gewonnen, aber auch noch nicht besonders gut gespielt haben. Gegen Düsseldorf und Mainz wurde es nicht besser."

Aufseiten der Leipziger haderte Trainer Julian Nagelsmann mit dem Auftreten in Durchgang eins: "Unsere erste Hälfte war erschreckend schwach mit sehr wenig Gegenwehr und Zweikämpfen. Wir hatten kaum Zugriff und haben nie richtig zugepackt. Mit der zweiten Hälfte war ich sehr zufrieden, wir waren viel besser und aggressiver im Spiel und haben die Dortmunder gut unter Druck gesetzt. Ein Punkt wäre sicherlich sogar verdient gewesen."

Immerhin: Durch den 2:0-Erfolg von Hertha BSC über Bayer Leverkusen ist die Champions-League-Qualifikation für RB so gut wie gesichert.

Leipzig - Dortmund: Die Stimmen

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Wir hatten gute Momente in den ersten Minuten. Danach waren wir nicht gut und hatten keinen Zugriff. Wir haben viele Chancen zugelassen und hatten Glück, dass der Rückstand nicht höher ausgefallen ist. In der zweiten Halbzeit haben wir es gut gemacht. Wir wollten idealerweise den Punkt holen. Das zweite Tor am Ende bewerte ich jetzt nicht mehr so."

Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund): "Wir haben in der ersten Halbzeit ein sehr gutes Spiel gemacht. Danach war Leipzig sehr gefährlich. In der ersten Halbzeit haben wir Torchancen gehabt. Am Ende gewinnen wir 2:0 und es ist für mich nicht unverdient."

RB Leipzig - Borussia Dortmund: Die Analyse

Der BVB, bei dem Morey den gesperrten Hakimi auf der rechten Außenbahn ersetzte und Reyna den zuletzt weniger überzeugenden Sancho zunächst auf die Bank verdrängte, präsentierte sich in der Leipziger Arena wie ausgewechselt gegenüber dem Mainz-Spiel. RB kam trotz mehr Ballbesitz in der Anfangsphase nicht in die gefährlichen Zonen, weil Mittelfeldspieler wie Kampl oder Forsberg selten Tempo in ihre Aktionen brachten und die Gäste in Schwarz-Gelb sehr geschlossen und körperbetont verteidigten.

Auch das Umschaltspiel der Favre-Elf funktionierte deutlich besser. Dem gegen Mainz abgemeldeten Haaland boten sich in der ersten Viertelstunde bereits zwei Top-Chancen nach Kontern, die Gulacsi vereitelte. In der 30. Minute blieb der RB-Keeper aber machtlos, als der norwegische Torjäger eine schöne Kombination der auffälligen Brandt und Reyna zur überfälligen BVB-Führung vollendete.

Erstaunlich: Die Leipziger Offensive um Werner und Schick ging vorne kaum ins Pressing, wodurch Hummels immer wieder mühelos das Spiel aufbauen oder mit einem hohen Ball schnell in des Gegners Hälfte verlagern konnte. So entstanden in Hälfte eins einige gefährliche Situationen.

Nagelsmann war mit der Vorstellung seiner Mannschaft nicht zufrieden und löste mit dem Seitenwechsel seine Dreier-Abwehrkette auf. Für Klostermann kam der deutlich offensivere Adams, wodurch die Leipziger im Spiel mit Ball ein Anspielstation mehr im Mittelfeld hatten und Mukiele und Angelino die (wenn auch sehr offensiven) Außenverteidiger gaben. Zwingende Torchancen erspielten sich die Gastgeber dadurch aber auch nicht, weshalb der Vizemeisterschaft des BVB, der sich in Durchgang zwei hauptsächlich aufs Verteidigen beschränkte und in der Nachspielzeit noch einmal in Person von Haaland zuschlug, letztlich nichts mehr im Wege stand.

RB Leipzig - Borussia Dortmund: Die Aufstellungen

RB Leipzig: Gulacsi - Klostermann (46. Adams), Upamecano, Halstenberg - Mukiele, Sabitzer (39. Olmo), Kampl (70. Haidara), Angelino - Schick, Forsberg (74. Konate), Werner (70. Nkunku)

Borussia Dortmund: Bürki - Piszczek, Hummels, Can - Morey (78. Sancho), Brandt, Witsel, Guerreiro (90. Zagadou), Reyna (81. Balerdi), T. Hazard (90. Schulz) - Haaland

RB Leipzig - Borussia Dortmund: Die Daten des Spiels

  • Tore: 0:1 Haaland (30.), 0:2 Haaland (90.+3)

  • Mit seiner Vorlage für Haaland avancierte Reyna laut Opta zum zweitjüngsten Assistgeber für Dortmund seit detaillierter Datenerfassung 2004/05, jünger war nur Nuri Sahin.
  • Erstmals kommt der BVB in einer Bundesliga-Saison auf 84 Tore! Bisheriger Rekord waren 82 in der Saison 2015/16.
  • Piszczek zog mit seinem 362. Pflichtspiel für die Borussia mit dem heutigen Leiter des Lizenzbereiches Sebastian Kehl gleich. Nur sieben Spieler bestritten mehr Partien für den BVB.

Der Star des Spiels: Mats Hummels (Borussia Dortmund)

Wurde im Spielaufbau kaum gepresst, hatte daher viel Platz und nutzte diesen. Verteilte viele Bälle ins vordere Drittel und leitete Chancen ein. Starkes Dribbling vor dem 1:0, ohne das der gesamte Angriff nicht möglich gewesen wäre. Ebenfalls stark: Doppelpacker Haaland.

Der Flop des Spiels: Kevin Kampl (RB Leipzig)

Gewann im Mittelfeld nur 14,3 Prozent seiner 14 bestrittenen Zweikämpfe. Hatte viele Ballkontakte, wirkte aber sehr behäbig und schaffte es kaum, das Spiel der Seinen ins letzte Drittel zu verlagern. Ebenfalls schwach: Der künftige Blue Werner, der bei seinem Heim-Abschied zwar kaum mit Bällen gefüttert wurde (nur 17 Pässe), sich aber auch kaum gegen den ständigen Druck von Can und Co. wehrte und wie Kampl nach 70 Minuten erlöst wurde.

Der Schiedsrichter: Felix Zwayer

Drückte in der 22. Minute mehr als ein Auge zu, als er Schick nach dessen Grätsche von hinten an Witsel nur mit Gelb verwarnte. Die Hausherren hätten sich hier über einen frühen Platzverweis nicht beschweren dürfen. Der 39 Jahre alte Unparteiische aus Berlin pfiff ansonsten solide.

Die Bundesliga-Tabelle nach dem 33. Spieltag

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.Bayern München3396:326479
2.Borussia Dortmund3384:374769
3.RB Leipzig3379:364363
4.Borussia M'gladbach3364:392562
5.Bayer Leverkusen3360:441660
6.Wolfsburg3348:42649
7.TSG Hoffenheim3349:53-449
8.SC Freiburg3344:47-345
9.Eintracht Frankfurt3356:58-242
10.Hertha BSC3347:57-1041
11.Schalke 043338:54-1639
12.1. FC Union Berlin3338:58-2038
13.1. FSV Mainz 053344:64-2037
14.1. FC Köln3350:63-1336
15.FC Augsburg3344:61-1736
16.Fortuna Düsseldorf3336:64-2830
17.Werder Bremen3336:68-3228
18.SC Paderborn 073335:71-3620
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