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FC Bayern - Werder Bremen 6:1: Bayern beendet Negativserie mit Schützenfest gegen Lieblingsgegner

Mit drei Toren gegen Bremen der überragende Mann: Philippe Coutinho.

Der FC Bayern hat seine Negativserie in der Bundesliga beendet und zumindest vorübergehend Boden auf die Spitze gut gemacht. Nach zuletzt zwei Niederlagen gegen Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach feierte der Rekordmeister beim 6:1 (2:1) über Lieblingsgegner Werder Bremen den achten Saisonsieg.

Es war bereits der 21. Pflichtsieg der Münchner seit dem 2:5 im September 2008 gegen die Hanseaten in Folge, 18-mal davon in der Bundesliga. Die Bremer bleiben nach nur einem Sieg in den letzten elf Spielen weiter im Tabellenkeller.

Für das Team von Hansi Flick trafen vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena der herausragende Coutinho (45., 63., 78.), Lewandowski (45.+2, 72.) und Thomas Müller (75.), Milot Rashica hatte die Gäste zuvor in Führung geschossen (24.).

"Das war sein Spiel heute, wie er das heute gemacht hat, das war überragend, wir brauchen so einen Spieler, ich freue mich sehr, dass er gezeigt hat, wie gut er ist", sagte Torjäger Robert Lewandowski über Coutinho, der neben seinem Dreierpack auch noch zwei weitere Tore vorbereitete. "Das hat jedem, der im Stadion war, Spaß gemacht", meinte Bayern-Trainer Flick.

Werder-Coach Florian Kohfeldt haderte mit dem Auftreten seiner Mannschaft. "Nach dem vierten Tor war der Glaube weg. Am Ende waren wir konfus", sagte er.

FC Bayern - Werder Bremen: Die Analyse

Bei beiden Mannschaften gab es drei Wechsel gegenüber dem letzten Spiel. Bei Bayern ersetzten im Vergleich zum 3:1 gegen Tottenham David Alaba, Leon Goretzka und Robert Lewandowski den in der Bundesliga gesperrten Javi Martinez, den verletzten Kingsley Coman und Ivan Perisic, der ebenso wie Thomas Müller auf der Bank Platz nahm. Dort saßen zudem aufgrund der Personalprobleme die vier Youngster Lars Lukas Mai, Sarpeet Singh, Oliver Batista Meier und Joshua Zirkzee.

Bei Werder fehlten im Vergleich zum 0:1 gegen Paderborn die verletzten Niklas Moisander und Philipp Bargfrede, der angeschlagene Leonardo Bittencourt saß nur auf der Bank. Daher stellte Kohfeldt wie erwartet auf eine Dreierkette plus fünf eher defensiv orientierten Mittelfeldspielern um.

Trotzdem hatten die Gastgeber zu Beginn große Räume, vor allem auf der linken Seite, wo Alphonso Davies Michael Lang gleich mehrfach alt aussehen ließ. Doch wie schon in den Partien gegen Leverkusen und Gladbach gingen die Bayern leichtfertig mit ihren Chancen um: Sowohl Serge Gnabry (5.) als auch Lewandowski, der vor der Pause dreimal an Jiri Pavlenka scheiterte (9., 14., 39.), vergaben aus besten Positionen die Führung.

Stattdessen versuchten die Bremer ihr Glück immer wieder mit langen Bällen auf den pfeilschnellen Rashica, der Jerome Boateng mehrfach davonlief. So auch beim 0:1, als auch Manuel Neuer beim nicht unhaltbar erscheinenden 20-Meter-Abschluss keine gute Figur machte. Danach konnten die gut pressenden Gäste die Begegnung offen gestalten, ehe sie sich doch noch in den letzten drei Minuten vor der Pause unnötig zwei Treffer durch Coutinho (45.) und Lewandowski (45.+2) einschenken ließen.

Flick reagierte zur Halbzeit und nahm den indisponierten Boateng runter. Dafür kam Perisic, Kimmich rückte nach rechts hinten und Pavard in die Innenverteidigung. Auf der anderen Seite war es erneut Pavlenka, der mit einem Reflex gegen Coutinho das 3:1 verhinderte (47.). Das fiel dann 16 Minuten später durch einen kunstvollen Heber des Brasilianers nach überragendem 30-Meter-Pass von Alaba. Danach dominierten die Bayern, die auf 73 Prozent Ballbesitz kamen, die Partie gegen die komplett einbrechenden Bremer nach Belieben und kamen durch Lewandowski (72., 18. Saisontor), den eingewechselten Müller (75.) und ein Traumtor von Coutinho (78.) zu weiteren Treffern.

Daten des Spiels FC Bayern - Werder Bremen

Tore: 0:1 Rashica (24.), 1:1 Coutinho (45.), 2:1 Lewandowski (45.+2), 3:1 Coutinho (63.), 4:1 Lewandowski (72.), 5:1 Müller (75.), 6:1 Coutinho (78.)

  • Es war das 107. Bundesliga-Duell zwischen Bayern München und Werder Bremen, nur die Begegnung SV Werder gegen den Hamburger SV gab es öfter (108-mal).
  • Bayern München gewann die letzten 18 Bundesliga-Spiele gegen Werder Bremen. Das ist die längste Siegesserie eines Klubs gegen einen anderen in der Bundesliga-Historie.
  • Werder gewann nur eins der vergangenen elf Bundesliga-Spiele (5 Remis, 4 Niederlagen).
  • Die Bremer haben nun seit 16 Bundesliga-Spielen nicht mehr zu null gespielt. Das ist die längste Serie der Norddeutschen seit über dreieinhalb Jahren: Zwischen Mai 2015 und Mai 2016 hatte es in 35 Ligaspielen in Folge keine Weiße Weste gegeben.
  • Thomas Müller kam durch seine Einwechslung nach 69 Minuten für Leon Goretzka zu seinem 333. Bundesliga-Spiel für Bayern, womit er Ex-Kapitän Philipp Lahm überholte.

Star des Spiels: Philippe Coutinho (FC Bayern)

Der Brasilianer ist offenbar endgültig angekommen bei Bayern. Nach seiner guten Partie und einem Tor gegen Tottenham legte Coutinho gegen Bremen nochmal eins drauf und zeigte eine überragende Leistung. Der Mittelfeldspieler überzeugte mit Einsatz, guten Pässen und Torgefahr. Zur Belohnung schnürte er seinen ersten Dreierpack für die Münchner, wobei vor allem sein Drehschuss zum 6:1 eine Augenweide war.

Flop des Spiels: Christian Groß (Werder Bremen)

Der 30-Jährige konnte Kapitän Moisander nicht ersetzen und war ebenso wie seine Mitspieler vor allem nach der Pause komplett überfordert vom Münchner Angriffswirbel. Eine Zweikampfquote von 20 Prozent spricht für sich.

Der Schiedsrichter: Robert Schröder

Der Unparteiische aus Hannover stand zwar ein paar Mal den Bremern im Weg, ansonsten hatte er die insgesamt faire Begegnung aber im Griff. Keine gravierende Fehlentscheidung, ausgewogene Regelauslegung und vertretbare Gelbe Karten.

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