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Fussball

Starker Wölfe-Auftritt ohne De Bruyne

Auch ohne Kevin geht's! Die Wolfsburger bejubeln das zwischenzeitliche 2:0
© Getty

Der VfL Wolfsburg hat sich zum Auftakt des 3. Spieltags mit einer starken Vorstellung an die Spitze der Bundesliga geschoben. Auch ohne ihren Star Kevin De Bruyne, der unmittelbar vor einem Wechsel zu Manchester City steht, schlugen die Wölfe den FC Schalke 04 mit 3:0 (1:0).

Vor 30.000 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen Arena sorgte Bas Dost für die frühe Führung der Hausherren (17.). Nach Wiederanpfiff legte Ricardo Rodriguez mit einem Strafstoß nach (59.). Sead Kolasinach hatte Luiz Gustavo nach einer Ecke elfmeterreif zu Fall gebracht.

Abwehrspieler Timm Klose sorgte nur zwei Minuten später nach einer einstudierten Eckenvariante sehenswert für die Entscheidung (61.). Andre Schürrle feierte nach überstandenen Oberschenkelproblemen sein Saisondebüt (76.).

Mit nunmehr sieben Punkten haben die Wolfsburger zumindest über Nacht die Tabellenführung vor einem punktgleichen Trio inne (Dortmund, Bayern, Leverkusen, alle sechs Punkte). Schalke steht auf Rang sieben (vier Punkte), kann aber im Laufe des Spieltags noch abrutschen.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Dieter Hecking verzichtet auf die abwanderungswilligen De Bruyne und Perisic im Wolfsburger Kader, dafür beginnen Vieirinha und Caligiuri. Guilavogui ersetzt im Gegensatz zum 1:1 in Köln Hunt im Mittelfeld, Träsch startet für den nach vorne gerückten Vieirinha hinten rechts.

Bei den Gästen aus Gelsenkirchen muss nach dem 1:1 gegen Darmstadt Di Santo auf die Bank und wird von Sane ersetzt. Aogo rückt ins Mittelfeld für Höger, auf den Außenverteidigerpositionen kommen Riether und Kolasinac neu in die Startelf.

17., 1:0, Dost: Der erste gute Angriff bringt die Führung: Träsch darf von rechts flanken, in der Mitte stiehlt sich Dost zwischen die Schalker Innenverteidiger und nimmt die Flanke technisch anspruchsvoll direkt - Fährmann ohne Chance!

23.: Selbes Spiel beinahe auf der anderen Seite! Draxler schickt links Kolasinac mit einem Traumpass auf die Reise - und der Verteidiger sieht im Rücken der Abwehr Sane. Der Angreifer nimmt den Ball an, zögert aber zu lange und bleibt mit dem Abschluss am hineingrätschenden Naldo hängen.

29.: Der starke Sane narrt mehrere Schalker und rechts am Sechzehner zu Choupo-Moting. Dessen scharfer Pass an den Elferpunkt setzt Huntelaar - sichtlich überrascht von seinen Freiheiten - klar über den Kasten. Da war mehr drin!

47.: Gustavo und Huntelaar stochern um einen flippernden Ball, der schließlich Geis vor den Schlappen fällt. Der Neuzugang zimmert aus 25 Metern direkt drauf - und verfehlt das Tor um Haaresbreite!

59., 2:0, Rodriguez (FE): Nach einer Ecke senst Kolasinac Gustavo unbeholfen um! Klare Sache - sieht auch Brych so. Rodriguez schickt Fährmann nach links und verwandelt sicher flach in andere Ecke.

61., 3:0, Klose: Wieder eine überraschende Eckenvariante. Klose rauscht aus dem Rückraum heran, nimmt die halbhohe Hereingabe an den kurzen Pfosten sensationell Volley und trifft zur Entscheidung. Starke Bude...

75.: Aus dem Nichts mal wieder ein Schalker Angriff. Goretzka sieht links im Strafraum Huntelaar, der viel zu frei ist, aus spitzem Winkel aber symptomatisch total verzieht.

Fazit: Wolfsburg holt sich absolut verdiente drei Punkte in einer intensiven Partie gegen ein, vor allem in der Offensive, viel zu harm- und planloses Schalke.

Der Star des Spiels: Christian Träsch war nicht nur defensiv eine Bank, sondern ließ auch die Schalker Defensive kein Land sehen. Mit zahlreichen Vorstößen stetiger Gefahrenherd. Hatte am Ende die meisten Ballaktionen aller Wolfsburger, spielte die meisten Pässe in der Schalker Hälfte und bereitete das 1:0 vor. Auch stark: Vieirinha und Rodriguez.

Der Flop des Spiels: Eric-Maxim Coupo-Moting mit einer äußerst überschaubaren Vorstellung. Konnte im Angriff keinerlei Akzente setzen, hatte bis zu seiner vorzeitigen Auswechslung nach einer Stunde die wenigsten Ballkontakte aller Königsblauen in der Startelf (20) und spielte jeden zweiten Ball zum Gegner.

Der Schiedsrichter: Dr. Felix Brych mit einer fehlerfreien und unaufgeregten Vorstellung in einem Spiel, das auch wenig strittige Szenen hervorbrachte. Der Elfmeterpfiff gegen Kolasinac (58.) war korrekt.

Das fiel auf:

  • S04-Coach Breitenreiter setzte Di Santo auf die Bank - dessen Ersatz Sane agierte aber auf dem Flügel. Die hängende Spitze gab Draxler, der bei Ballbesitz Wolfsburg gar auf einer Höhe mit Huntelaar agierte. Schalke empfing die Hausherren dann im 4-4-2 erst an der Mittellinie, dann aber mit der richtigen Portion Aggressivität.
  • Beide Teams lieferten sich eine intensive und unterhaltsame, aber auch hektische Partie, in der den passsicheren Wölfen die Anfangsphase gehörte, Schalke sich aber mit guter Zweikampfführung Mitte der ersten Hälfte ins Spiel zurückbrachte.
  • Mit viel Tempo versuchten beide Mannschaften, nach Ballgewinnen sofort Meter zu machen. Mit Ausnahme von wenigen Situationen - wie vor dem Tor, als Wolfsburg 20 Ballkontakte in Folge hatte - suchte man ruhigen und kontrollierten Spielaufbau vergeblich.
  • Die De-Bruyne-lose Dreierreihe im offensiven Mittelfeld der Wölfe hieß Caligiuri, Kruse und Vieirinha. Dabei könnte jedoch nur Letzterer mit seinen Flügelläufen überzeugen, während Caligiuri und der ehemalige Galdbacher im fahrigen Angriffsspiel erst im zweiten Abschnitt ein Bein auf den Boden brachten.
  • Im Endeffekt waren es zwei Standardsituationen binnen weniger Minuten, die den Schalkern den Sieg kosteten. Im Anschluss Königsblau von der Rolle und Wolfsburg nie mehr in Gefahr, Punkte abzugeben.

Wolfsburg - Schalke: Die Statistik zum Spiel

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