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Fussball

Bayern zündet Offensiv-Feuerwerk

Von David Kreisl und Christoph Köckeis
Der FC Bayern hat sich nach einem Angriffs-Spektakel an die Tabellenspitze geschoben
© Getty

Bayern München feiert im Spitzenspiel des 3. Bundesliga-Spieltages einen 3:0 (1:0)-Heimsieg gegen Bayer Leverkusen. Ein Jubilar glänzte - Hilbert erlebte einen rabenschwarzen Tag.

In der ausverkauften Allianz Arena sorgte Thomas Müller für klare Verhältnisse: Er traf bei seinem 200. Bundesligaspiel für den Rekordmeister im Doppelpack (26., 61./Elfmeter) und erzielte zudem sein 75. Bundesligator. Arjen Robben setzte in der 71. Minute ebenfalls per Strafstoß den Schlusspunkt.

Nach drei Spieltagen hält der Meister bei makellosen neun Punkten. Für Leverkusen war es indes die erste Niederlage. Zum Pechvogel des Abends verkam Roberto Hilbert, der gegen Douglas Costa auf verlorenem Posten stand und zudem beide Elfmeter verschuldete.

Reaktionen:

Pep Guardiola (Trainer Bayern München): "Wir haben Probleme mit dem letzten Pass. Wir kreieren viele Torchancen, aber der letzte Pass ist nicht gut genug. Deswegen haben wir nur 3:0 gewonnen. Aber das ist in Ordnung. Wir haben gegen einen großen Konkurrenten gewonnen."

Roger Schmidt (Trainer Bayer Leverkusen): "Wir haben gegen die beste Mannschaft der Welt gespielt und das hat man heute auch gesehen. Wenn man in München verliert, dann braucht man keine Ausreden. Der Sieg ist total verdient, Bayern München war heute einfach die bessere Mannschaft."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Ein Innenverteidiger sitzt auf der Bank, auf dem Rasen versucht es Pep Guardiola gar ohne: Boateng (gesperrt) und Benatia (Muskelverletzung) fehlen. Stattdessen bilden Alaba und Alonso das Zentrum. Dante, dessen Verbleib in München ungewiss ist, muss zusehen. Außerdem rotiert Götze für Thiago aus der Startelf.

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Roger Schmidt vertraut auf Bewährtes: Nach dem fulminanten 3:0-Heimerfolg über Lazio Rom und dem Einzug in die Champions-League-Gruppenphase nimmt er keine Veränderungen vor. In einem 4-4-2 bilden Mehmedi-Kießling das Angriffsduo. Hinten verteidigt der junge Tah neben Papadopoulos gegen die bayrischen Offensiv-Stars.

12.: Robben macht das Spiel auf seiner rechten Seite schnell. Er sieht die Lücke und legt zurück an den Strafraum zu Thiago, der nicht lange fackelt. Sein Abschluss aus 16 Metern segelt jedoch knapp einen Meter vorbei am rechten Giebel.

19.: Jetzt wird es Kramer zu bunt: Er eilt Hilbert auf der rechten Abwehrseite zur Hilfe und grätscht Douglas rustikal um. Gelbe Karte für den Leverkusener - anders ist der Turbodribbler auch kaum zu stoppen. Eine sinnbildliche Aktion!

26., 1:0, Müller: Plötzlich geht alles blitzschnell! Einen langen Ball von rechts nimmt Douglas auf und spielt ihn mit der Annahme an Roberto Hilbert vorbei. Er hat das Auge für den perfekten Querpass auf Höhe des Fünfers. Jubilar Müller muss in der Mitte nur den Fuß hinhalten.

30.: Aluminium! Robben taucht nach einem langen Ball rechts im Sechzehner auf. Er sieht Douglas, der in vollem Tempo und ohne Verteidiger im Schlepptau gen Fünfer marschiert. Das Lattenkreuz rettet für den bereits geschlagenen Leno.

37.: Was für ein Hammer! Calhanoglu tut das, was er am liebsten tut - nämlich Freistoßschießen. Er nagelt den Versuch aus rund 25 Metern zentral an die Latte. Neuer bringt gerade noch die Hände hoch und verhindert schlimmeres.

55.: Robben ist nicht zu halten, diesmal passt sein Querpass an den Strafraum. Leno kommt gut aus dem Kasten und hat im Duell mit Lewandowski Glück. Der Pressschlag kullert daneben.

61., 2:0, Müller: Bei einem Alonso-Freistoß schubst Hilbert den hochspringenden Vidal - Elfmeter! Müller läuft an, stoppt ein wenig ab und versenkt souverän mittig im Tor, während Leno nach links abtaucht.

71., 3:0, Robben: Abermals zeigt Schiri Meyer auf den Punkt. Abermals macht Hilbert eine überaus unglückliche Figur. Ihm springt der Ball gegen den Arm. Robben tritt an und lässt sich nicht zweimal bitten. Er schiebt cool links ein.

Fazit: Verdienter Erfolg! Besonders in der Vorwärtsbewegung agierte der Meister viel konsequenter und zielstrebiger. Douglas und Robben entblößten ein ums andere Mal die Abwehr. Nach vorne lief bei Leverkusen nach der CL-Gala am Mittwoch wenig zusammen.

Der Star des Spiels: Thomas Müller durfte bei seinem Jubiläum (200. Bundesligaspiel) das machen, was er am besten kann: Tore schießen! Abgeklärt bei der wichtigen Führung, frech beim entscheidenden Elfer zum 2:0. In der etwas schlampigen FCB-Offensive der Akteur mit den klarsten Ideen. Ebenso bockstark: Douglas Costa.

Der Flop des Spiels: Roberto Hilbert hatte die undankbare Aufgabe, auf Douglas Costa aufpassen zu müssen - und war damit heillos überfordert. Machte gegen den flinken Brasilianer keinen Stich, ließ ihn vor dem 0:1 trotz besserer Position einfach davonlaufen und verschuldete zudem die Elfmeter zum 0:2 und 0:3. Ein absolut gebrauchter Tag für den Rechtsverteidiger.

Der Schiedsrichter: Florian Meyer sah sich gezwungen, bereits nach 19 Minuten vier Gelbe Karten zu zücken - was hart, aber in der Konsequenz vertretbar war. Verlor sich im Anschluss aber in einer zu kleinlichen Linie. Entschied zunächst bei Tahs leichtem Schubser gegen Robben (47.) zurecht nicht auf Elfmeter, der Strafstoß bei der Aktion Hilbert gegen Vidal war vertretbar (59.), ebenso wie der zweite Strafstoß nach Hilberts Handspiel (70.).

Das fiel auf:

  • Trotz der Ausfälle von Boateng, Benatia, Badstuber und Martinez schaffte es Pep Guardiola, einen Einsatz des ungeliebten Dante zu umschiffen - indem er einfach gar keinen Innenverteidiger auf den Platz schickte. Bei Ballbesitz Leverkusen formierte sich in der FCB-Defensive eine Viererkette mit Lahm (rechts) und Bernat (links) auf den Außen sowie Alaba und Alonso in der Mitte. Letzterer fungierte bei eigenem Ballbesitz als Zwischenspieler, der immer wieder als Ballverteiler ins Mittelfeld vor rückte und die Defensive als Dreierkette zurückließ.
  • Leverkusen, das im 4-4-2 eine unglaubliche Grundintensität in Sachen Pressing an den Tag legte und den Ball regelmäßig bis zu Neuer zurück jagte, hatte lange Probleme, Tempo in die eigenen Angriffe zu bringen. In der Luft waren die Bayern überlegen, so waren es bei der Werkself in Abschnitt eins nur die Standards, die für wirkliche Gefahr sorgten.
  • Wie schon beim letztjährigen Heimspiel gegen Bayer umging Guardiola die gefährliche Balljagd der Gäste, in dem er das Spiel im letzten Drittel unglaublich breit machte. Costa und Robben klebten quasi an den Außenlinien, standen damit sogar meist höher als Lewandowski und Müller und wurden mit weiten Schlägen aus der Defensive gesucht.
  • Mit der Hereinnahme von Julian Brandt und dem Wechsel von Karim Bellarabi auf die linke Seite zur Pause gestaltete sich das Spiel der Leverkusener wesentlich flüssiger in der Offensive, doch boten sich den Münchnern - vor allem nach dem zweiten Tor - gegen jetzt völlig unsortierte Leverkusener immer wieder Konterchancen, die aber teils verheerend zu Ende gespielt wurden.

Bayern - Leverkusen: Die Statistik zum Spiel

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