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Fussball

Hamburg schießt sich aus der Krise

Von Daniel Reimann
Der Hamburger SV hatte aus den ersten drei Ligaspielen keinen einzigen Sieg geholt
© Getty

Der Hamburger SV hat gegen Eintracht Braunschweig seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Die Hanseaten gewannen gegen den Aufsteiger mit 4:0 (2:0).

Vor 51.000 Zuschauern in der Imtech-Arena schoss Kapitän Rafael van der Vaart den HSV früh in Führung (7.), Stürmer Jacques Zoua (17.) legte nach.

Im zweiten Durchgang traf Hakan Calhanoglu nur wenige Augenblicke nach seiner Einwechslung zum 3:0 (80.), bevor er in der Schlussminute per Freistoß für den 4:0-Endstand sorgte (90.+1).

Stimmen des Spieltags - Calhanoglu: "Ich werde heute kaum schlafen"

Reaktionen:

Trainer Thorsten Fink (Hamburger SV): "Das war ein sehr gutes Spiel meiner Mannschaft. Wir waren über 90 Minuten das bessere Team und haben in der zweiten Halbzeit kaum Torchancen zugelassen. Statt zu verwalten, wollten wir das 3:0 und das 4:0 machen. Jetzt haben wir erst mal zwei Wochen Ruhe."

Trainer Torsten Lieberknecht (Eintracht Braunschweig): "Wenn man 4:0 verliert, ist das ganz bitter - dabei war unsere Leistung in der ersten Halbzeit okay. Ich weiß nicht, was wir verbrochen haben: Der Moment des Glücks ist zurzeit einfach nicht auf unserer Seite. Ich habe in jedem Spiel gute bis sehr gute Ansätze gesehen. Wenn wir weiter so arbeiten, wird der glückliche Moment auch mal bei uns sein. Ich werde jetzt versuchen, die Mannschaft aufzurichten, auch wenn es schwer fällt."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Beim HSV zwei Änderungen im Vergleich zum Hertha-Spiel. Rudnevs und Sobiech bleiben draußen, Zoua und Djourou beginnen.

Braunschweig-Coach Lieberknecht stellt - teils verletzungsbedingt - sogar fünfmal um. Unter anderem kommt Stürmer Kumbela zu seinem Startelf-Debüt in dieser Saison, Kruppke hingegen sitzt nur draußen.

7., 1:0, van der Vaart! Langer Abschlag von Adler, Zoua verlängert per Kopf in den Lauf von Beister. Dessen Hereingabe wird abgefälscht, am Fünfer grätscht van der Vaart dazwischen und drückt die Kugel am herausstürmenden Davari vorbei ins Tor.

9.: Freistoß van der Vaart aus dem rechten Halbfeld. Zoua mit dem Hinterkopf - Latte! Kurz darauf segelt der Ball wieder in den Fünfer, doch Zouas Fallrückzieher geht drüber.

17., 2:0, Zoua! Wieder Adler mit dem langen Abschlag. Dogan völlig indisponiert, Beister setzt sich mit gutem Körpereinsatz durch und dringt in den Sechzehner ein. Kluger Querpass am Fünfer - Zoua schiebt locker ein.

22.: Flanke Kessel von rechts, Abschluss Jackson aus sieben Metern, doch Adler pariert.

23.: Van der Vaart zündet aus 30 Metern einen Gewaltschuss. Davari fischt die Kugel stark aus dem Winkel.

28.: Freistoß HSV von halblinks an den Fünfer, wo Theuerkauf an den eigenen Pfosten köpft! Im Nachschuss schließt Zoua zu harmlos ab.

55.: Wieder ein brandgefährlicher Freistoß von van der Vaart, mit viel Schnitt aufs Tor. Westermann köpft aus kürzester Distanz knapp vorbei

57.: Flanke Jiracek, mustergültiger Kopfball von Zoua aus sechs Metern - Davari rettet mit einem überragenden Reflex.

59.: Der starke van der Vaart mit einem Premium-Steilpass in den Lauf von Beister, doch der scheitert aus 15 Metern an Davari.

80., 3:0, Calhanoglu! Was für ein Traumstart des Youngsters! Eben erst für van der Vaart eingewechselt, spaziert er ungestört durch die Braunschweiger Abwehr und zieht aus 18 Metern von halblinks ab. Haltbar - doch Davari rutscht der Ball durch.

85.: Nach einem Freistoß von rechts kommt Zoua aus kürzester Distanz zum Abschluss, doch er scheitert abermals an Davari.

90.+1, 4:0, Calhanoglu! Freistoß HSV aus 18 Metern, Calhanoglu tritt an. Traumhafter Schlenzer ins Torwarteck - drin!

Fazit: Vollkommen verdienter und ungefährdeter Sieg des HSV gegen extrem harmlose Braunschweiger.

Der Star des Spiels: Rafael van der Vaart. Brachte den HSV früh auf die Siegerstraße und war aus Braunschweiger Sicht ein ständiger Unruheherd. Seine Standards waren höllisch gefährlich, seine Distanzschüsse unberechenbar, seine Steilpässe sehenswert. Setzte seine Mitspieler immer wieder gut Szene (zehn Flanken, sechs Torschussvorlagen). Ebenfalls beeindruckend nach seiner Einwechslung: Youngster Hakan Calhanoglu.

Der Flop des Spiels: Deniz Dogan. Zugegeben: Nebenmann Bicakcic machte kaum eine bessere Figur. Doch Dogan zeigte vor dem 0:2 das, was symptomatisch für den Auftritt der Braunschweiger Defensive steht: Schlechtes Stellungsspiel, mangelnde Antizipationsfähigkeit und Harmlosigkeit im Zweikampf. Auch insgesamt mit schlechten Zweikampfwerten (41 Prozent gewonnene Duelle).

Der Schiedsrichter: Knut Kircher. Souveräne Leitung von Kircher! Der Referee fand eine gute Mischung, stand und entschied in kniffligen Situationen meist richtig. Beispielsweise vor dem 0:2, als Beisters Körpereinsatz gegen Dogan zurecht nicht als Foul gewertet wurde. Auch van der Vaarts leichter Griff an den Hals von Boland (75.) war harmlos.

Das fiel auf:

  • Die Gäste aus Braunschweig begannen durchaus gefällig und mutig im Spiel nach vorne. Hamburgs Defensive suchte anfangs noch die Orientierung, große Lücken zwischen Viererkette und defensivem Mittelfeld ermöglichten der Eintracht zahlreiche Räume. Doch tödliche Pässe oder gefährliche Abschlüsse hatten Seltenheitswert.
  • Hamburg lieferte einen spielerisch äußerst bescheidenen Auftritt, versuchte viel über lange Bälle in Richtung Zoua. Beide Tore in Durchgang eins wurden durch einen Abschlag von Adler eingeleitet, die Braunschweiger Abwehr war meist brutal indisponiert.
  • Darüber hinaus wurde der HSV nur über Standards oder Weitschüsse gefährlich. In der gesamten ersten Halbzeit wurde keine einzige Großchance sehenswert herausgespielt.
  • Nach Wiederanpfiff zeigte der HSV ein neues Selbstvertrauen und setzte auch spielerische Akzente. Vor allem Arslan und van der Vaart machten das Spiel nach Ballgewinn schnell und kombinierten plötzlich auch auf kleinem Raum gefällig.
  • Die Löwen hingen ergaben sich ihrem Schicksal. Kumbela und Jackson hingegen als Doppelspitze meist in der Luft. Von Theuerkauf und Vrancic kamen zu wenige Impulse aus der Mittelfeld-Zentrale, da beide mit Defensivarbeit ausgelastet waren. So hatte der HSV keinerlei Probleme, seinen Stiefel ungestört runter zu spielen.

Hamburg - Braunschweig: Daten zum Spiel

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