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Fussball

Dortmund festigt Rang zwei

Wolfsburgs Junior Malanda (l.) im Kopfballduell mit Sebastian Kehl
© imago

Borussia Dortmund hat den VfL Wolfsburg beim Samstagabendspiel des 29. Spieltags mit 2:1 (0:1) geschlagen und Schalke 04 dadurch auf drei Punkte distanziert. Für die Gäste war Ivica Olic erfolgreich, auf Seiten des BVB trafen Robert Lewandowski und Marco Reus.

Vor 80645 Zuschauern im ausverkauften Signal-Iduna-Park brachte Ivica Olic den VfL Wolfsburg mit seinem elften Saisontor in Führung (40.), ehe Robert Lewandowski nach einer Ecke ausglich (50.). Nach einem weiteren Patzer von Gäste-Keeper Max Grün erzielte Marco Reus den entscheidenden Treffer.

Borussia Dortmund festigt mit diesem Sieg den zweiten Tabellenplatz, der VfL verpasst den Sprung auf Rang vier und hat nun einen Zähler Rückstand auf Leverkusen und Gladbach.

Die Reaktionen:

Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund): "In der ersten Halbzeit haben wir dem Gegner den Ball so oft in die Füße gespielt, wie ich das selten gesehen habe. Das Gegentor war nicht notwendig. In der zweiten Halbzeit haben wir zwei Spieler und das System gewechselt. Am Ende waren wir sehr erleichtert über einen wichtigen Sieg."

Dieter Hecking (Trainer VfL Wolfsburg): "Wir haben eine überragende erste Halbzeit gespielt, in der wir das zweite oder sogar dritte Tor hätten machen müssen. Wir wollten Dortmund ärgern, das ist uns eine Halbzeit lang gelungen. Nach dem 1:1 hat der BVB die zweite Luft bekommen."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Heim-Trainer Jürgen Klopp tauscht auf zwei Positionen im Vergleich zur 0:3-Pleite in Madrid. Mitch Langerak ersetzt Roman Weidenfeller, der nicht rechtzeitig fit geworden ist, im Tor der Borussen. Außerdem rückt Lewandowski wieder in die Elf, dafür muss Sascha Durm auf die Bank, Kevin Großkreutz besetzt die Position des Links-Verteidigers.

Auch Gegenüber Dieter Hecking bringt seine beste Elf. Abgesehen vom weiterhin verletzten Diego Benaglio muss er auch Timm Klose ersetzen. Dafür steht Robin Knoche wieder in der Startformation.

8.: Träsch lässt sich den Ball leichtfertig von Mkhitaryan abluchsen. Der Armenier leitet sofort weiter zu Reus. Malanda fälscht Reus' Schuss aus spitzem Winkel noch ab, Grün ist aber unten und fischt das Leder aus der kurzen Ecke. Klasse Reflex.

23.: Kuriose Szene im BVB-Strafraum. Die Wölfe kontern gepflegt über links. In der Mitte verpassen alle, wodurch de Bruyne aus 15 Metern völlig frei zum Schuss kommt. Der Belgier senst komplett am Ball vorbei. Die Kugel kullert ins Toraus.

34., 0:1, Olic: Die verdiente Führung der Gäste, resultierend aus einer Fehlerkette des BVB. Zunächst kann Rodriguez vollkommen frei aus dem Halbfeld flanken, dann geht Kehl gegen Malanda nicht richtig zum Kopfball. Langerak kann diesen zwar noch abwehren, den Abpraller schnappt sich dann aber Olic, der gedankenschneller als Hummels ist und den Ball aus kurzer Distanz ins Tor knallt.

40.: Unfassbar. Doppel-Latte innerhalb von Zehntelsekunden. De Bruyne geht über rechts bis zur Grundlinie und gibt scharf nach innen. Dort rutscht Olic heran, trifft aber nur die Latte, von der der Ball auf Olic prallt und erneut am Querbalken landet.

50., 1:1, Lewandowski: Wenn aus dem Spiel nichts geht, hilft oft nur eine Standardsituation. Reus schlägt die Ecke von links, in der Mitte verschätzt sich Naldo, Knoche kommt zu spät in den Zweikampf und Grün segelt an Freund und Feind vorbei - Nutznießer Lewandowski nickt gekonnt ein.

60.: Dortmund kontert wie auf dem Reißbrett. Lewandowski trägt den Ball aus der eigenen Hälfte über 60 Meter bis vor den Strafraum der Gäste und findet den richtigen Moment für das Zuspiel auf den links mitgelaufenen Mkhitaryan. Der Armenier zieht sofort ab, verfehlt den rechten Pfosten aber haarscharf.

77., 2:1, Reus: Wieder trifft der BVB, wieder sieht Grün nicht gut aus. Der Keeper fischt eine Flanke aus der Luft, hält den Ball aber nicht richtig fest und verliert ihn auf dem Weg zum Boden. Reus zeigt sich gedankenschnell und schiebt das Leder über die Linie.

Fazit: Dortmund siegt nicht unverdient, hätte sich aber auch über eine Punkteteilung nicht beschweren können. Wolfsburg war in den ersten 45 Minuten deutlich überlegen, in der zweiten Halbzeit spielte allerdings fast nur noch der BVB. Insgesamt gingen beide Mannschaften zu fahrlässig mit ihren Großchancen um.

Der Star des Spiels: Robert Lewandowski. Wurde im CL-Viertelfinale schmerzlich vermisst und zeigte einmal mehr, was ihn für den BVB so wichtig macht. Drehte mit seinem Treffer zum 1:1 nicht nur das Spiel, sondern ließ sich auch immer wieder tief fallen und trieb seine Mannschaft nach vorne. Ebenfalls stark: Ivica Olic, der in der zweiten Hälfte allerdings vollkommen abtauchte.

Der Flop des Spiels: Max Grün: Erwischte einen sehr unglücklichen Geburtstag und muss sich an beiden Dortmunder Treffern eine Mitschuld anrechnen lassen. In beiden Situationen gilt die alte Weisheit: Wenn er rauskommt, muss er ihn haben - und auch festhalten. Beim BVB enttäuschte Nuri Sahin völlig.

Der Schiedsrichter: Knut Kircher. Entschied sich in der 15. Minute, Sokratis für dessen hartes Einsteigen nicht mit Gelb zu bestrafen und hielt diese großzügige Linie auch konsequent bei. An der Verwarnung für Träsch in der 32. Minute kam er allerdings nicht vorbei. Am Ende steht eine gute Leistung des Unparteiischen, der allerdings auch keine wirklich knifflige Szene bewerten musste.

Das fiel auf:

  • Beide Teams erwischten einen nervösen Beginn und erlaubten sich einige Fehlpässe und technische Fehler. Mit zunehmender Zeit kamen die Gäste allerdings immer besser ins Spiel, ließen Dortmund im dicht gestaffelten 4-2-3-1 anrennen und konterten dann brandgefährlich. So hatten die Wölfe sieben Torschüsse zu verzeichnen, bevor der BVB das erste Mal den Kasten von Grün anvisierte. Die verdiente Führung war die logische Konsequenz.
  • Die Kombination Piszczek-Hummels-Sokratis-Großkreutz ist bereits die 17. Formation der Borussen-Viererkette in dieser Saison - und das war deutlich sichtbar. Sowohl im Spielaufbau als auch in der Organisation des Defensivverbunds offenbarte Dortmund immer wieder eklatante Schwächen und Nachlässigkeiten.
  • Dortmund kam mit viel Schwung und Jojic sowie Durm anstelle von Sahin und Aubameyang aus der Kabine. Die damit verbundene Umstellung brachte mehr Sicherheit in der Defensive und das Übergewicht im Mittelfeld. Vor allem der vorgezogene Großkreutz sorgte auf dem linken Flügel ständig für Unruhe.
  • Beeindruckend, wie Dortmund trotz der Champions-League-Partie unter der Woche stürmte und sich gegen die Niederlage beziehungsweise den Punktverlust stemmte. Einigen Spielern war deutlich anzumerken, dass sie bereits auf der Felge laufen - trotzdem biss jeder auf die Zähne und scheute weder Meter noch Zweikämpfe.

Dortmund - Wolfsburg: Die Statistik zum Spiel

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