Wolfsburg ringt platten BVB nieder

Wolfsburg und Dortmund lieferten sich eine Partie mit vielen Zweikämpfen
© Getty

Borussia Dortmund hat am 12. Spieltag der Bundesliga einen Rückschlag im Fernduell mit dem FC Bayern hinnehmen müssen. Beim VfL Wolfsburg unterlag der BVB mit 1:2 (1:0).

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Die 30.000 Zuschauer in der Volkswagen Arena sahen eine Partie, die vor allem von Zweikämpfen geprägt war. Dortmund kassierte drei Tage nach der Niederlage gegen Arsenal auch die zweite Pleite in der Bundesliga.

Selbst die Führung durch einen starken Freistoß von Marco Reus konnte der BVB nicht nutzen (45.+2). Ricardo Rodriguez (56.) und Ivica Olic drehten die Partie nach der Pause (69.).

Dortmund geht damit mit vier Punkten Rückstand ins Spitzenspiel am kommenden Spieltag (23. November) gegen den FC Bayern, der den FC Augsburg 3:0 schlug. Zu allem Überfluss musste der Dortmunder Neven Subotic kurz vor der Halbzeit verletzt ausgewechselt werden, nachdem er sich das Knie verdreht hatte.

Die Reaktionen:

Dieter Hecking (Trainer VfL Wolfsburg): "Wir haben in der ersten Halbzeit zwei, drei dicke Dinger, und mit etwas Glück gehen wir da in Führung. Wir haben mit hohem läuferischen Aufwand gegen die Qualität von Borussia Dortmund agiert, haben versucht, die Räume zuzulaufen und den Gegner in Zweikämpfe zu verwickeln. Es war kein unverdienter Sieg, weil wir viel investiert haben, und weil wir uns den Sieg hart und kompakt erarbeitet haben."

Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund): "Wir hätten in unserer besten Phase nach der Halbzeit das zweite Tor machen können. Das zweite Tor [für Wolfsburg] ist ambitioniert für das Tor des Monats. Wir haben dann alles getan, um noch etwas zu machen. In engen Situationen ist irgendwie alles gegen uns gelaufen. Das war dementsprechend ein gebrauchter Tag."

Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg): "Wir genießen den Moment heute. Wir haben Dortmund drei Punkte gestohlen. Wir haben heute alles erreicht. Wir haben drei Mal hintereinander gewonnen, das bringt eine breite Brust."

Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund): "Wenn wir eine Chance nach der Halbzeit nutzen, dann ist das Spiel zu unseren Gunsten gelaufen. Man muss aber auch ganz klar sagen, dass wir Wolfsburg dazu eingeladen haben, uns heute zu schlagen. Wir haben viel zu viele Freistöße und Ecken produziert und etwas fahrlässig gespielt."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Ein Änderung beim VfL Wolfsburg: Caligiuri ersetzt den verletzten Diego auf der rechten Außenbahn. Beim BVB kehrt Hummels für Sokratis in die Startelf zurück. Aubameyang ersetzt Blaszczykowski auf dem rechten Flügel. Kehl sitzt nach seiner Sprunggelenksverletzung erstmals wieder auf der Bank.

6.: Freistoß von rechts. Aubameyang verlängert am Strafraum auf den langen Pfosten und Hummels köpft den Ball aus fünf Metern in leichter Rücklage drüber.

22.: Ochs mit einer starken Flanke von rechts. Perisic überspringt Großkreutz und setzt den Kopfball aus acht Metern als Aufsetzer knapp am rechten Winkel vorbei.

31.: Ochs hinterläuft Arnold auf rechts und bekommt den Ball im richtigen Moment. Schöne Flanke aus dem Lauf. Medojevic steht am Elfer völlig frei, seine Direktabnahme geht einen halben Meter am rechten Pfosten vorbei.

34.: Mkhitaryan will 30 Meter vor dem eigenen Tor Arnold tunneln und verliert dabei den Ball. Arnold bedient Ochs, der frei Bahn zum Tor hat, aber schon aus 20 Metern abschließt. Zentral aufs Tor, Weidenfeller mit einer Faust über die Latte.

44.: Subotic stützt sich im Kopfballduell gegen Olic auf und verletzt sich dabei am rechten Knie. Sokratis kommt.

45+2., 0:1, Reus: Ochs legt Mkhitaryan 18 Meter vor dem Tor, halbrechte Position. Reus tritt an und legt den Ball herrlich über die Mauer ins Eck. Danach ist Halbzeit.

54.: Konter des BVB über Lewandowski, der Medojevic aussteigen lässt und mit Tempo Richtung Strafraum zieht. Querpass auf Mkhitaryan, der ablegt auf Aubameyang. Dessen schwacher Abschluss aus 13 Meter geht links am Tor vorbei.

56., 1:1, Rodriguez: Der Schweizer bringt einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld mit Zug Richtung Tor. Im Strafraum springen alle unter dem Ball durch und im langen Eck schlägt der Aufsetzer ein.

69., 2:1, Olic: Starker Angriff des VfL. Ochs bedient Caligiuri, der Olic auf rechts schickt. Der Kroate zieht über das Strafraumeck nach innen, Schmelzer bleibt passiv und Olic schlenzt den Ball mit Wucht ins lange Eck. Vom Innenpfosten springt der Ball ins Tor.

72.: Wieder Freistoß, wieder Reus. Dieses Mal setzt er den Ball aus 18 Metern ans linke Lattenkreuz.

Fazit: Verdienter Sieg des VfL, der mehr Aufwand betrieb und sich mit zwei Toren in der zweiten Hälfte belohnte.

Der Star des Spiels: Patrick Ochs. Ständiger Antreiber auf der starken rechten Seite der Wolfsburger. Schlug sehr starke Flanken und leitete auch den Siegtreffer von Olic ein. Der Kroate hatte ebenfalls entscheidenden Anteil am Sieg. Holte den Freistoß vor dem 1:1 heraus und traf per Traumtor zum Sieg.

Der Flop des Spiels: Pierre-Emerick Aubameyang. Kam zwar durch seine Schnelligkeit in zwei gute Abschlussposition, vergab diese Chancen aber kläglich. Ansonsten wenig Bindung zum Spiel. Bis zu seiner Auswechslung nur 23 Ballkontakte - die wenigsten aller Dortmunder. Gewann nur einen seiner zehn Zweikämpfe. Ebenfalls schwach: Sahin und Mkhitaryan.

Der Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees. Sehr unsouveräner Auftritt. Manchmal kleinlich, manchmal großzügig und mit einigen Fehlern in der Zweikampfbewertung. Verteilte in den ersten 25 Minuten drei Gelbe Karten, die allesamt überzogen waren. Richtig, die beiden Aktionen von Rodriguez gegen Lewandowski nicht mit Elfmeter zu ahnden.

Das fiel auf:

  • Beide Teams agierten sehr aggressiv im Mittelfeld und ließen so kein geordnetes Aufbauspiel des Gegners zu bzw.: Keine der Mannschaften konnte von hinten heraus das gegnerische Pressing kontrolliert überspielen, wobei Wolfsburg noch die besseren Ansätze zeigte.
  • Die Folge waren sehr viele lange, hohe Bälle, wenig Spielfluss und viele Zweikämpfe. Der Ball war eine gefühlte Ewigkeit in der Luft und nur selten am Boden. Die Passquoten beider Teams zur Pause entsprechend schwach. Wolfsburg brachte nur 67,5 Prozent (am Ende 69,4 Prozent) seiner Bälle zum Mann, Dortmund auch nur 75,2 Prozent (a, Ende 73,3 Prozent).
  • Überraschend klar dominierte Wolfsburg die Zweikämpfe im Mittelfeld und erstickte damit auch das Dortmunder Spiel. Sahin (36 Prozent gewonnene Zweikämpfe) und Bender (14 Prozent) hatten im Zentrum mächtig Probleme.
  • Wolfsburg investierte deutlich mehr in die Partie, Dortmund wirkte nicht hundertprozentig spritzig. Erst nach dem Rückstand erhöhte der BVB den Aufwand. Aber nach zehn starken BVB-Minuten bekamen die Wolfsburger das Spiel wieder in den Griff.
  • Dortmunds Schwäche bei Standards setzt sich fort. 6 von 11 Gegentoren kassierte der BVB aus ruhenden Bällen.

Wolfsburg - Dortmund: Die Statistik zum Spiel

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