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Fussball

2:1 in Köln! Schalke springt auf Platz drei

Von Stefan Moser / Martin Rösch
Schalkes Jefferson Farfan erzielte das 1:0 gegen Köln

Der FC Schalke 04 klettert am 5. Spieltag der Bundesliga auf den dritten Tabellenplatz. Die Mannschaft von Felix Magath setzte sich am Sonntag beim 1. FC Köln mit 2:1 (1:1) durch und feierte damit den dritten Saisonsieg.

Vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion in Köln brachte Jefferson Farfan den FC Schalke 04 bereits in der 2. Minute in Führung. Nur vier Minuten später glich Lukas Podolski mit seinem ersten Saisontor aus.

Nach dem Seitenwechsel dauerte es dann sogar nur 57 Sekunden, bis Lewan Kobiaschwili das Siegtor für Schalke erzielte. Die Mannschaft von Felix Magath belegt damit mit nun 10 Punkten Platz 3 in der Tabelle. Köln bleibt mit nur einem Punkt Letzter.

Soldo warnt vergeblich

"Wir haben zwei unnötige Tore kassiert. In der ersten Halbzeit haben wir dann eine gute Reaktion gezeigt. Dann habe ich in der Pause darauf hingewiesen, dass wir unbedingt wach sein müssen. Trotzdem haben wir das Gegentor bekommen", zeigte FC-Coach Zvonimir Soldo wenig Verständnis für die Schläfrigkeit seiner Spieler in den Anfangsminuten beider Halbzeiten.

Auch sein Gegenüber Felix Magath wusste um die Bedeutung beider Szenen: "Die Begegnung war davon geprägt, dass wir in jeder Halbzeit ein schnelles Tor machen konnten. Wir haben aufopferungsvoll verteidigt, deswegen bin ich mit meiner jungen Mannschaft zufrieden", sagte Schalkes Trainer.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Spiel: Magath sorgt mal wieder für eine Überraschung: Gerald Asamoah steht in der Startelf. Der 30-Jährige spielt für Kevin Kuranyi, den während der Woche ein grippaler Infekt außer Gefecht setzte.

Bei Köln beginnt Schorch für Wome links in der Viererkette, Ehret und Chihi rücken für Freis und Pezzoni in die Startelf.

2., 0:1, Farfan! Das geht ja gut los. Missglückte Kopfball-Abwehr von Geromel nach einer Kenia-Ecke. Asamoah legt am langen Pfosten in die Mitte ab und Farfan muss aus kurzer Distanz nur noch einnicken.

6., 1:1, Podolski! Was ist denn hier los? Langer Ball aus der eigenen Hälfte. Ehret zieht vom linken Flügel in die Mitte und steckt gegen drei Gäste auf Podolski durch. Der Nationalspieler schiebt aus sieben Metern locker ein.

34.: Chihi schnibbelt einer Ecke von rechts genau auf den Kopf von Geromel. Der steigt am höchsten, aber einen Meter über den Querbalken.

39.: Schönes Zusammenspiel zwischen Chihi und Podolski im rechten Mittelfeld. Chihis Flanke wird unfreiwillig zum gefährlichen Torschuss und streicht knapp am linken Pfosten vorbei.

Halbzeit-Fazit: Nach furiosem Beginn ließen beide Seiten doch stark nach. Statt schönen Kombinationen gab es eher Kampf und Einsatz. Da ist noch Steigerungspotential für den zweiten Abschnitt.

46., 1:2, Kobiaschwili! Wieder die schnelle kalte Dusche für Köln! Nach einem tollen Pass von Farfan im zentralen Mittelfeld verliert Schorch Kobiaschwili auf links völlig aus den Augen. Der Georgier läuft alleine auf Mondragon zu und schlenzt das Leder mit dem Außenrist ins lange Eck.

48.: Und wieder fast die postwendende Antwort. Ehret legt von der Grundlinie auf Podolski zurück. Bordon rettet für den geschlagenen Neuer auf der Linie.

56.: Nach einem Steilpass aus der eigenen Hälfte ist Farfan über links auf und davon. Im Sechzehner kommt Petit herangerauscht und holt den Peruaner von den Beinen. Drees entscheidet auf Weiterspielen und liegt damit völlig daneben.

69.: Zambrano unterläuft einen langen Ball von Maniche. Podolski hat aus sieben Metern die Gelegenheit, trifft aber den Ball nicht richtig. Da war mehr drin.

85.: Noch mal Gefahr im Schalker Strafraum. Nach einem langen Ball rasseln Westermann und Neuer aneinander. Zambrano klärt vor dem einschussbereiten Novakovic.

Fazit: Köln legte in der zweiten Hälfte kämpferisch zu. Wer sich aber zwei Mal derart übertölpeln lässt, hat die Niederlage letztlich verdient. Der FC hatte zwar vereinzelt Chancen auf den Ausgleich, Schalke aber hätte in der 56. Minute einen Elfmeter bekommen müssen.

Der Star des Spiels: Jefferson Farfan. Ein Tor selbst erzielt, eins vorbereitet. In einer insgesamt kompakten Schalker Mannschaft war der Peruaner der Effektivste. In der Abwehr spielte vor allem Bordon eine gewohnt starke Partie.

Die Gurke des Spiels: Christopher Schorch. Unglückliche Partie für den jungen Kölner. Setzte zwar einzelne Akzente in der Offensive, hatte in der Abwehr aber doch erhebliche taktische Mängel und traf häufig die falsche Entscheidung. Stand auch beim zweiten Gegentor schlecht.

Die Pfeife des Spiels: Jochen Drees begann recht kleinlich und in der Körpersprache aufgesetzt autoritär. In der zweiten Hälfte verweigerte er Schalke einen glasklaren Elfmeter und lag auch sonst in der Zweikampfbewertung häufig falsch. Insgesamt ein schwacher Auftritt.

Die Lehren des Spiels: Trotz der Niederlage gibt es eine gute Nachricht für Köln: Die Hoffnungsträger kommen langsam in Form. Maniche und Podolski machten jeweils ihr bestes Saisonspiel im FC-Trikot. Mit Ehret und Chihi auf den Flügeln hat Köln damit eine durchaus ansehnliche fußballerische Qualität, die Soldo-Elf war vor allem in der ersten Hälfte spielerisch überlegen.

Doch das ganz große Aber: Wie Manager Michael Meier schon vor der Partie anmahnte, wirkt die Mannschaft merkwürdig emotionslos. Bester Beleg für das unerklärliche Phlegma: 83 Sekunden nach Anpfiff das erste Gegentor, 57 Sekunden nach der Pause der erneute Rückstand.

Gestiegene Qualität, gestiegene Ansprüche, ein gewachsenes Ego - und fehlende Leidenschaft: Genau das sind die Zutaten, aus denen man sich einen ganz bitteren Abstiegskampf mischen kann, der umso gefährlicher ist, wenn die Beteiligten den Ernst der Lage verkennen. Fazit: Köln muss dringend aufwachen, ein Punkt aus fünf Spielen sollte beileibe alarmierend genug sein.

Schalke dagegen ist weiter in der Findungsphase. Nachdem die Knappen zwei Jahre lang Fußball als Kraftsport betrieben haben, soll die Mannschaft die Dinge plötzlich spielerisch lösen. Immerhin: Der Wille ist erkennbar, phasenweise baute Schalke recht gepflegt mit flachen, schnellen Pässen auf. Gerade gegen Ende beider Halbzeiten aber fiel die Mannschaft wieder in alte Muster zurück und haute nur lange Bälle in die (oft verwaiste) Spitze.

Taktisch aber wirkt das Team durchaus flexibel. Um die bis dahin starken Kölner Außen früher zu stellen, wechselte Magath nach 20 Minuten das System auf 3-4-3. Die durchaus unorthodoxe Maßnahme funktionierte, Ehret und Chihi hatten deutlich weniger Aktionen. Allerdings nahm der Trainer seiner Elf damit auch den eigenen Rhythmus in der Offensive.

Gerade im Zentrum fehlt Schalke ganz offensichtlich noch ein erfahrener, spielstarker Mann. Weil aber kein Geld für Transfers zur Verfügung steht, müssen Moritz, Kenia oder Rakitic eben auf Dauer in diese Rolle wachsen.

Dennoch: Unter dem Strich bleibt ein unerwartet starker Saisonstart für Schalke. Platz drei ist aller Ehren wert - angesichts der schwierigen Begleitumstände zumal.

Köln - Schalke: Daten zum Spiel

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