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Fussball

Alles auf Podolski

Von Andreas Lehner
Der 1. FC Köln in der Saison 2009/2010
© Getty

Wenige Tage vor dem Start der Bundesliga stellt SPOX alle 18 Klubs in der großen Vorschau-Serie vor - mit allen Transfers, Hintergründen und der Saison-Prognose. Diesmal: 1. FC Köln.

Der Messias ist weg, der Prinz ist zurück. Nach zweieinhalb Jahren hat Trainer Christoph Daum dem 1. FC Köln überraschend den Rücken gekehrt, dafür ist Lukas Podolski nach drei Jahren im bayerischen Exil zurückgekehrt.

Die Euphorie am Rhein ist deshalb mal wieder ungebrochen. Die Verantwortlichen bleiben aber realistisch und geben als Saisonziel einen Mittelfeldplatz aus.

Das ist neu

Der FC hat seinen Königstransfer bereits im Winter abgeschlossen. Für zehn Millionen Euro fädelte Manager Michael Meier die Rückkehr Podolskis zu seinem Herzensklub ein.

Das Budget war danach extrem eng. Mit dem portugiesischen Nationalspieler Maniche, der ablösefrei von Atletico Madrid kam, und dem Innenverteidigertalent Christopher Schorch (kam für eine Million von Real Madrid Castilla) holte der FC dennoch Qualität hinzu.

Mit der Verpflichtung von Sebastian Freis (ablösefrei vom KSC) wurde das Loch auf der rechten Seite gestopft.

Gesucht wird noch ein offensiver Mittelfeldspieler, der auch auf dem Flügel spielen kann. Favorit ist der Rumäne Christian Tanase von Arges Pitesti. (Der Kader des 1. FC Köln)

Die Taktik

Der neue Trainer Zvonimir Soldo bevorzugt ein 4-4-2-System mit zwei Sechsern. Wenn Maniche seine noch vorhandenen körperlichen Probleme in den Griff bekommt, soll er den offensiveren Part übernehmen und für Torgefahr aus der Zentrale sorgen.

Anders als Daum legt Soldo mehr Wert auf Ballkontrolle und schnelles Kurzpassspiel, um selbst aktiv zu werden.

Podolski soll als hängende Spitze hinter Novakovic agieren, um so seine Stärken im Passspiel und Abschluss ausspielen zu können.

Fehlt Novakovic zum Saisonstart (Bandscheibenprobleme), rückt Freis in den Sturm. Auf Außen hießen die Alternativen Sanou und Chihi.

Die Außenpositionen im Mittelfeld sind durch Ehret und Freis mit zwei schnellen Leuten besetzt, die auch selbst zum Abschluss kommen können.

Einziger Schwachpunkt, der im Sommer nicht behoben wurde, ist die Position des Rechtsverteidigers. Der von Real gekommene Schorch kann aber auch rechts verteidigen und ist eine Alternative zu Brecko.

Der Spieler im Fokus

Lukas Podolski: Den endgültigen Durchbruch schaffte er beim FC Bayern nicht. In Köln dreht sich alles um ihn.

Viele Experten sehen in diesem Wechsel einen Rückschritt, da er beim FC in den kommenden Jahren auf internationale Vergleiche wohl verzichten muss.

Podolski muss zeigen, dass er in München trotz geringer Einsatzzeit an Persönlichkeit gewonnen und sich entwickelt hat. Der FC braucht einen Führungsspieler Podolski und keinen Mitläufer.

Die Prognose

Durch die Transfers von Podolski und Maniche ist die Erwartungshaltung in Köln enorm hoch. Insgesamt ist der Kader aber zu dünn besetzt, Ausfälle sind nur schwer zu kompensieren.

Dazu kommt das unangenehme Auftaktprogramm, das Soldo schnell in Bedrängnis bringen könnte. Anders als Daum ist der Neue in der Öffentlichkeit nicht unantastbar.

Ein Platz im unteren Mittelfeld ist das Höchste der Gefühle.

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