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Fussball

Khedira vermiest Bayerns Weihnachtsfest

Von Thomas Gaber / Torsten Adams
Bayerns Oddo im Zweikampf mit Stuttgarts Hitzlsperger
© Getty

Der FC Bayern München hat trotz des späten Ausgleichs des VfB Stuttgart beim 2:2 (1:0) am 17. Spieltag der Bundesliga die Tabellenführung übernommen und 1899 Hoffenheim im Kampf um die Herbstmeisterschaft unter Druck gesetzt. Der Aufsteiger muss am Sonntag gegen den FC Schalke 04 allerdings nur Remis spielen, um die Münchner wieder von der Spitze zu verdrängen.

Vor 56.000 Zuschauern in der ausverkauften Stuttgarter Arena brachte Sami Khedira (45.) den VfB in Führung, Tim Borowski (48.) glich für die Mannschaft von Trainer Jürgen Klinsmann aus, Luca Toni erzielte in der 66. Minute mit seinem achten Saisontor das 2:1 für die Gäste, ehe Sami Khedira in der Nachspielzeit den Ausgleich schaffte.

Die Bayern bauten ihre Erfolgsserie auf 16 Spiele in Folge ohne Niederlage aus. Allerdings sah Massimo Oddo seine erste Rote Karte im Trikot des FC Bayern.

Hitzlsperger: "So müssen wir weitermachen"

"Nach der 2:1-Führung und einer sehr überzeugenden zweiten Halbzeit und nach dem schweren Champions-League-Spiel in Lyon ist es ein bisschen schade, dass wir in der letzten Minute noch das 2:2 gekriegt haben", sagte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann nach der Partie.

Für den neuen VfB-Teamchef Markus Babbel war es das erste Unentschieden nach zuvor zwei Siegen in der Bundesliga. 

Die Elf habe "bis zur letzten Minute gekämpft", erklärte VfB-Kapitän Thomas Hitzlsperger. "Das zeugt von großer Moral. So müssen wir weitermachen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Spiel: Beim VfB kehrte Mario Gomez in den Kader zurück, nahm aber zunächst auf der Bank Platz. Bei den Bayern ersetzte Tim Borowski den an der rechten Schulter verletzten Franck Ribery.

20.: Der Ball zappelt im VfB-Tor, aber Kinhöfer gibt Abseits: Oddo zirkelt einen Freistoß von der rechten Seite in den Strafraum. Toni kommt aus rund sieben Metern kurz vor Lehmann mit dem Kopf an den Ball und trifft. Aber die Abseits-Entscheidung gegen Toni war völlig korrekt.

33.: Für Marica geht es nicht mehr weiter. Der Rumäne ist verletzt und humpelt vom Platz. Bis dato war er bester Stuttgarter. So darf Mario Gomez früher eingreifen als geplant. Der neue VfB-Sturm heißt nun also Gomez/Cacau.

46., 1:0, Khedira: Ecke Simak, Delpierre verlängert geschickt am kurzen Pfosten. Der Ball kommt zu Khedira, der die Kugel aus rund 8 Metern per Kopf an Rensing vorbeischiebt. Klose versucht noch, Khedira am Kopfball zu hindern, kommt aber nicht mehr ran.

48., 1:1, Borowski: Schweinsteiger kommt aus 16 Metern zum Schuss. Der Ball zischt im Strafraum an rund 20 Beinen vorbei. Lehmann hat schlechte Sicht, lässt den Schuss nur abklatschen. Mit dem Abpraller hat Borowski keine Mühe und schiebt die Pille aus sechs Metern ins Tor, sein fünfter Saisontreffer.

57.: Die Riesen-Chance für den VfB. Träsch flankt von halblinks auf Gomez. Der Nationalstürmer legt den Ball vom Elferpunkt per Kopf auf Cacau ab. Aus rund 13 Metern und aus halblinker Position zieht der Brasilianer ab, aber trifft den Ball nicht richtig. Rechts am Tor vorbei.

66., 1:2, Toni: Unglaublich effizient: Zweite Chance, zweites Tor! Lahm gewinnt einen Zweikampf und schickt Borowski auf links auf die Reise. Der Torschütze zum 1-0 geht bis fast zur Außenlinie durch und flankt in den Strafraum. Delpierre springt unter dem Ball durch, Toni steht blitzeblank, trifft den Ball nicht mal richtig, aber die Pille kullert an Lehmann vorbei in die linke Ecke.

85., Rote Karte für Oddo: Der Italiener springt in Kung-Fu-Manier in den Stuttgarter Träsch hinein. Völlig berechtigt.

90., 2:2, Khedira: Ecke Cacau, Rensing wird etwas bedrängt und faustet den Ball nur weg. Khedira nimmt die Pille aus 16 Metern volley mit vollem Risiko und knallt den Ball unter die Latte!

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So lief das Spiel: Der VfB begann giftig und störte die Bayern früh im Spielaufbau. Sobald die Stuttgarter den Ball erobert hatten, wurde er blitzschnell in die Spitze gespielt. Ciprian Marica und Cacau konnten sich aber gegen die wache Bayern-Abwehrreihe kaum durchsetzen. Beim VfB ging viel über rechts, Roberto Hilbert schlug die eine oder andere brauchbare Flanke. Torgefahr entstand aber lediglich durch Fernschüsse von Thomas Hitzlsperger. Das Offensivspiel der Bayern lahmte, die Angreifer Luca Toni und Miroslav Klose warteten vergeblich auf verwertbare Bälle. Insgesamt eine erste Halbzeit ohne Höhepunkte - bis zur 45. Minute und dem Stuttgarter Führungstreffer durch Sami Khedira.

Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff fiel aber der Ausgleich. Borowski stocherte den Ball in seiner besten Szene über die Linie. Die Partie gewann an spielerischem Niveau, beide Mannschaften waren auf drei Punkte aus. Cacau und Gomez vergaben die erneute Führung, auf der Gegenseite machte es Luca Toni einmal mehr besser.  Die Bayern nutzten in der Folge die sich bietenden Räume, Ze Roberto verpasste jedoch die Entscheidung. Der VfB warf alles nach vorne und wurde für den großen Aufwand durch den zweiten Treffer von Khedira mit dem Ausgleich belohnt.

Gurke des Spiels: Jan Simak. Der Tscheche stand klar im Schatten seiner Mittelfeldkollegen Hilbert, Hitzlsperger und Khedira. Simak schlug schwache Standards, übertrieb es mit wirkungslosen Kunststücken und ließ Linksverteidiger Christian Träsch mit der Defensivarbeit weitgehend allein.

Star des Spiels: Sami Khedira. Schaltstation und brillanter Ballverteiler im VfB-Mittelfeld. Holte im Verbund mit Hitzlsperger viele verlorene Bälle zurück und erzielte zwei blitzsaubere Tore. 

Lehren des Spiels: VfB-Teamchef Markus Babbel hat einer vor drei Wochen leblosen Mannschaft neue Leidenschaft vermittelt. Der VfB wirkte homogen, im Angriff aber teilweise überhastet. Das spielerische Potential wurde nicht ausgeschöpft und die Verteidigung war in entscheidenden Momenten nicht auf der Höhe.

Den Bayern merkte man das Fehlen von Franck Ribery deutlich an. Vor allem in der ersten Halbzeit bekamen die Münchner kaum brauchbare Angriffe zustande, das von Klinsmann geforderte schnelle vertikale Kurzpassspiel fand nicht statt. Borowski war als Ribery-Ersatz überfordert.

Der FC Bayern überzeugte in der Partie durch die deutliche bessere Chancenverwertung im Vergleich zum VfB. Die Kaltschnäuzigkeit eines Luca Toni ist verblüffend.

Zudem wurde ist die Defensivarbeit in den letzten Wochen deutlich verbessert. Trotz des Last-Minute-Ausgleichs ist den Bayern in dieser Saison alles zuzutrauen.

Stuttgart - Bayern: Daten & Fakten zum Spiel

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