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Fussball

FC Bayern: "Werden uns trotzdem umschauen!" Nagelsmanns Dilemma mit Nianzou und Upamecano

Von Johannes Ohr
Tanguy Nianzou zeigte beim Bayern-Sieg gegen Union eine starke Leistung.

Beim 4:0-Sieg des FC Bayern gegen Union Berlin überzeugte Dauer-Reservist Tanguy Nianzou mit einer tadellosen Leistung und einem Tor. Der Innenverteidiger bekommt sonst kaum Spielminuten. Trainer Julian Nagelsmann steckt deshalb in einem Dilemma - wie bei Dayot Upamecano.

Gerade hatte Tanguy Nianzou den Ball zum 2:0 ins Tor gewuchtet, da kam auch schon Dayot Upamecano angerannt, um seine Glückwünsche zu übermitteln. Doch Upamecano schlug keine Salti, riss Nianzou auch nicht vor lauter Emotionen zu Boden. Nein, Upamecano nahm seinen Abwehr-Kollegen in den Arm, flüsterte ihm stattdessen ein paar Worte ins Ohr.

Kein großer Jubel, stattdessen weiter Konzentration aufs Wesentliche. Durchaus eine Szene mit Symbolcharakter. Denn Nianzou und Upamecano bilden quasi eine Schicksalsgemeinschaft, sind beide noch nicht so richtig angekommen beim FC Bayern. Aus unterschiedlichen Gründen. Während Toptalent Nianzou seit seinem Wechsel von Paris Saint-Germain im Sommer 2020 überhaupt um jede Einsatzminute kämpfen muss, darf Upamecano zwar regelmäßig spielen - überzeugt dafür aber einfach zu selten.

Beim 4:0 gegen Union durften beide von Beginn an ran. Für Nianzou war es der erste Startelf-Einsatz seit vier Monaten, nachdem er beim 2:1 in Kiew in der Champions League letztmals den Anpfiff einer Partie auf dem Platz erleben durfte. Der Kaltstart glückte. Der Franzose überzeugte mit guter Zweikampfführung (gewann 68 Prozent seiner Duelle), streute sogar ein paar gute Pässe in der Spieleröffnung ein. Mit seinem Premierentreffer zum 2:0 krönte er schließlich seine starke Leistung.

"Mit Tanguy war ich sehr zufrieden", lobte Trainer Julian Nagelsmann nach der Partie. "Er ist mit der kopfballstärkste Spieler bei uns, man sieht, dass er einen sehr guten Charakter hat und alles reinwirft."

FC Bayern: Nagelsmanns Dilemma mit Tanguy Nianzou

Doch der Coach steckt genau deshalb im Dilemma. Denn: Sind Süle, Hernandez, Pavard und Upamecano fit, bleibt für Nianzou trotz guter Leistungen wohl auch weiter nur der Platz auf der Bank.

"Es ist immer eine Gratwanderung mit so einem jungen Spieler. Wenn du 15 Punkte Vorsprung hast, kannst du jedem einen riesen Rhythmus geben", sagte Nagelsmann über die bislang so geringen Startelf-Chancen von Nianzou. In der Rückrunde sei Bayern aber über mehrere Wochen "nicht stabil" genug gewesen, so dass er nicht habe "experimentieren" können.

Nagelsmann: "Die Spiele, die er von Anfang an gemacht, waren gut. Er hat immer einen Moment drin, den ich ihm aber zugestehe. Er hat Talent, ist erst 19. Am Ende liegt es ganz alleine an ihm und seiner Entwicklung, wie viel Spielzeit er bekommt. Diese Entwicklung muss ich im Training sehen, dass er diese ein bis zwei leichtsinnigen Fehler abstellt. Es geht bei der Position um Verlässlichkeit."

Gegen Union klappte das schon mal ganz gut. Nianzou wirkte konzentriert, spielte kaum Fehlpässe - anders als Upamecano, der im Spielaufbau wieder ein paar Wackler hatte.

Kimmich: "Upamecano kann eine große Rolle spielen"

"Er kann eine große und gute Rolle bei den Bayern spielen", lobte ihn Kimmich nach dem Spiel. "Er hat lange keine Verletzung mehr gehabt, nachdem er zu Beginn zweimal verletzt war. Er hatte noch nicht viele Spiele, gegen Benfica hat er ebenfalls aus dem Nichts ein Topspiel gemacht. Nun fand ich wieder, dass er das gut gemacht hat."

"Er hat eine unglaubliche Aggressivität und eine Winner-Mentalität, die außergewöhnlich ist", pflichtete Nagelsmann Kimmich zwar bei. Kündigte gleichzeitig aber auch an, den ablösefreien Abgang von Niklas Süle zum BVB extern auffangen zu wollen.

"Wir werden uns trotzdem auf dem Transfermarkt umschauen und werden schon noch was machen", so Nagelsmann.

FC Bayern: Nagelsmanns Dilemma mit Dayot Upamecano

Was auch an Dayot Upamecano liegen dürfte. Denn auch bei ihm steckt Nagelsmann im Dilemma. Während der Coach Nianzou angesichts der Kombination aus noch zu fehlerbehafteten Leistungen des Spielers und den instabilen Auftritten der Mannschaft fast schon auf die Bank beordern muss, kann er das bei Upamecano eben nicht so einfach.

Der Ex-Leipziger kostete im Sommer immerhin 42,5 Millionen Euro, soll einer der Eckpfeiler für die Zukunft werden. Doch der Franzose leistet sich noch immer zu viele Aussetzer am Ball, verlor wie bei der Chance von Taiwo Awoniyi (21.) teilweise sogar die Orientierung im Stellungsspiel. Obwohl Upamecano oft zum Unsicherheitsfaktor mutiert, stärkt ihn Nagelsmann deshalb mit Vertrauen. 22 Bundesliga-Spiele machte Upamecano bislang für den FC Bayern - 19 davon in der Startelf.

"Upa hat das heute gut gemacht, er hat sich nach einem Fehler wieder gefangen", zeigte sich Nagelsmann zufrieden und nahm ihn auch in Schutz. Viele Union-Chancen seien nach eigenem Ballverlust entstanden. "Wenn man so hoch steht wie wir und der Gegner zwei extrem schnelle Stürmer hat, wird es gefährlich."

Die Zweikampfbilanz stimmte am Ende aber bei beiden. "Das hat sich mit Upa und Tanguy sicher angefühlt, die beiden waren im Auffressmodus", sagte Kimmich. Bayerns Schicksalsgemeinschaft marschiert also nicht nur beim Torjubel im Gleichschritt.

Bundesliga: Die aktuelle Tabelle

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.Bayern München2781:285363
2.Borussia Dortmund2666:372956
3.Bayer Leverkusen2664:412345
4.Freiburg2743:291445
5.RB Leipzig2657:302744
6.Hoffenheim2749:40944
7.Köln2637:39-239
8.Union Berlin2733:38-538
9.Mainz 052639:30937
10.Eintracht Frankfurt2639:38137
11.Bochum2628:37-932
12.Wolfsburg2629:40-1131
13.Borussia M'gladbach2636:51-1530
14.Stuttgart2735:50-1526
15.Augsburg2629:44-1526
16.Hertha BSC2729:60-3126
17.Arminia Bielefeld2722:38-1625
18.Greuther Fürth2724:70-4615

 

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