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Fussball

BVB - "Elfmetertöter" Alexander Meyer wird neue Nummer zwei bei Borussia Dortmund: In BVB-Bettwäsche schlief er nicht

Alexander Meyer wird die neue Nummer zwei beim BVB.

Borussia Dortmund hat Alexander Meyer von Jahn Regensburg als neue Nummer zwei hinter Stammtorhüter Gregor Kobel verpflichtet. Doch wer ist der 31-Jährige, der sich einen Ruf als Elfmetertöter erarbeitet hat, überhaupt?

Der Umbruch bei Borussia Dortmund geht unvermindert weiter, auch in der vermeintlich zweiten Reihe. Acht Abgängen stehen bislang sechs Neuverpflichtungen gegenüber. Der in der Öffentlichkeit am wenigsten bekannte Neue ist Alexander Meyer, der am Freitag einen Zweijahresvertrag beim BVB unterschrieb und die neue Nummer zwei hinter Stammtorhüter Gregor Kobel wird.

Sollte sich der Schweizer also künftig einmal verletzen, würde Meyer in Champions League und Bundesliga zwischen den Dortmunder Pfosten stehen. Wer ist der 31-Jährige, der von Jahn Regensburg aus der 2. Liga kam, überhaupt?

"Er war in den vergangenen Jahren zweifellos einer der stärksten Torhüter der 2. Bundesliga", kommentierte der neue BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl die Neuverpflichtung. Meyer musste in seiner bisherigen Karriere einige Rückschläge verkraften und Umwege gehen, um ans Ziel zu kommen. Der Vertrag in Dortmund ist dabei zweifelsfrei der vorläufige Höhepunkt der Laufbahn. "Wenn ein Klub wie der BVB anruft, muss ich kein zweites Mal überlegen", betonte Meyer selbst.

Begonnen hat für das Nordlicht alles beim Hamburger SV. Meyer feierte seinen 14. Geburtstag, als er nach einem Spiel für seinen Heimatverein VfL Oldesloe von einem HSV-Scout angesprochen und zu einem Probetraining eingeladen wurde. Das passte gut, schließlich schlief Meyer laut eigener Aussage schon von klein auf in HSV-Bettwäsche und war als Balljunge und Fan häufiger im Volksparkstadion zugegen.

BVB-Keeper Alexander Meyer: Alles begann beim HSV

Ab der C-Jugend durchlief er bei den Rothosen alle Jugendteams und durfte bereits 2009 noch als A-Jugendlicher mit ins Wintertrainingslager der Profis nach Dubai. Weitere Trainingseinheiten ganz oben folgten, doch bald kam es zu Rückschlag Nummer eins.

Meyer zog sich kurz vor dem Start in die Sommer-Vorbereitung eine schwere Verletzung an der Schulter zu, die ihn für rund elf Monate außer Gefecht setzte. "Wahrscheinlich hätte ich beim HSV meinen ersten Profi-Vertrag bekommen, wenn ich mich nicht so schwer an der Schulter verletzt hätte", blickte Meyer im Interview mit Goalguard einst zurück.

In der Zwischenzeit verpflichtete der Verein Konkurrenz, so dass es nach seiner Genesung nur noch zu zehn Partien in der Regionalliga mit der zweiten Mannschaft reichte. Nach sieben Jahren beim HSV war schließlich Schluss, Meyer wechselte zur Saison 2012/13 innerhalb der 4. Liga zum TSV Havelse.

Alexander Meyer und sein "schönstes Fußballerlebnis"

Dort verletzte er sich jedoch erneut an der Schulter und kaum war er davon erholt, stellte man einen Knorpelschaden im Knie fest. Meyer fiel ein ganzes Jahr lang aus. Vier Jahre blieb er schließlich in Niedersachsen, in seinen beiden letzten Spielzeiten stand er wieder regelmäßig als Nummer eins im Tor.

Nächster Stopp war Energie Cottbus, nachdem die Lausitzer nach 19 Jahren im Profifußball in die Regionalliga abgestiegen waren. Wie in Havelse wurde Meyer auf Anhieb Stammkeeper, doch wie in Havelse kam früh die nächste Blessur: Innenbandriss, wieder sechs Monate Pause. Als Meyer zurückkam und sofort wieder zum ersten Torhüter wurde, folgte das Spiel, das er heute als sein "schönstes Fußballerlebnis" bezeichnet.

Im August 2017 traf Energie im DFB-Pokal auf den VfB Stuttgart. Trotz einer 2:0-Führung vergeigte Cottbus das Spiel im Elfmeterschießen. Meyer hielt dabei aber einen Strafstoß und lieferte in den 120 Minuten zuvor eine exzellente Partie mit zahlreichen spektakulären Paraden ab. Die Schwaben waren von dieser Leistung so angetan, dass sie Meyer kurzerhand als Nachfolger von Mitch Langerak verpflichteten.

BVB-Torhüter Alexander Meyer: Das sind seine Stärken

Plötzlich war Meyer, der einen Zweijahresvertrag erhielt, die Nummer zwei in der Bundesliga. An Ron-Robert Zieler war jedoch kein Vorbeikommen, so dass es zwar zu reichlich Bankplätzen im Oberhaus, aufgrund eines langwierigen Muskelfaserrisses jedoch nur zu vier Partien für die zweite Mannschaft in der Regionalliga reichte.

Mitte Juli 2018 ereilte Meyer dann der bislang letzte Schicksalsschlag. Im Training zog er sich einen Kreuzbandriss im linken Knie zu und verpasste die komplette Saison. Umso erstaunlicher nach diesem unerfreulichen Jahr war es, dass sich im Zweitligisten Jahn Regensburg ein Verein fand, der den ablösefreien Meyer zu sich holte - als klare Nummer eins.

Meyers Vorzüge hatten sich jedoch in der Branche längst herumgesprochen. Der 1,95 Meter große und rund 90 Kilogramm schwere Torhüter besitzt eine enorme Physis und Präsenz, er strahlt Ruhe aus, überzeugt auf der Linie wie in der Strafraumverteidigung und ist dazu ein guter Fußballer. "Alex interpretiert das Torwartspiel offensiv und mutig, sei es beim Mitspielen, bei der Strafraumbeherrschung oder beim Coaching", sagte der damalige Jahn-Geschäftsführer Christian Keller.

Wie Alexander Meyer zum Elfmetertöter wurde

Seit seinem Wechsel zum Jahn läuft es für Meyer hervorragend, fußballerisch wie gesundheitlich. Der heute 31-Jährige blieb stabil und kam in drei Spielzeiten auf 94 Zweitligaeinsätze - das überbot nur Heidenheims Kevin Müller (100). 25 Mal kassierte Meyer kein Gegentor, auch hier war lediglich Müller besser (33).

Meyers Klasse zeigte sich vor allem in der Beherrschung des Strafraums. 3,3 Bälle wehrte er pro Spiel ab, die Abwehrquote liegt damit bei 70 Prozent, beides Top-Werte in der 2. Liga. Meyer beteiligte sich zudem sehr hoch stehend aktiv am Aufbauspiel, war oft anspielbar und bewies ein gutes Gespür für sich anbahnende Spielsituationen.

Diese Kunst der Antizipation trieb er in der Saison 2020/21 auf die Spitze. Im Pokal setzte sich der Jahn dreimal in Folge im Elfmeterschießen durch - Meyer parierte dabei fünf Strafstöße. Bereits zuvor hielt er in der Liga zwei weitere. Insgesamt fanden sieben der 19 Elfer, denen er sich im Pokal gegenübersah, nicht den Weg ins Tor.

Meyer: "Ich fühle mich besser als vor den Verletzungen"

Durch seine Leistungen in den drei Jahren in Regensburg hat sich Meyer den Platz in der Bundesliga durchaus verdient. Seine wechselhafte Vita zeigt, wie schnell es im Fußball in beide Richtungen gehen kann: Vor fünf Jahren hatte er noch ausschließlich in der Regionalliga gespielt, ehe er direkt einen Sprung zwei Ligen nach oben machen konnte.

"Ich musste erfahren, wie schwierig es ist, aus dieser Liga wieder herauszukommen und den Sprung nach oben zu schaffen", sagte Meyer vor zwei Jahren zu Goalguard. "Ich hatte das Glück, dass sich mein Körper immer schnell regeneriert hat. Trotz meiner vier schweren Verletzungen trug ich keine chronischen Schmerzen davon. Ich fühle mich heute sogar besser als vor den Verletzungen, wofür ich allerdings hart gearbeitet habe."

Meyer wird als sehr professionell beschrieben, der Keeper achte sehr auf seinen Körper und die Ernährung. Das hat auch mit seiner verletzungsgeplagten Vorgeschichte zu tun. Gerade in Dortmund, wo sich die Blessuren wie ein roter Faden durch die abgelaufene Saison zogen, werden sie nun hoffen, dass Meyer weiter stabil bleibt.

BVB: Alexander Meyer und seine Statistiken bei Jahn Regensburg in der 2. Liga

KategorieWert
Einsätze94
Gegentore135
Gegentore pro Spiel1,4
Weiße Westen (%)25 (27%)
Gehaltene Bälle pro Spiel3,3
Abwehrquote70%
Gehaltene Elfmeter (%)3 (27%)
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