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Fussball

Kölns Wehrle schießt gegen Politik: "Rational nicht erklärbar"

Von Chris Lugert
Auch weiterhin werden Fans nur vereinzelt den Bundesligaspielen beiwohnen.

Nach den Beschlüssen der Politik, weiterhin an den strengen Corona-Regelungen festzuhalten, hat nun auch Kölns scheidender Finanzchef Alexander Wehrle heftige Kritik geübt. "Das ist jetzt absolut überhaupt nicht mehr verhältnismäßig. Es ist rational nicht mehr erklärbar", polterte Wehrle beim Talk "Loss mer schwade".

Die Profiklubs hatten sich Hoffnungen gemacht, dass die politischen Entscheidungsträger bei ihrer Konferenz am Montag Lockerungen im Bereich der Zuschauerbeschränkungen beschließen, diese aber blieben aus. Zwar kündigte Markus Söder (CSU) laut Oliver Kahn an, zumindest in Bayern das strikte Zuschauerverbot etwas zu lockern. Flächendeckende und signifikante Erhöhungen der Zuschauerzahlen bleiben aber zunächst aus.

Für Wehrle ist diese Entscheidung absolut unverständlich. Die Klubs hätten die Tragfähigkeit ihrer Hygiene-Konzepte nachgewiesen, "unter freiem Himmel, bei der digitalen Nachvollziehbarkeit der Infektionskette, der Abstandshaltung, den Masken, den Time-Slots beim Eintritt und der 2G-Regel, die wir beim FC schon im August hatten", sagte er.

Zudem sparte er nicht mit deutlicher Kritik an der Arbeit der aktuellen und der Vorgänger-Regierung. "Wenn die Politik sich im August schon auf eine 2G-Regel eingelassen hätte, dann hätten wir den ganzen Scheiß auch jetzt gar nicht. Das, was die Politik am Anfang gut und richtig gemacht hat, hat sie zuletzt von Monat zu Monat schlimmer gemacht", stellte er klar.

Das Argument, Großveranstaltungen würden zu Hotspots führen, ist für Wehrle nicht nachzuvollziehen. "Welche Hotspots denn? In den vergangenen Monaten haben wir doch bewiesen, dass bei Großveranstaltungen, auch beim Eishockey, Handball, Basketball, in der Kultur, eben keine Infektionsketten entstanden sind", meint Wehrle.

Wehrle schießt gegen Obergrenzen: "Überhaupt nicht nachvollziehbar"

Zudem wirft er den Verantwortlichen Willkür bei der Festlegung von Obergrenzen vor. "Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, wenn in der Elbphilharmonie in Hamburg von 2100 möglichen Zuschauern 2000 in einem geschlossenen Raum sind, und ein paar Kilometer weiter im Hamburger Stadion auch 2000, weil das eben die Grenze ist. Wer hat denn die 2000 in Hamburg festgelegt? Und wer die 750 in Köln? Und wer die 1000 in Mainz?", so Wehrle. Zudem fügte er sarkastisch an: "Würfeln die eigentlich?"

Zudem schloss sich Wehrle der Aussage von Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke an, der den Fußball als "Opfer von Symbolpolitik" sieht. Dass Watzke rechtliche Schritte in Erwägung zieht, begrüßt Wehrle: "Da stehen wir Seite an Seite mit dem BVB."

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