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Fussball

RB Leipzig - Dominik Szoboszlai im Interview: Haaland? "Haben ein paar Mal telefoniert"

Von Maximilian Lotz
Dominik Szoboszlai wechselte im Januar von Salzburg nach Leipzig.

Dominik Szoboszlai musste aufgrund einer langwierigen Verletzung acht Monate auf sein Debüt für RB Leipzig warten. Jetzt startet der Ungar durch. Dass es beim Duell mit dem BVB (Samstag, 18.30 Uhr im LIVETICKER) nicht zum Wiedersehen mit seinem früheren Weggefährten Erling Haaland kommt, bedauert er.

Im Gespräch mit SPOX und Goal schilderte der 21-Jährige seinen schweren Weg zurück, nachdem ihn eine langwierige Adduktorenverletzung nach seinem Wechsel von Red Bull Salzburg zu RB Leipzig Anfang des Jahres über ein halbes Jahr außer Gefecht setzte.

Seit Saisonbeginn sorgt der ungarische Nationalspieler jedoch vor allem sportlich für Schlagzeilen: In 14 Pflichtspielen markierte er sechs Treffer und bereitete drei weitere vor. Beim 2:2 gegen Paris Saint-Germain sicherte Szoboszlai mit seinem verwandelten Elfer in der Nachspielzeit immerhin den ersten Zähler für RB in der Champions League, den vorzeitigen K.o. konnte aber auch er nicht verhindern. In der Bundesliga steht der Vizemeister vor der Partie gegen den BVB am 11. Spieltag der Bundesliga nur auf Platz acht. Im Interview spricht Szoboszlai über die Gründe für den holprigen Start, das Geheimnis seiner Schusstechnik und seinen früheren Salzburg-Kollegen Erling Haaland.

Dominik Szoboszlai, Ihr Trainer Jesse Marsch hat nach dem 1:1 in Frankfurt gesagt: "Wir sind aktuell keines der Teams, das um die Meisterschaft mitkämpft" - wie sehen Sie das? Haben Sie angesichts von zehn Punkten Rückstand auf den FC Bayern den Titel schon abgeschrieben?

Dominik Szoboszlai: Ich persönlich werde nie aufgeben und immer kämpfen, egal was passiert. Unser Ziel ist und bleibt, dass wir so weit oben wie möglich landen.

Worin sehen Sie die Gründe für den holprigen Start?

Szoboszlai: Es gab natürlich in der Mannschaft und dem Staff einen gewissen Umbruch, aber trotzdem schauen wir nach vorne. Wir werden nicht aufgeben und sind auf einem guten Weg, wie ich finde.

RB Leipzig: Leidenszeit für Szoboszlai "sehr hart"

Wie sehen Sie persönlich die ersten Spiele, schließlich waren es für Sie ja auch die ersten Spiele für RB Leipzig überhaupt, obwohl Sie schon seit vergangenem Winter da sind. Mit Ihren sechs Toren und drei Assists in allen Wettbewerben könnten Sie doch ganz zufrieden sein, oder?

Szoboszlai: In den ersten Spielen brauchte ich noch ein bisschen Zeit, aber langsam komme ich rein und auf das Niveau, das ich selbst von mir erwarte. Es ist mein Ziel, dieses Niveau zu halten und dort zu bleiben.

Sie sind schon im vergangenem Winter nach Leipzig gewechselt, mussten aber über ein halbes Jahr auf Ihr Debüt warten. Wie schwer war diese Zeit für Sie und wie hart war der Weg zurück auf den Platz?

Szoboszlai: Sehr schwer und sehr hart. Wenn ein 20-jähriger Junge von einem Verein zu einem anderen geht und denkt: "Okay, jetzt habe ich den nächsten Schritt gemacht und ich muss hart arbeiten, damit ich spielen kann" - und dann kommt so eine Verletzung! Ich war acht Monate raus. Ich glaube, das ist für keinen einfach, egal wie alt du bist. Trotzdem habe ich daraus gelernt. Ich habe es geschafft und das ist Vergangenheit. Jetzt konzentriere ich mich nur auf meine Gesundheit und darauf, dass wir erfolgreich sind.

Was hat Ihnen in der Reha geholfen, dass Sie nicht den Mut verlieren?

Szoboszlai: Es war nicht einfach, meine Stimmung war mal schlecht, mal gut. Trotzdem war das der einzige Weg, um zurückzukommen. Das habe ich mir dann immer wieder klar gemacht und es am Ende geschafft.

Szoboszlai: "Habe keinen Vorteil unter Jesse Marsch"

Es war ein bisschen kurios, weil Sie Julian Nagelsmann bei Ihrem Wechsel noch als "Top-Trainer" bezeichnet haben, aber unter ihm gar kein Spiel gemacht haben. Wie beurteilen Sie die Situation, dass Sie jetzt wieder unter Ihrem vorherigen Salzburg-Trainer, Jesse Marsch, spielen?

Szoboszlai: Bei Julian habe ich vielleicht ein oder zwei Trainingseinheiten mitgemacht. Dann ist Jesse hergekommen. Ich kenne ihn schon lange, wir hatten zwei erfolgreiche Jahre in Salzburg, haben den Pokal und den Meistertitel in der österreichischen Bundesliga gewonnen. Ich muss bei RB Leipzig genauso um meinen Platz kämpfen wie in Salzburg. Keiner hat einen festen Platz in der Mannschaft. Ich habe sehr oft gelesen, dass ich angeblich einen Vorteil wegen Jesse hätte. Und ich kann klar sagen: Nein, ich habe keinen Vorteil und ich möchte auch keinen. Ich will immer um meinen Platz kämpfen und das ist ganz klar mein Anspruch.

Szoboszlai über Haaland: "Haben ein paar Mal telefoniert"

Sie spielten in Salzburg auch ein Jahr mit Erling Haaland zusammen, mit dem Sie sich auf und neben dem Platz sehr gut verstanden haben. Das Wiedersehen auf dem Platz am Samstag beim Spiel gegen den BVB fällt jetzt wegen seiner Verletzung aus. Hatten Sie Kontakt? Haben Sie ihm gute Besserung gewünscht?

Szoboszlai: Ja, ich hatte Kontakt mit ihm und ich habe ihm auch gute Besserung gewünscht. Wir haben ein paar Mal telefoniert.

Wie sehr bedauern Sie es, dass er nicht auf dem Platz stehen kann?

Szoboszlai: Ich konzentriere mich auf mich selbst. Jeder hat seine eigene Karriere. Es ist trotzdem sehr schade, dass er verletzt ist, das wünsche ich keinem. Vielleicht braucht man in seiner Karriere auch so eine Situation, um noch stärker zurückzukommen.

Sie kennen ihn sehr gut und wissen auch, was Dortmund dadurch fehlt. Steigen damit auch die Chancen für Leipzig, etwas mitzunehmen gegen Dortmund?

Szoboszlai: Klar ist Erling schwer zu ersetzen, trotzdem holt der BVB konstant Punkte, kann ihn ein stückweit ersetzen. Aber wir sollten uns nicht nur auf die Dortmunder konzentrieren, sondern auf uns. Wir müssen so eine Mentalität auf den Platz bringen, dass wir die drei Punkte gegen Dortmund zu Hause behalten.

Szoboszlai über Puskas-Vergleich: "Will eigenen Weg gehen"

Ein Schlüssel könnte Ihre außergewöhnliche Schusstechnik sein. Was ist das Geheimnis dahinter - trainieren Sie das speziell oder ist es bloß Talent?

Szoboszlai: Ich habe sehr oft mit meinem Vater trainiert. Dazu habe ich sehr kleine Füße und mit kleinen Füßen kann man besser schießen. Ich habe einfach sehr viel trainiert - das war's!

In Ihrer Heimat Ungarn werden Sie bereits mit Ferenc Puskas verglichen. Wie gehen Sie mit solchen Vergleichen um?

Szoboszlai: Das ist ein sehr großer Name und ich habe schon oft gesagt, dass ich allen Respekt vor ihm habe und vor dem, was er erreicht hat, was er für Ungarn geleistet hat und was für eine Legende er dort ist. Aber ich will meinen eigenen Weg gehen und mich auf mich konzentrieren.

Leistungsdaten von Dominik Szoboszlai

VereinSpieleTore
RB Leipzig (seit 2021)146
Red Bull Salzburg (2018 bis 2021)8326
FC Liefering (2017 bis 2018)4216
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