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Fussball

Hertha BSC - Pal Dardai und die Total-Rotation: "Dafür habe ich die Eier"

SID
Hertha BSC will den Abstieg verhindern.

Mit zwei Mannschaften zum Klassenerhalt: Trainer Pal Dardai setzt bei Hertha nach der langen Quarantäne auf eine radikale Rotation und steigert damit das Wir-Gefühl.

Pal Dardai war sich der Tragweite seiner spektakulären Entscheidung voll bewusst. "Wenn das schiefgegangen wäre, würden alle hier lachen", sagte der Trainer von Hertha BSC nach dem 3:0 (2:0) gegen den SC Freiburg (die Highlights im Video!). Auf neun Postionen hatte der Ungar seine Startelf umgebaut - am Ende ging der Plan auf und Hertha verließ die Abstiegsränge der Fußball-Bundesliga.

Seine Co-Trainer hätten zunächst noch Zweifel angemeldet, als er sie vor der Partie in seine Pläne eingeweiht hatte, doch "dann habe ich gesagt: Stopp. Ich will nichts mehr hören. Wir ziehen das durch", sagte Dardai zur bislang größten Rotation einer Hertha-Elf in der Bundesliga-Geschichte. "Dafür habe ich die Eier", ergänzte der 45-Jährige.

Für Dardai war der Schachzug angesichts der nächsten Partien im Drei-Tage-Rhythmus alternativlos. "Wir können keine Spieler kaputt machen", erklärte der Coach angesichts der hohen Belastung. Nach der 14-tägigen häuslichen Quarantäne müssten die Profis behutsam aufgebaut werden. "Kommst du raus und steigst ins Fußball-Training ein, dann ist das nicht einfach", so Dardai.

Hertha BSC: Auch Spieler von Rotation überrascht

Auch die Spieler hatten nicht mit der personellen Großrochade ihres Trainers gerechnet. "Dass so viele Spieler ausgetauscht werden, hat uns auch überrascht", sagte der starke Torhüter Alexander Schwolow, der neben Matteo Guendouzi als einziger Spieler wie schon beim 1:1 in Mainz von Beginn an ran durfte. Doch nach den Toren von Krzysztof Piatek (13.), Peter Pekarik (22.) und Nemanja Radonjic (85.) fanden alle Herthaner die Maßnahme am Ende richtig.

Mit der Option von zwei Mannschaften will Dardai auch die nächsten Spiele im Abstiegskampf angehen. "Gut, dass sich Hertha so einen Kader leisten kann", meinte Dardai etwas süffisant über das teure Personal. Die Stimmung in der Mannschaft ist mittlerweile auch gut, weil alle spielen. Die Ersatzbank machte gegen Freiburg Riesenkrach. "Hier entsteht gerade etwas. Man spürt die Energie", meinte Sportdirektor Arne Friedrich.

Allerdings gab es auch schlechte Nachrichten zu verkraften. Mittelfeldspieler Guendouzi brach sich den Mittelfußknochen und fällt für den Rest der Saison aus, auch Sami Khedira ging wegen Muskelproblemen vorzeitig vom Platz. "Leider wohl zwei, drei Tage Pause", sagte Dardai über den Rio-Weltmeister.

Hertha BSC macht Riesensatz in der Tabelle

In der Tabelle machte Hertha einen Riesensatz nach vorne. Am Mittwoch steht das letzte Nachholspiel bei Schalke 04 (18 Uhr im Liveticker) auf dem Programm, zuvor soll gegen den Tabellennachbarn Arminia Bielefeld am Sonntag (18 Uhr im Liveticker) der nächste Sieg folgen. "Du kannst da jetzt besser rein gehen, mit weniger Druck", meinte Dardai.

Freiburg verließ die Arena mit hängenden Köpfen und zeigte sich auch irritiert von Dardais Rotation. "Ja, wir haben sie anders erwartet", gab Abwehrmann Christian Günter nach der vierten Auswärtsniederlage in Folge zu. Beim 1. FC Köln am Sonntag (13.30 Uhr live auf DAZN) soll die Wiedergutmachung folgen. Günter: "Da müssen wir uns anders präsentieren."

Hertha BSC: Die Tabelle nach dem Freiburg-Sieg

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.Bayern München3186:404671
2.RB Leipzig3155:253064
3.Wolfsburg3154:322257
4.Eintracht Frankfurt3162:471556
5.Borussia Dortmund3166:422455
6.Bayer Leverkusen3151:351650
7.Borussia M'gladbach3159:461346
8.1. FC Union Berlin3147:38946
9.SC Freiburg3145:46-141
10.VfB Stuttgart3152:51139
11.TSG Hoffenheim3145:50-536
12.1. FSV Mainz 053134:50-1635
13.FC Augsburg3131:47-1633
14.Hertha BSC3038:49-1130
15.Werder Bremen3134:51-1730
16.Arminia Bielefeld3123:51-2830
17.1. FC Köln3132:56-2429
18.Schalke 043018:76-5813
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