Fussball

Rettig fordert einheitliche Regelung für Zuschauerrückkehr in die Stadien

SID
Andreas Rettig hält wenig von der Klub-WM der FIFA.

Der ehemalige DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig fordert für die mögliche Rückkehr von Zuschauern in die Stadien der Fußball-Bundesliga eine einheitliche Regelung und kritisiert damit die derzeitigen Pläne der DFL.

Er folge DFL-Boss Christian Seifert "nicht in der Frage, dass man es den lokalen Behörden und den Vereinen überlassen sollte, wie viele Zuschauer sie ins Stadion lassen", sagte der 57-Jährige in der Montagsausgabe des kicker.

Aus seiner Sicht ist es ein gravierender Unterschied, "wenn der eine das Stadion vollmachen darf und der andere darf es nicht", so Rettig weiter. Deshalb könne sich das Konzept nur am "Schwächsten" orientieren. "Wenn am Ende nur 15 Prozent ins Stadion dürfen, dann ist es halt für alle so, auch wenn woanders mehr Zuschauer ins Stadion dürften", erklärte der ehemalige Fußball-Funktionär seine Idee.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte zuletzt bei den Erst- und Zweitligisten die "Erarbeitung standort-individueller Konzepte" gefordert, die sich nach den Vorgaben der lokalen Gesundheitsbehörden richten. Rein theoretisch könnte es somit sein, dass beispielsweise ein Verein sein Stadion zur Hälfte füllen darf, wogegen ein anderer Klub nur zehn Prozent der jeweiligen Arenakapazität nutzen darf.

Kanzleramtschef Braun unterstützt Rückkehr der Fußballfans

Unterstützung erhielt die DFL dagegen von Kanzleramtschef Helge Braun. "Mit Abstand und Hygienekonzept können Sportveranstaltungen mit Zuschauern durchgeführt werden", sagte Braun der Bild am Sonntag. Die neue Bundesliga-Saison beginnt am 18. September.

Der CDU-Politiker schränkte jedoch ein, dass "zu großes Gedränge" noch vermieden werden müsse. "Die Stadien werden also nicht ausverkauft sein können und das muss gut organisiert und kontrolliert werden. Dann müssen sie aber nicht mehr leer sein, finde ich", sagte er.

Die DFL hatte den Klubs am Mittwoch einen Leitfaden an die Hand gegeben. Darin werden unter anderem Empfehlungen zu Abstandsregelungen auf den Tribünen, An- und Abreise sowie Ein- und Auslass ins Stadion bis hin zum Catering und der Nutzung sanitärer Anlagen gegeben. Dadurch sollen die Vereine bei der Ausarbeitung von individuellen Sicherheitskonzepten unterstützt werden.

 

 

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