Fussball

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge über Schalke 04: "Hätten Deutscher Meister werden können"

Von SPOX
Rummenigge leidet mit den kriselnden Schalkern.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat sich zur Situation beim sportlich und finanziell kriselnden FC Schalke 04 geäußert und dessen gute Nachwuchsarbeit in den vergangenen Jahren gelobt. "Der FC Schalke hätte in der Zwischenzeit wahrscheinlich Deutscher Meister werden können, wenn sie diese und viele weitere Spieler, die sie in ihrer Nachwuchsabteilung erstklassig ausgebildet haben, hätten halten können", sagte Rummenigge im Sport1-Interview.

"Der Fundus ihrer Nachwuchsarbeit ist einer der besten in ganz Deutschland. Fakt ist: Sie haben immer wieder sehr hoffnungsvolle Spieler verkauft, wie etwa Leroy Sane 2016 zu Manchester City, um ihren Finanzbedarf zu decken", ergänzte der zum Jahresende scheidende Vorstandsvorsitzende des FC Bayern.

Beim Transfer von Sane zum FC Bayern, der sich für kolportierte 49 Millionen Euro dem deutschen Rekordmeister anschließt, kassieren die Königsblauen keine Weiterverkaufsbeteiligung. Der Grund: Eine solche Zahlung in Höhe von 15 Prozent wäre nur auf einen möglichen Transfergewinn entfallen. Manchester City zahlte jedoch vor vier Jahren einen höheren Betrag als der FCB. Stattdessen erhält S04 lediglich eine von der FIFA festgeschriebene Ausbildungsentschädigung von 1,2 Millionen Euro.

Rummenigge über Schalke: "Niemand will bemitleidet werden"

Vor einem Jahr war für Sane noch eine Ablösesumme in dreistelliger Millionenhöhe gehandelt worden, bevor ein Kreuzbandriss sowie die Corona-Pandemie dessen Preis nach unten trieben - und somit Schalke um Millionen brachten: "Niemand möchte bemitleidet werden. Vor einem Jahr hatten die Transfersummen eben noch eine andere Dimension, aber in diesem Jahr scheinen sich die Preise auf eine rationalere Größenordnung einzupendeln", sagte Rummenigge.

Dennoch drücke er Schalke 04 "beide Daumen, dass sie mit einem neuen Konzept, neuem Spirit und der nötigen Geduld zurück zu alter Stärke finden. Schalke ist einer der traditionsreichsten Vereine in Deutschland und ein wichtiger Klub für die Bundesliga", müsse sich aber nach dem Aus des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies "neu aufstellen. Clemens war immer die dominante Figur dieses Klubs".

Kein Urteil will sich Rummenigge darüber erlauben, ob Schalke durch die Einführung einer Gehaltsobergrenze die richtigen Schlüsse gezogen hat: "Jeder Klub muss für sich selbst seine Philosophie finden. Das Gehaltsgefüge der Mannschaft ist ein extrem sensibles Gefüge." Vielmehr wünscht er Schalke bessere Zeiten und sieht in Sportvorstand Jochen Schneider den geeigneten Kandidaten dafür: "Das ist ein guter Typ, ein fähiger Mann."

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