Fussball

Bundesliga: "Fassungslos" nach Shitstorm - Vereine beziehen Position gegen Rassismus

SID
Viele Bundesligisten zeigten sich solidarisch.

Im Kampf gegen Rassismus haben die Bundesligisten klar Position bezogen. Allerdings gab es auch kräftig Gegenwind.

Borussia Mönchengladbach wehrte sich gegen einen Shitstorm der Rassisten, der FSV Mainz 05 freute sich über eine Kündigung eines rassistischen Klubmitglieds: Die Fußball-Bundesligisten haben sich klar gegen Rassismus positioniert und damit ihren dunkelhäutigen Spielern konsequent den Rücken gestärkt.

"Am vergangenen Freitag haben wir gemeinsam mit Borussia Dortmund, dem FC Schalke 04 und dem 1. FC Köln ein Video gegen Rassismus veröffentlicht. (...) Was wir seitdem in den Kommentarspalten erleben, lässt uns fassungslos zurück", schrieben die Gladbacher auf ihrer Website. Das Video zeigte unter dem Motto "In den Farben getrennt, im Fußball vereint - No Racism" mehrere Torjubel der Spieler.

Die Bearbeitung der "vielen rassistischen, hetzerischen und menschenverachtenden Kommentare" dauere an. Die Borussia zeigte sich aber erfreut, dass "die Mehrzahl unserer Fans versucht, diesen Menschen mit Vernunft und Fakten entgegen zu treten". Das gebe Hoffnung. "Leider gibt es aber auch eine Menge Menschen, die die Menschlichkeit vermissen lassen", teilte der Klub mit.

Gladbach will "Rassisten und Hetzer" härter bestrafen

Die Gladbacher kündigten an, "diese Rassisten und Hetzer" in Zukunft "noch rigoroser" zu sperren. Vereinsmitglieder, die den Werten des Klubs entgegenstehen, wurden aufgefordert, die Mitgliedschaft zu kündigen.

Zu dieser Entscheidung war bereits ein Fan der Mainzer gekommen. Dieser konnte sich nicht mehr mit den Rheinhessen identifizieren, da er den Eindruck bekommen hatte, "beim Africa-Cup" zu sein. Er sei zwar "auf keinen Fall rassistisch veranlagt", allerdings "wenn seit Wochen in der Startformation neun (!!!) dunkelhäutige Spieler auflaufen und deutschen Talenten kaum noch eine Chance gegeben wird, dann ist das nicht mehr mein über die Jahre liebgewonnener Verein", schrieb der Fan.

Die Mainzer veröffentlichten Teile der Kommunikation und bezogen klar Stellung gegen Rassismus. "Nicht jede Kündigung eines Mitglieds bekümmert uns, manchmal sind wir sogar erleichtert", schrieb der Verein auf seiner Website: "Für uns zählt nur, dass jemand Mensch ist und unsere Werte teilt. Aus diesem Grunde freuen wir uns vielmehr über Ihre Kündigung."

Auch beim Pokal-Halbfinale in München zwischen dem FC Bayern und Eintracht Frankfurt (2:1) am Mittwoch gab es eine klare Botschaft: #BlackLivesMatter. Die Frankfurter trugen den Slogan auf ihren Trikots, auf mehreren Banden und auf den Eckfahnen in der Allianz Arena stand neben der Botschaft auch noch das Motto "Rot gegen Rassismus".

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd durch einen Polizisten in den USA bildete sich auch in der Bundesliga eine riesige Solidaritätswelle. Viele Spieler sendeten klare Botschaften auf dem Spielfeld oder äußerten sich kritisch in Interviews. Im Kampf gegen Rassismus dürfen sie jedenfalls auf die Rückendeckung ihrer Klubs und vieler - wenn auch nicht aller - Fans setzen.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung