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Moussa Diaby und seine Situation bei Bayer Leverkusen: Rakete im Schneckentempo

Moussa Diaby kam im Sommer von PSG nach Leverkusen.

Bayer Leverkusen feierte am Mittwochabend in der Champions League einen wichtigen Sieg gegen Atletico Madrid. Keinen Anteil daran hatte der siebtteuerste Neuzugang der Vereinshistorie: Moussa Diaby. Der 20-Jährige muss weiter auf seine Chance in dieser Saison warten.

Nein, großartig über seine Situation sprechen wollte Moussa Diaby nicht, als er am Mittwochabend gegen 23.30 Uhr als einer der ersten Leverkusener Kaderspieler die BayArena verließ. Ein paar Kumpels warteten am Ausgang bereits auf ihn.

"Alles gut, ich bleibe geduldig", ließ er sich noch auf Nachfrage von SPOX und Goal entlocken. Und er verstehe, wie Bayer-Trainer Peter Bosz derzeit mit ihm umgehe.

Nimmt man die ungeheure Geschwindigkeit zum Maßstab, die Diaby auf den Platz bringen kann und mit der auch seine Entwicklung bei Paris Saint-Germain im Vorjahr voranschritt, dann hat Bosz bei der Integration des Franzosen erst einmal Schneckentempo verordnet.

Moussa Diaby in Leverkusen: Bislang nur 72 Einsatzminuten

In jedem der bislang 16 Pflichtspiele stand Diaby zwar im Leverkusener Aufgebot, eingewechselt hat ihn der Coach jedoch nur viermal. In der Bundesliga kamen so 63 Spielminuten zustande, im DFB-Pokal neun und in der Champions League null. Eine durchaus ausbaufähige Zwischenbilanz für den mit 15 Millionen Euro Ablösesumme siebtteuersten Neuzugang der Leverkusener Vereinshistorie.

Bereits vor zwei Wochen deutete Bosz an, dass der erste Startelfeinsatz von Diaby näher rücken würde: "Wir warten auf den richtigen Moment - und der wird kommen. Moussa bekommt von mir die Zeit, um sich anzupassen."

Nach 34 Pflichtspielen (vier Tore, sieben Vorlagen) im Trikot von PSG muss sich Diaby also auch jetzt noch in Geduld üben, wo durch die Verletzung von Leon Bailey die Tür zur Anfangsformation vermeintlich einen Spalt aufging. Doch Bosz entschied sich anders.

Bosz wirbt bei Diaby um Verständnis

Um den Jamaikaner auf dem linken Flügel, Diabys bevorzugtem Einsatzgebiet, zu ersetzen, hat der Trainer zuletzt taktisch umgebaut. Bosz zog Kevin Volland aus der Sturmspitze nach Linksaußen und stellte Lucas Alario in den Angriff. Beim 2:1-Sieg gegen Atletico ließ er Diaby ein weiteres Mal auf der Bank und stattdessen Nadiem Amiri auf der Außenbahn ran.

"Man darf das nicht unterschätzen", wirbt Bosz bei der Personalie Diaby um Verständnis. "Durch den Wechsel aus Paris hat sich sehr viel für so einen jungen Spieler geändert, nicht nur die Sprache. Wenn man den Spieler dann zu früh bringt, wird es nicht gut."

Bosz sieht den 20-Jährigen schlichtweg noch nicht so weit, um anderen Konkurrenten den Platz streitig zu machen. Dieses Vorgehen ist für Bosz alles andere als untypisch. Auch bei Daley Sinkgraven ließ sich der Niederländer nach dessen Verletzung die nötige Zeit, ehe sich sein Landsmann nun allerdings eine erneute Blessur zuzog.

Rolfes: "Haben die Neuen auf lange Sicht verpflichtet"

"Alle Neuzugänge haben Potenzial, sind oder werden noch wichtig für uns. Es ist normal, dass bei dem einen die Integration schneller verläuft als bei dem anderen. Wir haben die Neuen auf lange Sicht verpflichtet, nicht nur für zwei Monate", bat auch Sportdirektor Simon Rolfes zuletzt um Geduld.

Diaby scheint sie mitzubringen. Auch wenn er im Sommer im Interview mit SPOX und Goal noch ankündigte: "Thomas Tuchel konnte mir in Paris eben keine bestimmte Anzahl an Einsätzen garantieren. Auch was das betrifft, will ich bei Bayer 04 jetzt richtig durchstarten."

Zeit ist ohnehin noch mehr als genug: Diabys Vertrag bei der Werkself ist bis 2024 datiert.

Moussa Diaby: Die Leistungsdaten seiner Karriere

VereinPflichtspieleToreAssistsSpielminuten
Paris Saint-Germain34471526
Bayer Leverkusen50172
FC Crotone20069
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