Boldt: "Heynckes war entscheidend"

Arturo Vidal hat sich zu einem der weltbesten Mittelfeldspieler entwickelt
© getty

Seit 2007 arbeitete Jonas Boldt als Scout für Bayer Leverkusen, 2009 wurde er der jüngste Chefscout in der Geschichte der Bundesliga. Eine seiner wichtigsten Entdeckungen: Arturo Vidal. Dass der Weg des Chilenen über die Werkself an die europäische Spitze und jetzt auch zum FC Bayern geführt hat, überrascht den 32-Jährigen nicht.

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"Ich war immer der Meinung, dass Arturo Vidal bei jedem Verein der Welt spielen kann. Das war damals meine Meinung und das ist sie nach wie vor. Ich freue mich, dass er diese Entwicklung genommen hat", stellt Boldt, der jetzt als Manager Sport in Leverkusen arbeitet, gegenüber SPOX unmissverständlich klar.

KHR bestätigt Einigung mit Juve

Daran, so Boldt weiter, hat allerdings auch Vidals Lehrmeister bei der Werkself seinen Anteil: "Entscheidend für seine Karriere war, dass er damals in Leverkusen auf Jupp Heynckes gestoßen ist. Heynckes ist in seiner väterlichen Rolle auf ihn eingegangen und hat ihm beigebracht, wie er seine damals noch etwas wilde Art bündelt und in positive Aktionen umsetzt. Das war eine sehr prägende Phase in seinem fußballerischen Leben."

Anschließend habe Vidal, an dem der FC Bayern auch 2011 vor dessen Wechsel nach Italien schon Interesse zeigte, "in seinen vier Jahren bei Juventus Turin vor allem durch unglaubliche Ballgewinne, ein Wahnsinns-Laufpensum, seinen enormen Siegeswillen sowie tolle Offensivaktionen auf sich aufmerksam gemacht".

Erste Sichtung bei der U20-WM-Qualifikation

Aufgespürt hatte Boldt Vidal bei der südamerikanischen U20-WM-Qualifikation 2007. Im Interview mit SPOX verriet Boldt, dass die herausragenden Fähigkeiten des Chilenen schon damals für jeden sichtbar waren. Boldt, der zu dieser Zeit Leiter der Scouting-Abteilung Leverkusens war, suchte eigentlich einen reinen Linksverteidiger, blieb aber dennoch an Vidal dran, da dieser in der Folge immer wieder auch auf dieser Position spielte.

Nachdem Boldt in Leverkusen von Vidal berichtete, schickten die Rheinländer zunächst einen weiteren, erfahreneren Scout nach Chile, der den Eindruck bestätigte. Anschließend reisten auch Rudi Völler und Michael Reschke nach Südamerika, um die Beobachtungen abzunicken. "Daraufhin wurden die Verhandlungen aufgenommen und der Transfer fix gemacht - das Interesse des Spielers war zuvor auch vorhanden" beschreibt der 32-Jährige.

Vidals einziges Manko waren seine Geschwindigkeits-Defizite. "Auch wenn das Fragezeichen der fehlenden Schnelligkeit bestand, war klar, dass er uns links hinten kurzfristig helfen würde, die Lücke gedeckt wäre und man einen guten Spieler vom Markt bekommt", erklärt Boldt die Entscheidung, Vidal dennoch nach Leverkusen zu holen.

Arturo Vidal im Steckbrief