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Fussball

Arbeit für Fleisch und Blut

Jürgen Klopp spricht, Dolmetscher Massimo Mariotti übersetzt, Ciro Immobile hört zu
© imago

Am Mittwoch beendet Borussia Dortmund sein Trainingslager im schweizerischen Bad Ragaz. Mittlerweile sind alle vier Neuzugänge zum Team des BVB gestoßen. Ein kurzes Zwischenfazit der Eindrücke, die Ciro Immobile, Adrian Ramos, Dong-Won Ji und Matthias Ginter bislang hinterließen.

"Ich bin nicht im Fazit-Modus, weil wir mitten in der Vorbereitung sind", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp nach dem 10:0-Testspielsieg beim Schweizer Drittligisten FC Rapperswil-Jona am Sonntagabend.

Seine Mannschaft ist nach und nach dabei, sich neu zu finden. Die Trainingseinheiten in Bad Ragaz sind intensiv und zwingen die Spieler, an die Grenze zu gehen. "Ich quäle mich durch", fasste Sven Bender stellvertretend für seine Kollegen zusammen.

Vieles sei in Ordnung, einiges aber noch nicht - Klopps Zwischenfazit fällt während einer Vorbereitung, in der er mit ständig unterschiedlichen Mannschaftszusammenstellungen arbeiten muss, nicht überraschend aus.

Jene Spieler, die bereits seit einem guten Monat im Training sind, weisen einen körperlichen Vorsprung gegenüber dem Rest auf. Klopp ließ seine Neuzugänge aber nicht abseits des Teams trainieren, sondern band sie direkt in die Spielformen im Mannschaftstraining ein.

Das Ziel: Die Dortmunder Abläufe sollen baldmöglichst in Fleisch und Blut übergehen. Zwar konnte die Arbeit im gruppen- und defensivtaktischen Bereich noch nicht sehr intensiviert werden, die Spieler sind trotz ihrer verschiedenen Ausgangslagen aber dennoch bereit, den einen Schritt mehr zu machen.

Das gilt demnach auch für die vier Neuen Ciro Immobile, Adrian Ramos, Dong-Won Ji und Matthias Ginter. Eine erste Zwischenbilanz der Spieler, für die Borussia Dortmund rund 40 Millionen Euro ausgab.

Ciro Immobile: Der nach Henrikh Mkhitaryan und Marcio Amoroso drittteuerste Einkauf der Vereinsgeschichte muss derzeit mächtig beißen. Ähnlich erging es Pierre-Emerick Aubameyang im vergangenen Jahr. Immobile ist mehreren "Stresssituationen" ausgesetzt, wie es Jürgen Klopp nannte.

Neues Umfeld, höhere Intensität, größerer Druck - all dies merkte man dem Neuen in den ersten Tagen beim BVB durchaus an. In den Spielformen, die die Dortmunder meist auf der halben Spielfeldgröße absolvieren, sind die Räume eng und Immobile noch auf der Suche nach den richtigen Laufwegen.

Der Wille ist bei ihm absolut ersichtlich, doch wie auch bei einigen seiner Teamkollegen wechseln sich in dieser Phase Licht und Schatten noch regelmäßig ab. Mal will der 24-Jährige in seinen Aktionen zu viel, mal taucht er längere Zeit ab.

Klopp signalisierte ihm nach einem überhastet abgeschlossenen Angriff mit einer ausladenden Armbewegung, dass Immobile grundsätzlich die nötige Ruhe bewahren müsse. Der Coach streute aber auch mehrere "Sehr gut, Ciro"-Rufe ein, um dessen Selbstbewusstsein nach gelungenen Aktionen auf die Sprünge zu helfen.

Dolmetscher Massimo Mariotti ist wie gewohnt bei allen Einheiten anwesend und übersetzt meist zwischen Immobile und Aubameyang stehend Klopps Anweisungen. Am Ende des Trainings nahm Klopp seine Neuzugänge hin und wieder zum Einzelgespräch zur Seite.

In den Testspielen fehlte es Immobile größtenteils noch an der nötigen Bindung. Gegen Chievo Verona ackerte er viel, bekam aber aufgrund des zu statischen Dortmunder Spiels kaum brauchbare Bälle serviert. Klopp merkte im Anschluss an, dass Immobile ein Gefühl für solche Spielsituationen entwickeln solle.

Der Coach hätte sich gewünscht, dass sich Immobile etwas tiefer fallen lässt, um mehr am Kombinationsspiel teilzunehmen - und nicht in vorderster Front darauf wartet, Hereingaben zu verwertet. Gegen Rapperswil-Jona erneut lauffreudig, mit mehr Platz und besser im Spiel drin.

Zwischenfazit: Auf Immobile stürzt derzeit viel auf einmal ein. Er ist bemüht, die Adaption schnell hinter sich zu bringen. Man wird mit ihm zunächst Geduld haben müssen.

Seite 1: Licht und Schatten beim bemühten Ciro Immobile

Seite 2: Ramos wie gewohnt, Ji unscheinbar, Ginter frisch

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