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Fussball

Sportgericht spricht Lieberknecht frei

SID
Torsten Lieberknechts emotionaler Ausbruch wurde vom DFB nicht bestraft
© getty

Das Sportgericht des DFB hat Trainer Torsten Lieberknecht von Eintracht Braunschweig nach dessen Verweis auf die Tribüne am 29. März in Leverkusen freigesprochen. Der DFB-Kontrollausschuss hatte wegen Lieberknechts vermeintlich wiederholten Fehlverhaltens eine Geldstrafe in Höhe von 4000 Euro beantragt.

"Alles das, was er gemacht hat - verbal und in seiner Körpersprache - hat sich nicht gegen den Schiedsrichter, den Assistenten oder den vierten Offiziellen gerichtet, sondern gegen eine Entscheidung, die seiner Meinung nach falsch war", sagte der Sportgerichts-Vorsitzende Hans E. Lorenz.

Er sprach auch von einer Grundsatzentscheidung: "Das war eine Unmutsbekundung mit einer Meinungsäußerung. Das bewegt sich noch in einem Rahmen, den der Unparteiische und die Sportgerichtsbarkeit hinnehmen müssen." Die Verfahrenskosten trägt der DFB.

Der 40-jährige Lieberknecht war von Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) in der 62. Minute der Partie bei Bayer Leverkusen (1:1) auf die Tribüne geschickt worden.

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Laut Anklage habe Lieberknecht nach einer Freistoßentscheidung gegen Braunschweig "laut schimpfend und heftig gestikulierend" in Richtung des vierten Offiziellen Detlef Scheppe protestiert und im Anschluss mit der Hand auf seinen Trainersitz geschlagen.

Lieberknecht: "Frust abgeladen"

Lieberknecht schilderte die damalige Situation in einer "sehr heißen Phase des Spiels" deutlich unaufgeregter: "Meines Erachtens lag kein Foulspiel vor. Dementsprechend habe ich mich kurz aufgeregt, bin zu Bank gelaufen und gesagt, dass es kein Foul war", sagte der Coach. In die Trainerbank habe er "seinen Frust abgeladen, ohne aber jemanden zu beleidigen oder in Misskredit zu bringen". Seine Rufe seien demnach auch "am vierten Offiziellen vorbeigegangen".

Schiedsrichter Winkmann gab an, die Szene selbst nicht gesehen zu haben, sondern die Entscheidung nach kurzer Absprache mit Scheppe getroffen zu haben. Scheppe, der per Telefon in die Verhandlung zugeschaltet wurde, sagte, Lieberknechts Verhalten sei "nicht mehr akzeptabel" gewesen.

"Die Situation hat mir keinen Handlungsspielraum gelassen", meinte Scheppe. Lieberknecht sei "an der äußeren Kante der Coachingzone wild gestikulierend auf- und abgesprungen" und habe eine "abwinkende Bewegung" gemacht. "Ich habe das auf meine Person interpretiert", sagte Scheppe: "Die Geste allein hat ausgereicht, um einen Verweis auszusprechen."

Lieberknecht war in Leverkusen bereits zum dritten Mal in der laufenden Saison vom Unparteiischen auf die Tribüne geschickt worden. Im Dezember war er zu einer Geldstrafe in Höhe von 3000 verurteilt worden.

Torsten Lieberknecht im Steckbrief

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