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Fussball

Kein Lasogga in Sicht

Von SPOX
Mattia Maggio kam beim HSV bislang zwei Mal zum Einsatz. Auf einen Treffer wartet er noch
© getty

Auf der Suche nach einem Ersatz für Pierre-Michel Lasogga ist man beim HSV mittlerweile in der U23 angekommen. Jis erneute Rückkehr zum FC Augsburg verlief bislang noch nicht wie erwünscht. In der kommenden Saison wird die Konkurrenz noch stärker. Indes steht Hoffenheims Abwehr vor einem Neubeginn.

FC Augsburg: In der 70. Minute wurde Dong-Won Ji zum Rückrundenauftakt gegen Borussia Dortmund eingewechselt, kurz vor dem Ende traf er zum 2:2-Ausgleich. Die erneute Rückkehr nach Augsburg begann verheißungsvoll für den Südkoreaner. Danach kam nicht mehr viel vom 22-Jährigen. Wie schon im Vorjahr war Ji vom FC Sunderland in die Fuggerstadt gewechselt. War er während seinem ersten Gastspiel beim FCA im Vorjahr noch mitverantwortlich für den Klassenerhalt, kam er dieses Mal nicht in Tritt.

Lediglich in zwei Partien stand er von Beginn an auf dem Platz, hinzu kam eine Verletzung, mit der er sich seit März herumplagt. Tobias Werner, Halil Altintop, Sascha Mölders und Andre Hahn - an der Konkurrenz in Augsburgs Offensive kam er nicht vorbei. Vor allem Hahn und Werner bilden bei den Augsburgern eine brandgefährliche Flügelzange und ließen die Chance auf einen Stammplatz des Südkoreaners gen Null gehen. Im nächsten Jahr warten Henrikh Mkhitaryan, Pierre Emerick-Aubameyang, Marco Reus und Adrian Ramos auf den Südkoreaner. Die Chancen auf viel Einsatzzeit werden sicher nicht steigen.

Trotz des Abgangs von Robert Lewandowski bleibt die Frage, ob der BVB den Südkoreaner brauchen kann, angesichts des Angebots in der Offensive. Profitieren könnte er beim BVB von seiner Flexibilität, die Michael Zorc bei der Bekanntgabe des Wechsels herausstellte. Ji wäre nicht der erste Spieler, der unter Jürgen Klopp aufblüht. Der Südkoreaner ist schnell und technisch stark - zwei Grundvoraussetzungen in Klopps Offensivphilosophie.

Hannover 96: Kaum hatte Hannovers Trainer Tayfun Korkut seine Stammformation für die Abwehr gefunden, da machte ihm Innenverteidiger Andre Hoffmann einen Strich durch die Rechnung. Durch die Sperre von fünf Spielen nach der Roten Partie gegen Eintracht Braunschweig ist die Saison für den 21-Jährigen vorzeitig beendet. Heißt: Hannovers Trainer muss in der Abwehr erneut umbauen.

In der Partie gegen den HSV nahm Marcelo die Position in der Innenverteidigung neben Christian Schulz ein. Auf der rechten Seite vertraut Korkut weiter auf Hiroki Sakai. Noch zu Beginn der Hinrunde hatte es so ausgesehen, als könnte sich Frantisek Rajtoral dort etablieren. Rajtoral wurde in der Winterpause von Viktoria Pilsen ausgeliehen, nachdem Steven Cherundolos Rückkehr in den Kader immer unwahrscheinlicher geworden war - inzwischen hat der langjährige Kapitän seine Karriere beendet.

Gleich in seiner ersten Partie für die Niedersachsen, beim 3:1-Erfolg über Mönchengladbach überzeugte Rajtoral, danach jedoch blieb er hinter den Erwartungen zurück. Lediglich fünf Einsätze stehen für ihn bislang zu Buche. Gegen Braunschweig durfte er mal wieder ran, enttäuscht aber komplett. Bis zum Ende der Saison ist er noch ausgeliehen, derzeit erscheint es eher unwahrscheinlich, dass die 96-Verantwortlichen die Option für den Tschechen ziehen.

Hamburger SV: Vieles, jedoch längst nicht alles ist schlecht beim Hamburger SV. Ohne jeden Zweifel gibt es auch Gewinner der laufenden Saison. Tolgay Arslan könnte man dazu zählen oder auch Hakan Calhanoglu. Vor allem aber ist Pierre-Michel Lasogga eine der großen Hoffnungen des abstiegsgefährdeten Traditionsklubs. Besser gesagt: Er war es. Der Angreifer ist erneut verletzt, der Zeitpunkt seiner Rückkehr ungewiss.

Einen Ersatz für den bulligen Angreifer sucht man im HSV-Kader vergebens. Jaques Zoua nahm in den vergangenen Spielen die Rolle des Angreifers ein - ohne Erfolg. Nur ein Treffer gelang dem Kameruner in der Rückrunde. Zu wenig in immerhin 13 Partien und vor dem Hintergrund, dass der 22-Jährige auch nicht gerade als Vorlagengeber glänzt. Auf der Suche nach weiteren Alternativen landet man in der U23 der Hamburger. Mattia Maggio ließ dort mit bislang acht Saisontreffern aufhorchen. Der 20-Jährige, übrigens auf einem Auge fast blind, kam im Winter der Vorsaison von Novara Calcio, wo er einen Einsatz in der Serie A verbuchen konnte.

"Er kann mit links und rechts abschließen, ist unangenehm für den Gegner", berichtete Slomka vor der Partie gegen Bayer, in der Maggio erstmals im Kader stand und eingewechselt wurde. Auch gegen Hannover 96 war dies der Fall. Beide Male konnte der Deutsch-Italiener jedoch nicht auf sich aufmerksam machen. Ihm fehlte, wie man so schön sagt "die Bindung zum Spiel". Dennoch: Angesichts mangelnder Alternativen wäre es keine Überraschung, stünde er demnächst von Beginn an auf dem Platz. Wirklich ersetzen kann man Lasogga bei den Norddeutschen wohl ohnehin nicht.

Bayer Leverkusen: Schon im Sommer des vergangenen Jahres stand Seung-Woo Ryu kurz vor einem Wechsel in die Bundesliga zu Borussia Dortmund. Auf den letzten Drücker jedoch sagten die BVB-Verantwortlichen ab. Als sich Robbie Kruse dann in der Winterpause schwer verletzte, reagierte man bei Bayer und holte den Südkoreaner als Backup für die etablierten Offensivkräfte um Sidney Sam und Heu-Min Son.

"Wir haben einen solchen Typen wie ihn nicht im Kader. Er bringt spezielle Fähigkeiten ein", so Bayers damaliger Trainer Sami Hyypiä damals gegenüber dem "Kicker". Schnelligkeit, Zielstrebigkeit und eine brauchbare Technik - auf den ersten Blick unterscheidet den 20-Jährigen nicht viel von seinem großen Vorbild und Landsmann Son. Dennoch brachte es der Offensivspieler bislang nur auf magere zwei Einsätze für die Werkself. Dies liegt jedoch auch an einer weiteren Personalie in den Reihen der Leverkusener: Julian Brandt. Wie Ryu wechselte auch er im Winter an den Rhein, kam allerdings schon öfter zum Zug und könnte sich unter Sascha Lewandowski in der Startelf etablieren. Gut für Brandt - schlecht für Ryu.

Bis zum kommenden Winter ist er noch vom südkoreanischen Klub Jeju United an Bayer verliehen. Abzuwarten bleibt, was Sascha Lewandowski in ihm sieht und wer im Sommer das Traineramt bei der Werkself übernehmen wird. Eine Ausleihe im Sommer an einen Zweitligisten - schon vor der Rückrunde war dies angedacht - erscheint als nicht unrealistisch.

TSG Hoffenheim: Kein Team hat in der laufenden Saison mehr Gegentore kassiert als die TSG Hoffenheim, was nicht gerade für die Hintermannschaft der Hoffenheimer spricht. Seit einigen Spielen scheint Trainer Markus Gisdol jedoch seine Formation gefunden zu haben, indem er Tobias Strobl aus dem Mittelfeld in die Innenverteidigung neben Jannik Vestergaard beorderte. Auf den Außenbahnen vertraut der TSG-Coach wie schon zuvor auf Fabian Johnson und Kapitän Andreas Beck. Zumindest noch.

Denn während Johnsons Wechsel zu Borussia Mönchengladbach bereits feststeht, hat Andreas Beck seinen Vertrag bei der TSG nach wie vor nicht verlängert. Ein Wechsel des 27-Jährigen wird immer wahrscheinlicher, zuletzt war von einem möglichen Interesse von Inter Mailand zu lesen. Alternativen in der Defensive sind bei Hoffenheim traditionell eher rar. Die Frage ist, ob die Verantwortlichen der TSG in diesem Sommer den Fokus ihrer Investitionen erstmals in der jüngeren Vergangenheit auf die Defensive richten, oder ob man auch dort erneut auf Nachwuchsspieler baut.

Mit Jeremy Toljan hat man bereits den ersten Vertrag mit einem Akteur aus dem Nachwuchs bis 2018 verlängert. Der Verteidiger kam in der laufenden Saison auf acht Einsätze. Markus Gisdol schätzt seine Variabilität. So ist der 19-Jährige nicht nur auf der Außenbahn, sondern auch als Alternative in der Mitte zu sehen.

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