"Bayern hat nichts Verwerfliches getan"

SID
Hans-Joachim Watzke will den BVB als Nummer zwei etablieren
© getty

BVB-Chef Hans-Joachim Watzke will die Position des deutschen Vizemeisters Borussia Dortmund als zweiter Spitzenklub nach Rekordmeister Bayern München langfristig festigen.

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"Wir wollen der zweite Fußball-Leuchtturm in Deutschland sein, für das intensive Fußballerlebnis stehen, und zwar nachhaltig", sagte der 54-Jährige der FAZ, "der Leuchtturm muss nicht ganz so groß sein wie der rot-weiße im Süden - aber der schwarz-gelbe Leuchtturm muss stabil stehen, und er muss leuchten."

Die derzeitige Dominanz des Triple-Gewinners aus München, der mit 19 Punkten Vorsprung die Tabelle der Bundesliga vor Bayer Leverkusen anführt, bewertet Watzke kritisch: "Der aktuelle Zustand tut der Bundesliga nicht gut."

Meisterschaft nicht aus den Augen verlieren

Allerdings hätten sich die Bayern ihre Position als Ligakrösus auch mit ihrer Arbeit in den letzten Jahrzehnten verdient. Dass die Münchner in Mario Götze und Robert Lewandowski zwei BVB-Stars verpflichtet hätten, sei legitim. Watzke: "Was die Bayern getan haben, ist überhaupt nichts Verwerfliches. Jedes Unternehmen in Deutschland versucht das mit seinem Konkurrenzunternehmen zu machen." Aber: Das Ergebnis der Anstrengungen der Bayern "sehen wir ja in der Bundesliga. Der Abstand zwischen ihnen und dem Rest der Liga ist derzeit einfach extrem", so Watzke.

Es müsse das Ziel der größeren Klubs sein, dass sich die Liga wieder ändere", äußerte der Borussia-Boss. Er appellierte: "Die großen Vereine wie Dortmund, Schalke, Hamburg oder Stuttgart dürfen die deutsche Meisterschaft auf lange Sicht nie aus den Augen verlieren. Doch es ist extrem schwierig. Der ein oder andere Klub hat mit diesem Thema wohl schon für lange Zeit abgeschlossen."

BVB unterbewertet

Watzke denkt langfristig daran, "mit strategischen Partnern zu kooperieren". Dabei wolle die Borussia allerdings das Heft des Handelns nicht aus der Hand geben. "Für uns steht im Vordergrund, dass wir in den nächsten Jahren nachhaltig beweisen, sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg sowie große Stahlkraft vereinen zu können", betonte der Vorsitzende der BVB-Geschäftsführung.

Die Marke Borussia Dortmund findet er allerdings zurzeit total unterbewertet. Watzke: "Das Stadion ist über 200 Millionen Euro wert. Wir haben einen Spielerwert von über 300 Millionen Euro. Das sind schon 500 Millionen Euro - von den anderen Dingen gar nicht zu reden. Und der Markt bewertet uns mit 220 Millionen Euro. Eine totale Diskrepanz"

Der BVB-Kader in der Übersicht

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