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Fussball

Ein Strohhalm für die Sorgenkinder

Von Daniel Börlein
© Imago

München - Am Ende werden Tränen fließen. Es wird bitterlich geweint werden. Dann, wenn der Abstieg feststeht, werden sich Fans wie Spieler gegenseitig trösten oder einfach nur fassungslos ins Leere starren.

Wo die Tränen kullern werden und die Trauer über den verpassten Klassenerhalt Einzug erhalten wird, steht natürlich noch nicht fest. Klar ist allerdings schon jetzt, dass man in Bielefeld, Nürnberg, Cottbus und Duisburg die Taschentücher zumindest schon mal griffbereit haben sollte.

Dieses Quartett nimmt derzeit die letzten vier Plätze der Bundesliga ein, und just diese vier Teams treffen nun am 21. Spieltag im direkten Vergleich aufeinander (Sa. 15.30 Uhr und So. 17 Uhr im SPOX-TICKER und bei Premiere).

Am Samstag empfängt Arminia Bielefeld den MSV Duisburg, am Sonntag ist Energie Cottbus dann beim 1. FC Nürnberg zu Gast (Wem gelingt der erste Sieg 2008?)

"Eine Niederlage wäre fatal"

Und für die Verlierer wird es richtig eng. "Bei einem Sieg sind wir wieder im Rennen. Eine Niederlage wäre fatal", sagt MSV-Coach Rudi Bommer. Trotz der mageren Bilanz ist der MSV der einzige der vier Klubs, der noch immer an seinem Cheftrainer festhält. Sowohl in Nürnberg als auch in Cottbus und Bielefeld hat man zwischendurch die Reißleine schon gezogen und den Übungsleiter ausgetauscht.

Richtig verbessert hat sich die Situation allerdings dennoch nicht. In Bielefeld steht der neue Coach Michael Frontzeck nach vier Niederlagen in vier Partien schon unter Druck. "Gegen Duisburg und Rostock müssen jetzt vier Punkte her. Mindestens", sagte Arminen-Geschäftsführer Roland Kentsch, wollte darin allerdings kein Ultimatum für den Trainer verstanden wissen.

"Es muss endlich losgehen"

Einen ähnlich schlechten Auftakt hatte Thomas von Heesen als Nachfolger von Hans Meyer beim Club. Zwei Niederlagen in Lissabon und Bremen folgte das bittere Aus im UEFA-Cup-Rückspiel gegen Benfica. "Nun zählen nur noch Cottbus und die Bundesliga", sagte Abwehrspieler Dominik Reinhardt. "Gegen Energie muss es nun endlich losgehen", so Präsident Michael A. Roth.

Und auch in Cottbus weiß man, was die Stunde geschlagen hat: "Wenn wir jetzt nicht langsam anfangen zu punkten, wird es schwer", sagt Kapitän Timo Rost.

In der prekären Situation, in der alle vier Klubs derzeit stecken, klammert man sich natürlich an jeden Strohhalm. Und obwohl Bielefeld, Nürnberg, Cottbus und Duisburg im bisherigen Saisonverlauf schon jede Menge falsch gemacht haben, ist auch nicht alles schlecht.

SPOX.com erklärt deshalb, was den vier Teams im Abstiegskampf Mut machen darf.

Arminia Bielefeld (15. Platz/18 Punkte)

Die Statistik spricht ganz klar für die Ostwestfalen. In den vergangenen zehn Jahren stiegen nur zwei Teams, die am 20. Spieltag auf dem 15. Platz rangierten, am Ende auch ab.

Zudem hat Frontzeck offenbar Arminias größtes Problem in den Griff bekommen. In den vier Partien der Rückrunde - dreimal Bundesliga, einmal DFB-Pokal - kassierte Bielefeld nur fünf Gegentreffer. Zum Vergleich: In den vier letzten Begegnungen der Vorrunde musste die Arminia noch zehn Tore hinnehmen.

"Gegen Hertha haben wir in 90 Minuten keine Großchance zugelassen", lobte Sportdirektor Reinhard Saftig. Und Kapitän Mathias Hain erklärte: "Genau mit dieser Spielweise haben wir die letzten Jahre Erfolg gehabt in Bielefeld." Abwehrspieler Petr Gabriel ist ohnehin von der Qualität des Kaders überzeugt: "Unsere Mannschaft ist stärker als in den Jahren zuvor. Wir schaffen das!"

1. FC Nürnberg (16. Platz/16 Punkte)

Ein Trumpf für den Club ist, dass die Franken noch zwei Heimspiele mehr als Cottbus und Duisburg haben und auch einmal mehr als Bielefeld zu Hause ran dürfen. Und: Der FCN empfängt noch alle drei Konkurrenten zum direkten Duell in Nürnberg.

Hoffnung macht zudem, dass mit Zvjezdan Misimovic und Robert Vittek in den nächsten Wochen zwei torgefährliche Akteure in den Kader zurückkehren, die in der Lage sind, auch mal ein Spiel alleine zu entscheiden. Die derzeit vorhandenen Kräfte, scheint von Heesen langsam wieder auf Kurs zu bringen. So knüpften vor allem Ivan Saenko, Jawhar Mnari und Javier Pinola gegen Lissabon nach langer Zeit mal wieder an die guten Leistungen der vergangenen Saison an.

Energie Cottbus (17. Platz/16 Punkte)

In Cottbus hat man den Eindruck, dass die Mannschaft mittlerweile verstanden hat, was Trainer Bojan Prasnikar will. Die Zeiten deutlicher Niederlagen (0:3 in Stuttgart, 0:5 in München) sind längst vorbei.

Im Vergleich zu den anderen Abstiegskandidaten ist Energie zudem das gefährlichste Team nach Freistößen. Viermal trafen die Lausitzer nach ruhenden Bällen bereits. Gerade in Phasen, in denen es spielerisch nicht läuft, kann diese Standardstärke besonders wertvoll sein.

MSV Duisburg (18. Platz/14 Punkte)

Nur einen Zähler verbuchten die Zebras nach der Winterpause, ein deutlicher Aufwärtstrend ist dennoch erkennbar. Und das liegt vor allem an den Neuzugängen. Gerade Angreifer Claudiu Niculescu ist eine Verstärkung für die in der Vorrunde harmlose Offensive. In drei Partien traf der Rumäne bereits zweimal.

Auch dem Rest des Teams hat Bommer in der Winterpause offenbar erfolgreich beigebracht, wo das Tor steht. In den letzten sieben Partien der Hinrunde erzielte der MSV lediglich zwei Treffer, in den drei Begegnungen der Rückserie waren die Zebras immerhin schon sechsmal erfolgreich. Ein Aufwärtstrend. Und ein Strohhalm an den man sich in Duisburg wohl sicher gerne klammert.

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