"Beharrliche Nötigung": Das unbelehrbare Super-League-Trio wehrt sich weiter

SID
Real Madrid, Juventus Turin und der FC Barcelona geben beim Thema Super League keine Ruhe.
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Real Madrid, Juventus Turin und der FC Barcelona geben beim Thema Super League keine Ruhe. Die drei Uneinsichtigen erheben schwere Vorwürfe gegen die UEFA.

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"Beharrliche Nötigung", "direkter Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit", "Zwang und unerträglicher Druck": Das unbelehrbare Super-League-Trio will einfach nicht klein beigeben. Keine 48 Stunden nachdem die UEFA ein Verfahren gegen Real Madrid, den FC Barcelona und Juventus Turin eingeleitet hat, holen die schon wieder zum Gegenangriff aus - und kündigen unerbittlichen Widerstand an. Das gemeinsame Statement der Abtrünnigen hat es in sich.

Das Vorgehen der UEFA "gegenüber drei der bedeutendsten Institutionen in der Geschichte des Fußballs" sei nichts anderes als "beharrliche Nötigung", teilte das Trio mit - und zündete gleich die nächste Eskalationsstufe. Denn, so wird behauptet, die UEFA verstoße mit ihrem Vorgehen schlicht gegen europäisches Recht. Gerichte hätten den Dachverband bereits ermahnt, während der laufenden Gerichtsverfahren "keine Maßnahmen" zu ergreifen.

"Daher ist die Eröffnung eines Disziplinarverfahrens durch die UEFA unverständlich und stellt einen direkten Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit dar, die wir, die Bürger der Europäischen Union, demokratisch aufgebaut haben, und ist gleichzeitig ein Mangel an Respekt gegenüber der Autorität der Gerichte selbst", heißt es in der Erklärung des Trios.

Das Disziplinarverfahren hatte die UEFA am Dienstag eingeleitet. Es gehe um "mögliche Verstöße gegen die rechtlichen Rahmenbedingungen" des Kontinentalverbands, hieß es in einer Mitteilung. Zuvor hatten sich die Ethik- und Disziplinarinspektoren zwei Wochen lang dem Fall gewidmet. Die UEFA droht mit massiven Strafen bis hin zum Ausschluss aus ihren Wettbewerben, weil sich das wirtschaftlich angeschlagene Trio um Champions-League-Rekordsieger Real beharrlich weigert, der Super League abzuschwören.

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Die übrigen neun verbündeten Klubs hatten dies getan, nachdem die Eliteliga Mitte April nach nur 48 Stunden krachend gescheitert war. Unter Auferlegung von Sanktionen wurden sie wieder eingegliedert. Die Klubs spenden zusammen 15 Millionen Euro für die Förderung des Jugend- und Breitenfußballs und verpflichteten sich unter anderem zur Zahlung von 100 Millionen Euro, sollten sie in Zukunft versuchen, an einem nicht genehmigten Wettbewerb teilzunehmen.

Die drei sturen Unbelehrbaren verschwenden hingegen weiter keinen Gedanken daran nachzugeben. Längst schalteten sie den Europäischen Gerichtshof ein, um die Frage zu klären, ob die UEFA ihre "marktbeherrschende Stellung" missbraucht, indem sie versucht, ein konkurrierendes Turnier zu blockieren. Ihre Chancen Recht zu bekommen, stehen nach Meinung verschiedener Rechtsexperten nicht schlecht.

Man werde "keine Form von Zwang oder unerträglichem Druck akzeptieren" so das Trio, und man sei weiterhin bereit, "respektvoll und im Dialog über die dringenden Lösungen zu diskutieren, die der Fußball derzeit braucht". Der Gruppe gehe es "in einer prekären wirtschaftlichen Situation" nur darum "Wege zur Modernisierung des Fußballs" zu finden.

"Entweder", so schließt das Trio sein Statement, "wir reformieren den Fußball oder wir werden seinem unausweichlichen Untergang zusehen müssen". Doch es ist kein Geheimnis, dass Fans weltweit eben diesen in der Gründung einer Super League sehen.