Fussball

HSV: Der Nächste, bitte! Hamburg will es mit Daniel Thioune als Trainer versuchen

Von SPOX/sid
Daniel Thioune übernimmt beim Hamburger SV als Trainer.

Nach dem Abgang von Trainer Dieter Hecking hat Zweitligist Hamburger SV einen Nachfolger gefunden. Daniel Thioune, bislang Coach beim VfL Osnabrück, wechselt zu den Hanseaten und unterschreibt einen Vertrag bis 2022.
 

Neuer Coach, neuer Versuch, neue Hoffnung: Mit Daniel Thioune statt Dieter Hecking auf der Trainerbank will der Hamburger SV im dritten Anlauf wieder in die Fußball-Bundesliga zurückkehren. Der 45-Jährige vom Zweitligisten VfL Osnabrück zum Ligarivalen an die Elbe wechseln. Das bestätigte der Klub am Montagnachmittag, nachdem zuvor bereits zahlreiche Medien übereinstimmend von dem nahenden Engagement berichtet hatten.

Der Kontrakt des zehn Jahre älteren Hecking war nach dem erneut verpassten Aufstieg in der vergangenen Woche ausgelaufen. Thioune, Sohn eines Senegalesen und einer Deutschen, ist seit 2008 bereits der 21. (!) Cheftrainer beim einstigen Bundesliga-Dino. Er bringt seinen Co-Trainer Merlin Polzin mit in die Hansestadt.

HSV-Trainer Daniel Thioune: "Ich freue mit brutal darauf"

"Für mich ist die Aufgabe beim HSV eine große Herausforderung, die ich mit viel Fleiß, Teamwork und Herz angehen möchte", wird Thioune in einer Pressemitteilung des HSV zitiert: "Dass der HSV zurück in die Bundesliga möchte, weiß jeder. Aber davon zu reden, bringt uns den Zielen nicht näher. Ich werde vom ersten Tag an mit meinem Team hart daran arbeiten, dass sich alle Spieler weiterentwickeln und wir erfolgreich Fußball spielen."

Sportvorstand Jonas Boldt erklärte: "Wir haben mit Daniel Thioune einen Trainer geholt, der in Osnabrück mit überschaubaren Mitteln eine Mannschaft stetig weiter entwickelt hat. Er passt zu unserer den etwas veränderten Möglichkeiten angepassten Ausrichtung. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit ihm und haben von der ersten Kontaktaufnahme an gespürt, dass Daniel für diese Herausforderung brennt. Wir sind uns der Corona- und Liga-bedingten neuen Situation bewusst und werden das nicht bejammern, sondern annehmen. Für uns geht es nun darum, unsere aktuellen Herausforderungen zu meistern und mit den vorhandenen Möglichkeiten ein Team zusammenzustellen. Daran arbeiten wir mit vollem Einsatz." Für ihn sei der Wechsel "eine Herausforderung und Riesenchance. Ich freue mich brutal darauf."

Thioune selbst hatte in der abgelaufenen Spielzeit einen maßgeblichen Anteil daran, dass die Hamburger auch 2020/21 zweitklassig spielen müssen. Mit den Niedersachsen holte der Sport- und Erziehungswissenschaftler gegen den HSV vier von sechs möglichen Punkten. 2017 hatte er mit dem VfL noch als Drittligist den damaligen Erstligisten HSV im Pokal aus dem Rennen geworfen.

HSV-Trainer kommt aus Osnabrück: Thioune kostet Ablöse

Der frühere Zweitliga-Profi gilt als innovativer Fußballlehrer, der junge Spieler besser machen kann. Ungeachtet schwieriger finanzieller Bedingungen in Osnabrück geriet der Klassenerhalt des VfL unter seiner Regie nie ernsthaft in Gefahr. Da Thioune noch bis zum 30. Juni 2021 an seinen aktuellen Arbeitgeber gebunden ist, wird der HSV eine Ablösesumme zahlen müssen. Nach Angaben der Bild-Zeitung beläuft sich die Ausstiegsklausel auf 300.000 Euro.

"Wir können die sportliche Entscheidung von Daniel nachvollziehen, nun den nächsten Schritt zu einem der größten Klubs in Deutschland zu machen und wünschen für die Zukunft alles Gute", sagte VfL-Sportdirektor Benjamin Schmedes.

Damit hat der zweimalige Europapokalsieger eine erste wichtige Baustelle geschlossen. Nun gilt es, schnellstmöglich finanzielle Probleme zu lösen. In der Hansestadt wird nach einem neuen Hauptsponsor (bisher Emirates) gesucht. Ebenfalls noch nicht gefunden ist ein Namensgeber für das Volksparkstadion. Thioune gilt in diesem Zusammenhang auch als eher kostengünstige Lösung auf der Bank.

Er bedankte sich ausdrücklich beim VfL Osnabrück, Thioune wurde im benachbarten Georgsmarienhütte geboren: "Man hat mir hier den Weg als Trainer im Profibereich ermöglicht. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge."

Als aktiver Profi reichte es zu 126 Zweitligaspielen. Thiounes größter sportlicher Erfolg als Profi war aber das Erreichen des Halbfinales im DFB-Pokal 2003/2004 mit dem VfB Lübeck. In der Vorschlussrunde verloren die Schleswig-Holsteiner beim späteren Double-Gewinner Werder Bremen erst in der Verlängerung unglücklich mit 2:3 - und mit Hecking an der Seitenlinie des Weserstadions.

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